Archiv für den Monat: September 2007

Warum Projekte scheitern – oder eben auch nicht

In den letzten Jahren wurde immer wieder versucht zu erheben, welche Faktoren für das Gelingen oder Misslingen von Projekten verantwortlich sind. Hier eine Präsentation, in der ich einige Studienergebnisse zusammen getragen habe:


pdf_icon.jpgIn dieser Ansicht sind diverse Folien nur schwer lesbar. Ich empfehle deshalb, die Präsentation direkt als PDF bei Slideshare.net herunter zu laden.

Noch ein Hinweis: Einige Studienergebnisse / Folien eignen sich aus meiner Sicht sehr gut als „Teaser“ für Präsentationen, Diskussionsrunden, Seminare etc.

ProjectPier – Online collaboration for free!

projectpier.jpg

Gestern hat mich Roland Woldt vom ProjectPier Entwicklerteam kontaktiert. Hier der Text seiner e-Mail:

Hallo Herr Hagen,

ich bin einer Ihrer (mehr oder minder) regelmäßigen Leser und wollte Sie auf eine neue PM-Software hinweisen, zu deren Entwicklungsteam ich gehöre: www.projectpier.org.

ProjectPier ist die OpenSource-Fortsetzung von activeCollab, das ja in wenigen Tagen eine (ausschließlich) kommerzielle Version 1.0 der SW veröffentlichen wird. Da wir davon und der Art der Kommunikation der Änderung nicht gerade begeistert waren, haben wir den Code geforked und vor wenigen Tagen unsere erste Version 0.8 veröffentlicht. Sie steht unter einer OpenSource-Lizenz und ist kostenlos verfügbar.

Anbei finden Sie die offizielle Pressemitteilung und weitere Informationen sind unter http://en.wikipedia.org/wiki/ProjectPier bzw. unserer Webseite verfügbar.

Viele Grüße
Roland Woldt

pdf2.gifprojectpier-press-release-2007-09-26-en.pdf

Leider bin ich persönlich noch nicht dazu gekommen, das Collaboration Tool zu testen. Ich würde mich aber sehr über Erfahrungsberichte und Tipps der PM-Blog-Leser/innen freuen!

Die Screenshots, die ich mir kurz angeschaut habe, machen aber einen sehr guten Eindruck. Ganz im Stile unserer Philosophie: Simplify your projects!

Die Honigglas-Metapher

(Bilderquelle Flickr)

Die Bereiche Organisations- (OE) und Personalentwicklung (PE) werden in vielen Unternehmen völlig getrennt betrachtet und organisiert. Dies führt in der Regel zu suboptimalen Ergebnissen – insbesondere auch bei der Professionalisierung des Projektmanagements. Denn organisatorische Veränderungsprozesse oder auch organisationales Lernen (OE) sind ohne individuelles Lernen (PE) kaum möglich. Umgekehrt ist der Nutzen von Trainings, Seminaren und Weiterbildungsveranstaltungen sehr begrenzt, wenn die Inhalte organisatorisch (und kulturell) nicht verankert sind. Ein konkretes Beispiel:

  • In ihren Kundenprojekten „knallt“ es immer wieder gewaltig. Der Kunde hat bis zum Ende Änderungswünsche, der Verkauf „prügelt“ ständig auf die technischen Abteilungen ein, der interne Projektleiter ist ohnehin maßlos überfordert, und der Geschäftsführer muss die wütenden Kunden besänftigen, da Projekte der Reihe nach ihre Terminziele verfehlen und qualitativ mangelhaft sind.
  • Die Lösung des Problems? Die Projektleiter/innen des Unternehmens (zumindest steht diese Jobbezeichnung auf der Visitenkarte) werden auf einen 1-wöchigen Projektmanagement-Lehrgang geschickt. Dann muss es doch klappen, schlussendlich kostet die Aktion ein kleines Vermögen.
  • Die Weiterbildungsmaßnahme ist hervorragend, der Trainer ein erfahrener Experte und die Teilnehmer/innen sind begeistert. Die Projektleiter lernen erstmals, wie man Projekte systematisch und professionell initiiert, plant, abwickelt, steuert und abschließt. Sie nehmen einen umfangreichen Methodenkoffer und etliche eindrückliche Erfahrungen mit. Endlich ist das Problem gelöst!
  • Zurück im Unternehmen müssen sie bereits nach kurzer Zeit feststellen, dass die Probleme nicht wirklich gelöst sind – im Gegenteil. Warum? Sie arbeiten immer noch im selben Unternehmen. Insbesondere die Kultur der Projektbearbeitung ist dieselbe geblieben.
  • Die Frustration ist groß.

Diesen Sachverhalt habe ich kürzlich mit dem Senior Technical Director eines wachsenden Technologieunternehmens hier in Vorarlberg besprochen. Er hat darauf folgende treffende Metapher verwendet (sinngemäß):

Isolierte Personal- und Organisationsentwicklung stellt sich dar, wie wenn die Mitarbeiter in einem Honigglas schwimmen würden. Jede Bewegung fällt schwer – eine im wahrsten Sinne des Wortes „zähe“ Angelegenheit. Dann ziehen Sie einzelne Mitarbeiter aus dem Glas heraus, sie „dürfen“ auf eine Weiterbildung. Dort erleben Sie schon nach kurzer Zeit, wie leicht die Bewegungen außerhalb des Honigglases fallen. Sie strampeln wie wild. Danach müssen sie aber wieder zurück ins Honigglas – und es ist praktisch gleich mühsam wie zuvor.

Eine wirklich hervorragende Metapher – sie drückt genau das aus, was ich meinen Kunden schon seit Jahren „predige“. Trainings alleine sind in der Regel nicht nachhaltig wirkungsvoll. Sie müssen integriert sein in einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die organisatorischen Rahmenbedingungen, die Methodik und auch die unterstützenden IT-Strukturen beleuchtet werden.

Im Bereich Projektmanagement sprechen wir von ganzheitlichen PM Systemen. Hier finden Sie entsprechende Beiträge auf PM-Blog.com.

Noch ein abschließender Kommentar: Beginnen Sie möglichst einfach – nach dem Motto „verstehen – vereinfachen – verändern“. Erst wenn die einfachen Spielregeln gelebt werden, können Sie Schritt für Schritt auch die Detailprobleme lösen.

Simplify your Projects!

The seeds of innovation

The book „The Seeds of Innovation“ from Elaine Dundon is a top-seller in the US. Here’s a presentation with the core concepts and ideas of the book.


Innovation? Innovation Management? What’s it all about? Here are some answers to these questions:


Don’t forget: Systematic, flexible, and pragmatic project management is crucial for innovation in business (and elsewhere). Or in other words: Project Management should enable and promote innovation – not the opposite!

Wertvernichter IT Projekte

Dass IT-Projekte häufig den geplanten Kostenrahmen überschreiten, ist mittlerweile allgemein bekannt. Wie dramatisch die „cost overruns“ aber tatsächlich sind, wird durch eine aktuelle Studie von ComputerAssociates wieder einmal deutlich:

„Die von CA durchgeführte Studie wirft kein gutes Licht auf die Budgetplanungen der IT-Verantwortlichen. Bei einem Drittel aller IT-Projekte wird das vorher geplante Budget um 10 bis 20 Prozent überschritten. Bei einem Viertel der Projekte überschreiten die Kosten sogar 50 Prozent der ursprünglich angenommenen Ausgaben. Die Hauptgründe für diese kräftigen Budget-Überziehungen sind vor allem schlechte Vorkalkulationen, spätere Erweiterungen des Umfangs sowie Konflikte mit anderen Projekten.“

HIER geht’s zum gesamten Artikel (Quelle:www.silicon.de)

Improve your project management! 🙂

Projektmanagement Software boomt

Projektmanagement ist eine Arbeits- und Organisationsform zur Bewältigung komplexer, neuartiger Problemstellungen. Da genau diese Herausforderungen immer häufiger werden, ist es nicht verwunderlich, dass auch die Anbieter von entsprechenden Dienstleistungen und Produkten kontinuierlich wachsen bzw. mehr werden.

Ein klarer Indikator hierfür ist auch die Tatsache, dass der Markt für Projektmanagement Software boomt. Lutz Pößneck schreibt auf www.silicon.de:

„Software, mit der Unternehmen Mitarbeiter, Dauer und Budgets von Projekten verwalten können, wird immer populärer. Der Marktforscher Gartner schätzt, dass im weltweiten Projektmanagement-Markt in diesem Jahr 750 Millionen Dollar umgesetzt werden – und sagt für das kommende Jahr ein Wachstum von 11 Prozent voraus.“

HIER geht’s zum gesamten Artikel.

Net present value (NPV): Wirtschaftlichkeit von Projekten berechnen

Eine Investition ist der Einsatz von Finanzmitteln mit der Absicht Gewinn zu erzielen. Aus der Sicht des Auftraggebers ist damit auch jedes Projekt eine Investition, da er die Kosten des Projekts tragen muss.“ (PM Glossar des Projektmagazins)

Am Beginn eines Projeks sollte deshalb der quantiative (= Wirtschaftlichkeit) oder der qualitative Nutzen (= Outcome/Impact) geplant werden. „Net Present Value (NPV)“ ist eine empfehlenswerte Methode der Wirtschaftlichkeitsberechnung von Projekten – insbesondere im Bereich Innovation und Produktentwicklung. NPV-Definition des PM Glossars:

Der Net Present Value ist eine finanzielle Kennzahl, die zukünftige Erträge eines Vorhabens auf den aktuellen Zeitpunkt umrechnet. Durch die Berechnung dieses hypothetischen Wertes wird ein Vergleich verschiedener Szenarien oder Vorhaben hinsichtlich ihres wirtschaftlichen Ertrages möglich. In die Ermittlung des Net Present Value gehen die Prognosen über Kosten und Erlöse ein, er ist somit abhängig vom betrachteten Business Case. Ebenso werden die Investitionen abgeschrieben und die Erträge auf den heutigen Zeitpunkt diskontiert.

Hier finden Sie eine NPV-Vorlage in Excel-Format:

NPV_Example_startup_euregio.xls

Interpretation (Quelle: Wikipedia):

Eine Investition ist absolut vorteilhaft, wenn ihr Kapitalwert (=NPV) nicht negativ ist.

  1. Kapitalwert = 0: Der Investor erhält sein eingesetztes Kapital zurück und eine Verzinsung der ausstehenden Beträge in Höhe des Kalkulationszinssatzes. Die Investition hat keinen Vorteil gegenüber der Anlage am Kapitalmarkt zum gleichen (risikoäquivalenten) Zinssatz. An dieser Stelle befindet sich der interne Zinsfuß.
  2. Kapitalwert > 0: Der Investor erhält sein eingesetztes Kapital zurück und eine Verzinsung der ausstehenden Beträge, die den Kalkulationszinssatz übersteigen.
  3. Kapitalwert < 0: Die Investition kann eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals zum Kalkulationszinssatz nicht gewährleisten.

Werden mehrere sich gegenseitig ausschließende Investitionsalternativen verglichen, so ist die mit dem größten Kapitalwert die relativ vorteilhafteste. Weiterhin ist es möglich, die Kapitalwerte verschiedener sich nicht gegenseitig ausschließender Investitionen mit unterschiedlichen Kalkulationszinssätzen aufzusummieren, da es sich um ein additives Verfahren handelt.

Festlegung eines entsprechenden Zinssatzes (Quelle: Wikipedia EN):

Choosing an appropriate discount rate is crucial to the NPV calculation. A good practice of choosing the discount rate is to decide the rate which the capital needed for the project could return if invested in an alternative venture. If, for example, the capital required for Project A can earn five percent elsewhere, use this discount rate in the NPV calculation to allow a direct comparison to be made between Project A and the alternative. Obviously, NPV value obtained using variable discount rates with the years of the investment duration better reflects the real situation than that calculated from a constant discount rate for the entire investment duration.

Eine NPV-Berechnung sollte einen fixen Bestandteil eines jeden (Produkt)Entwicklungsprojekts darstellen.

Buchtipp: "Peter F. Drucker – Alles über Management"

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Peter F. Drucker war wohl der bedeutendste Management-Denker des 20. Jahrhunderts.

Wenn Sie sich mit dem Schaffen von Peter F. Drucker in komprimierter Form auseinander setzen möchten, empfehle ich das Buch „Peter F. Drucker – Alles über Management“ von Elisabeth Haas Edersheim. Sie hat es in ganz hervorragender Art und Weise geschafft, Druckers Weisheiten modern, zeitgemäß und auch lebendig zu dokumentieren.

Was macht bzw. machte Drucker so einzigartig? Ich finde, A.G. Lafley (CEO von Procter & Gamble) beschreibt dies im Vorwort überaus treffend. Er nennt folgende 5 Punkte:

  1. Dem Kunden dienen: Drucker sagte: „Der Zweck eines Unternehmens ist es, Kunden zu gewinnen und ihnen zu dienen.“
  2. Unternehmen aktiv führen: Drucker sagte: „Pläne sind lediglich gute Absichten, außer sie werden sofort in harte Arbeit umgewandelt.“ Die Umsetzung ist die einzige Strategie, die Kunden und Konkurrenten jemals sehen können. Aber: Er war kein sturer Prediger von Aktionismus! Gleichzeitig glaubte er an die Kraft strategischer Planung und an systematisch hergeleitete Entscheidungen. Drucker: „Aus ruhigen Überlegungen werden wesentlich effektivere Aktionen resultieren.“
  3. Komplexität einfach darstellen: Drucker war ein sehr belesener Mann, der seine Erkenntnisse aus der Geschichte, der bildenden Kunst, der Literatur, der Musik, der Wirtschaft, der Anthropologie, der Soziologie und der Psychologie herleitete. Er schaffte es aber trotzden, dieses umfangreiche Wissen auf einfache, wirkungsvolle Prinzipien herunter zu brechen. Beispiele: „Management bedeutet, die Dinge richtig zu tun, Führung bedeutet, die richtigen Dinge zu tun.“
  4. Verantwortung der Führungskräfte: Drucker sagte: „Der CO ist die Verbindung zwischen dem Innen, wo es lediglich um Kosten geht, und dem Außen, von wo aus man die Ergebnisse erkennen kann.“ Er behauptete, dass CEO’s die einzigen sind, die das Umgleichgewicht zwischen dem Blick nach Innen und dem Blick nach Außen ausgleichen können. Sie müssen die Perspektive des Marktes begreifen und diese nach innen tragen.
  5. Menschlichkeit: Drucker behandelte alle Menschen mit tiefem, ehrlichem Respekt. Er sagte: „Im Management geht es um menschliche Wesen. Aufgabe des Managements ist es, Menschen zu gemeinschaftlichen Leistungen zu führen, ihre Stärken effektiver und ihre Schwächen bedeutungslos zu machen.“

Viel Spaß beim Managen und Führen!