Projekt Leit(d)faden
Geschrieben von S. Hagen am 25. Februar, 2007
Was muss man tun, um Projekte gründlich in den Sand zu setzen? Hier meine persönlichen Top 10 der Projekt-Misserfolgs-Faktoren:
- Wenn unsere Mitarbeiter/innen nicht parallel in mindestens 3-5 Projekten mitarbeiten, sind sie nicht ausgelastet.
- Die Kundenanforderungen oder Vorgaben des Auftraggebers werden möglichst unkonkret oder gar nicht dokumentiert.
- Die Projektziele werden lediglich kurz besprochen, dann geht’s an die Umsetzung. Wir haben schließlich keine Zeit zu verlieren.
- Ein formaler Projektauftrag oder eine Projektplanung sind nicht nötig. Für sowas haben wir keine Zeit.
- Der/die Projektleiter/in hat eigentlich nichts zu melden. Wir haben ja die verschiedenen Abteilungsleiter, die ständig (voneinander divergierende) Anweisungen an die Teammitglieder erteilen.
- Es ist völlig unklar, wer welche Rolle im Projekt hat (Auftraggeber, Projektleitung, Teammitglieder…) und wer wofür verantwortlich ist. Hauptsache, alle Beteiligten sind (oder wirken) beschäftigt.
- Konflikte? Sowas gibt’s bei uns nicht.
- Obwohl sich alle schlecht informiert fühlen, tut niemand etwas dafür (bzw. dagegen). Informationen werden gehortet, denn Information bedeutet Macht.
- Die wenigen Projektsitzungen, die wir veranstalten, dauern immer viel länger als geplant. Aber dafür kommt kaum was raus.
- Alles dreht sich um das Fachproblem oder die Sachebene. Weiche Erfolgsfaktoren? So ein Quatsch!
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25. Februar 2007:
Lieber Herr Hagen,
seit langem und mit großem Vergnügen und Gewinn lese ich Ihren Blog.
Auch die Sammlung der Projekt-Leiden gefällt mir sehr gut.
Hier allerdings scheint etwas ncht zu stimmen:
“8. Obwohl sich alle schlecht informiert fühlen, tut niemand etwas dafür.”
Ist es nicht so, dass in vielen Projekten ALLE etwas dafür tun, damit ALLE (oder zumindest die Anderen) schlecht informiert sind.
Das jedenfals ist meine Erfahrung; Wissen und Information sind Machtinstrumente, wie sie richtig schreiben. Und werden nicht geteilt.
Was tun? Den Informationsfluss durch eine “Kommunkationscharta” strukturieren und organisieren.
Gruß
G.Meder