11 gute Gründe gegen Brainstorming

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pricken.jpg(Bilderquelle)

Mario Pricken ist Experte für Kreativitätstechniken, innovative Denkstrategien und effektives Ideenmanagement. Kürzlich habe ich auf seiner Webseite „11 gute Gründe, kein Brainstorming durchzuführen“ gefunden. (Quelle)

  1. Weil die Teilnehmer kein Wissen über den Kreativprozess oder kreative Denkstrategien besitzen und sich stattdessen zu 100% auf ihre Intuition und Tagesverfassung verlassen müssen.
  2. Weil die Ziele viel zu vage sind und die Teilnehmer unterschiedliche Vorstellung vom Endergebnis haben.
  3. Weil die Teilnehmer mental den Schritt aus dem Tagesgeschäft nicht schaffen!
  4. Weil es selten gelingt, die Gruppenanpassung und die Political Correctness während des Meetings aufzubrechen.
  5. Weil die Vorgesetzten und Kunden der Teammitglieder keine radikale Kreativität einfordern. Manager denken ab einem gewissen Alter eher an die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes als sich auf risikoreiche Ideen einzulassen, die auf unbekanntes Terrain führen.
  6. Weil die Meetingräume eher an moderne Schulräume erinnern als dass sie zu unkonventionellem Denken einladen.
  7. Weil sich nur Insider unter den Teilnehmern befinden und Kunden oder fachfremde Personen als störend empfunden werden.
  8. Weil bereits tausende Menschen tausende Stunden vor ihnen über das Thema nachgedacht haben. Freies Assoziieren, wie es im Brainstorming erfolgt, produziert meist nur leicht variierte Klischees. Für die Big-Idea sind gut präpariertes Material, tiefgreifendes Wissen und ungewöhnliche Methoden notwendig.
  9. Weil die Teilnehmer nicht gelernt haben, in Chancen und Möglichkeiten zu denken, und stattdessen Profis im Aufspüren von Problemen und Hindernissen sind, die eine Idee bereits im Geburtsstadium vernichten. Frei nach dem Motto:

6 Gedanken zu „11 gute Gründe gegen Brainstorming

  1. Joachim Uhl

    Hallo!

    Auf jeden Fall sollte man die Liste im Kopf behalten. Kommt aber doch auch darauf an, wozu man eine Brainstorming Sitzung nutzt, oder? Sofern es um Kreativität geht, sind die obigen 11 Argumente sicher nicht von der Hand zu weisen. Aber man kann ein Brainstorming ja auch durchführen um das Wissen der an einem Projekt beteiligten Personen zusammenzuführen. Um also eine gemeinsame Vorstellung der Aufgaben und Ziele zu generieren.

    Gruss

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  2. Markus Trend

    Das Buch hat sich ja mittlerweile in jedem Kreativlager etabliert. Ich selbst halte viel von der Methode Brainstorming an sich. Wichtigstes Kriterium, auch um die obigen elf Punkte auszumerzen, ist bei uns frischer Wind von extern und ein neutraler Ort… Gerade betriebsfremde und sogar Laien zeigen manches Mal einen gänzlich unverkrampften Blick und stoßen einen mit der Nase auf den Wald, den man vorher vor lauter Bäumen nicht sah.
    In letzter Zeit nutzen wir für Fremdinput auch die Kraft des Www. Nach ein paar Probeläufen in diversen Crowdsourcing-Portalen haben wir uns für Bonspin entschieden. Die haben zwar keine gigantische Community, oder noch nicht. Aber liefern die wertvollsten Denkanstöße. was wohl vor allem daran liegt, dass für die Ideenlieferanten was rausspringt, allerdings nur wenn die Ideen für gut befunden worden.
    Charmanter Trick für hohes Niveau, man schmeisse einfach ein paar Taler in die Manege 😉

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  3. Pasqual

    Nun gibt es hier zahlreiche Gründe gegen Brainstorming, nur leider keinen Vorschlag für eine alternative Kreativitätstechnik die geeignet ist um eben einen kreativen Moment innerhalb eines Teams zu fördern.

    1) Welche Kreativitätstechnik ist denn eine geeignete?
    2) Sollte man kreative Momente komplett „Profis“ überlassen, die sich mit den jeweiligen Methodiken auskennen?
    3) Was sind Aspekte/Anforderungen an eine Kreativitätstechnik, die man in einem Durchschnitts-Team einsetzen kann ohne diesen oben genannten Barrieren zu begegnen?

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  4. S. Hagen Beitragsautor

    @Pasqual, danke für’s kritische Rückfragen. Meine bescheidene Meinung dazu ist:

    ad1) Ich denke, die Frage lässt sich so nicht beantworten. Es gibt Hunderte von Techniken und Tools, die sich jeweils für unterschiedliche Situationen eignen.
    ad2) Nein, auf keinen Fall. Allerdings gibt es sicher einfachere und kompliziertere Methoden. Für die Anwendung letzterer sollte der Facilitator auch über mehr als nur Grundlagenwissen verfügen.
    ad3) Ich denke nicht, dass es auf diese Frage eine generell richtige Antwort gibt. Vielmehr würde ich auch hier lapidar sagen: „Es hängt davon ab…“

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  5. Pasqual

    @S. Hagen, danke für die Antwort.
    Brainstorming scheint ja die bei weitem verbreitetste Kreativitätstechnik zu sein, dicht gefolgt von Kreativitätstechniken wie Methode 635, MindMapping, Reizwortanalyse, Synektik, Morphologischem Kasten und Brainwriting etc.
    1) Wenn es keine allgemeingültigen Anforderungen an eine Kreativitätstechnik gibt, wieso hat sich Brainstorming im Vergleich zu anderen Methodiken so stark durchsetzen können, wenn es scheinbar nur so wenig effektiv ist? Liegt es evtl. an den Eigenschaften (wie der Unkompliziertheit/Einfachheit) des Brainstormings?
    2) Wenn nun eine Leihe eine Kreativitätstechnik anwenden möchte, wie findet sie sich in dem Jungel an Möglichkeiten zurecht, bzw. wie findet sie eine für ihre Problemstellung passende Technik?

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