A fool with a tool is still a fool

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Immer wieder tappen Unternehmen in die Software-Falle, auch im Projektmanagement. Das Management geht offensichtlich davon aus, mit einer entsprechend guten (und hochpreisigen) Software das Projekt-Dilemma in den Griff zu bekommen. Leider ist oft genau das Gegenteil der Fall – die Probleme verstärken sich noch.

Was läuft falsch? Genau wie in jedem anderen Thema müssen Sie zuerst die Prozesse definieren und so weit wie möglich leben, bevor Sie sie IT-technisch unterstützen, dokumentieren und steuern. Im Projektmanagement darf nicht das Ziel sein, möglichst schnell eine leistungsfähige Software zu implementieren (damit das Management aussagekräftige Zahlen hat). Das Ziel muss vielmehr lauten, eine „projektorientierte Hochleistungsorganisation“ zu schaffen – so würde ich das zumindest nennen.

Und wodurch zeichnet sich ein solches Unternehmen aus? Einige Beispiele:

  • motivierende, offene und professionelle Projektmanagement-Kultur
  • klare Spielregeln, klare Verantwortlichkeiten
  • das Spannungsfeld Linie – Projekt besteht, aber es wird professionell ausbalanciert
  • der Initiierung und Vorbereitung von Projekten wird größte Bedeutung beigemessen
  • Projektmanager/innen sind hoch qualifiziert – Projektmanagement wird „nicht nur so nebenbei“ betrieben

Sie merken, ich bin von der Software recht schnell auf generelle, grundlegende Punkte gekommen. Jede andere Vorgangsweise funktioniert aus meiner Sicht auch nicht (oder zumindest habe ich es noch nie selbst erlebt).

Und wie kommt das Management nun zu seiner Software? In etwa so könnte der Weg aussehen:

  1. Dem Management muss klar sein, welche Bedeutung ein professionelles Projektmanagement für das Unternehmen hat bzw. haben kann. –> (Top) Management Comittment ist eine Grundvoraussetzung!
  2. Analysieren und diskutieren Sie die aktuelle Situation und die „Schmerzpunkte“ in Projekten. Hierzu würde ich nicht alle Mitarbeiter/innen und Ebenen miteinbeziehen, sondern lediglich einen kleineren Kreis. –> Unternehmensdiagnose.
  3. Legen Sie die Eckpfeiler des Veränderungsprozesses fest und kommunizieren Sie diese an die Belegschaft.
  4. Definieren Sie grundlegende Standards und Spielregeln für das Projektgeschäft. –> PM Standard, PM Prozesse, PM Methoden etc.
  5. Qualifizieren Sie Ihre Führungskräfte und Projektmanager/innen .
  6. Sobald die „neue Form der Projektbearbeitung“ einigermaßen greift, gehen Sie das Software-Thema an.

Und noch ein abschließender Tipp: In der Regel sparen Sie sich viel Geld, Mühen und auch Zeit, wenn Sie mit einem professionellen und erfahrenen Partner (Berater, Coach etc.) zusammen arbeiten. Und das sage ich jetzt nicht, weil ich selbst damit mein Geld verdiene 😉 Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass qualifizierte, externe Unterstützung in diesem Thema sinnvoll (und in der Regel sogar dringend notwendig) ist.

2 Gedanken zu „A fool with a tool is still a fool

  1. Alexander Greisle

    Danke. Kann ich alles nur bestätigen. Die richtige Reihenfolge ist immer:

    Ziel/Strategie => Methoden => Werkzeuge/Funktionalitäten

    Damit lassen sich dann auch vernünftige Schulungskonzepte entwickeln, die dafür sorgen, dass die Werkzeuge im täglichen Tun auch wirklich und zielführend verwendet werden.

    Antworten

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