Projekt Leit(d)faden

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Was muss man tun, um Projekte gründlich in den Sand zu setzen? Hier meine persönlichen Top 10 der Projekt-Misserfolgs-Faktoren:

  1. Wenn unsere Mitarbeiter/innen nicht parallel in mindestens 3-5 Projekten mitarbeiten, sind sie nicht ausgelastet.
  2. Die Kundenanforderungen oder Vorgaben des Auftraggebers werden möglichst unkonkret oder gar nicht dokumentiert.
  3. Die Projektziele werden lediglich kurz besprochen, dann geht’s an die Umsetzung. Wir haben schließlich keine Zeit zu verlieren.
  4. Ein formaler Projektauftrag oder eine Projektplanung sind nicht nötig. Für sowas haben wir keine Zeit.
  5. Der/die Projektleiter/in hat eigentlich nichts zu melden. Wir haben ja die verschiedenen Abteilungsleiter, die ständig (voneinander divergierende) Anweisungen an die Teammitglieder erteilen.
  6. Es ist völlig unklar, wer welche Rolle im Projekt hat (Auftraggeber, Projektleitung, Teammitglieder…) und wer wofür verantwortlich ist. Hauptsache, alle Beteiligten sind (oder wirken) beschäftigt.
  7. Konflikte? Sowas gibt’s bei uns nicht.
  8. Obwohl sich alle schlecht informiert fühlen, tut niemand etwas dafür (bzw. dagegen). Informationen werden gehortet, denn Information bedeutet Macht.
  9. Die wenigen Projektsitzungen, die wir veranstalten, dauern immer viel länger als geplant. Aber dafür kommt kaum was raus.
  10. Alles dreht sich um das Fachproblem oder die Sachebene. Weiche Erfolgsfaktoren? So ein Quatsch!

8 Gedanken zu „Projekt Leit(d)faden

  1. g.meder

    Lieber Herr Hagen,
    seit langem und mit großem Vergnügen und Gewinn lese ich Ihren Blog.

    Auch die Sammlung der Projekt-Leiden gefällt mir sehr gut.
    Hier allerdings scheint etwas ncht zu stimmen:

    „8. Obwohl sich alle schlecht informiert fühlen, tut niemand etwas dafür.“

    Ist es nicht so, dass in vielen Projekten ALLE etwas dafür tun, damit ALLE (oder zumindest die Anderen) schlecht informiert sind.

    Das jedenfals ist meine Erfahrung; Wissen und Information sind Machtinstrumente, wie sie richtig schreiben. Und werden nicht geteilt.
    Was tun? Den Informationsfluss durch eine „Kommunkationscharta“ strukturieren und organisieren.
    Gruß
    G.Meder

    Antworten
  2. Stefan Hagen

    Danke für das nette Feedback.

    Es stimmt sicher, dass Informationen teilweise auch mutwillig nicht weiter gegeben werden. Ganz so negativ wie Sie würde ich die Praxis allerdings nicht beurteilen. Obwohl die von Ihnen beschriebene Informations- und Kommunikationskultur sicher auch vorkommt.

    Was tun? Patentrezepte gibt’s sicher keine. Ich glaube aber, dass es eine nicht delegierbare Führungsaufgabe (der Linienführungskräfte bzw. Entscheidungsträger) darstellt, im Unternehmen eine entsprechende Informations- und Kommunikationskultur zu etablieren und tagtäglich einzufordern. Offensichtliche Verstöße gegen eine offene und kooperative Kommunikationskultur müssen geahndet werden. Hier sehe ich die größte Hebelwirkung.

    Auch eine Kommunikationscharta (auch Projektspielregeln, Regeln der Zusammenarbeit) halte ich für sehr sinnvoll.

    Antworten
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  5. heinstic

    Hallo Herr Hagen,
    zunächst einmal vielen Dank für Ihre Bemühungen in Sachen PM. Ich habe schon einigen Nutzen aus dieser Plattform gezogen. Als kleines Dankeschön noch 3 weitere Punkte, die mir in vielen Investitionsgüterprojekten begegnet sind und scheinbar unausrottbar weiter so betrieben werden:

    11. Die Planung folgt der Realität, das macht es einfacher, Planerfüllung zu berichten.
    12. Im Panikbereich übernimmt der Bereichsleiter die operative Projektleitung und die Krisensitzungen. Das festigt das Vertrauen bei der Geschäftsleitung, verweist den Projektleiter in seine Grenzen und zeigt, dass man der Chef ist, auch wenn man eigenlich die unzureichende Ressourcendeckung des Projektes selbst zu verantworten hat.

    13. Controller wirken als Pathologen im Projekt: sie wissen alles, nur ist es leider zu spät.

    Gerne dürfen Sie diese Punkte in Ihrem Verzeichnis übernehmen und auch anpassen, sollten Sie das treffender formulieren können.

    Ich möchte mich für heute noch mit meinem Motto verabschieden:
    „…PM-so viel wie nötig !“

    Herzliche Grüße an die Leidgeprüften

    Heinrich Stichel

    Antworten
  6. Stefan

    Hallo Hr. Stichel,

    vielen Dank für Ihren wertvollen Beitrag aus der Praxis. Ich werde demnächst eine neue Liste verfassen, in die ich Ihre Punkte gerne aufnehmen werde.

    Grüße, Stefan Hagen

    Antworten
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