Archiv für den Monat: April 2008

Projektmanagement-Karriere

Dies ist der Titel eines Artikels, den ich heute im Magazin des Vorarlberger Wirtschaftsbundes aufgeschnappt habe. Ich stimme dem Autor, Michael Schmid, vollinhaltlich zu.

Ergänzend möchte ich einige Gedanken loswerden, die mir im Zusammenhang mit „horizontalen Karriereperspektiven“ (wie z.B. für Projektmanager/innen) wichtig sind:

  • Karrierepfade sind immer noch stark geprägt von vertikalen, hierarchischen Karrierestufen. („Fachkarriere“, „Expertenkarriere“)
  • Wir brauchen aber vermehrt auch horizontale Karriereperspektiven, da auch die Anzahl und Bedeutung horizontal orientierter Jobs zunimmt (Produktmanager/in, Projektmanager/in, Prozessmanager/in, Innovationsmanager/in etc.).
  • Speziell im Projektmanagement benötigen wir attraktive Karrierepfade. Beispiel: Junior Projektspezialist (Project Associate), Projektspezialist (Project Specialist), Projektleiter (Project Manager), Senior Projektleiter (Senior Project Manager), Projektdirektor (Program Manager, Project Director)
  • Die Stufen eines PM-Karrierepfades müssen gekoppelt sein an Erfahrung, Qualifikation & Eignung (fachlich, methodisch, persönlich etc.), Verantwortung aber natürlich auch an die Entlohnung.
  • Wenn Sie die Arbeits- und Organisationsform Projektmanagement wirklich nachhaltig und im Sinne des Gesamterfolges des Unternehmens implementieren möchten, so ist ein professionell geplanter und konsequent umgesetzter PM-Karrierepfad unablässig. Denn nur so erhalten die Projektmanager/innen auch die formale Rückendeckung und Anerkennung, die sie für die erfolgreiche Führung von Projektteams brauchen.

Laut GPM kann folgendes Grundmodell zur Errechnung des Gehalts eines/einer Projektmanager/in heran gezogen werden:

(Quelle: GPM Gehaltsstudie 2005)

Buch-Tipp (für Entscheidungsträger unbedingt zu empfehlen!):

Multiprojektmanagement

Ein Projekt erfolgreich zu initiieren, zu planen, umzusetzen, zu steuern und abzuschließen ist eine – teilweise erhebliche – Herausforderung. Wie schwierig muss es aber erst sein, etliche Projekte gleichzeitig zu überwachen und zu steuern? Diese Aufgabe wird in Theorie und Praxis häufig als „Multiprojektmanagement“ bezeichnet. Aber was verbirgt sich hinter diesem Konzept genau?

Zuerst mal möchte ich auf die Definition und Beschreibung in Wikipedia verweisen:

Bei der gleichzeitigen Planung, übergreifenden Steuerung und Überwachung mehrerer (untereinander abhängiger) Projekte spricht man von Multiprojektmanagement. Hierbei werden ganze Projektportfolios betrachtet. Mitunter wird der Ausdruck Programmmanagement synonym verwendet, jedoch verstehen viele Autoren (u.a. PMI/GPM) unter Programm ein Bündel von Projekten mit inhaltlich zusammenhängender Zielrichtung.

Gefällt mir gut, da zum Ausdruck kommt, dass die Themen Projektportfoliomanagement und Programmmanagement unter dem Überbegriff Multiprojektmanagement zusammen gefasst werden können. Dies entspricht auch meinem Begriffsverständnis.

Weiters empfehle ich die Plattform multiprojektmanagement.org – hier sind auch die Ergebnisse einer umfangreichen Studie zum Thema als PDF verfügbar.

Uns last but not least noch die Beschreibung von Multiprojektmanagement im Glossar des Projektmagazins.

ZCOPE die Zweite

Kürzlich habe ich hier über ZCOPE berichtet – einer meines Erachtens wirklich innovativen und gut gemachten Software. Das Tool wird nun definitiv im Mai ge-launched, das genaue Datum wird demnächst festgelegt.

Seit einigen Wochen habe ich einen Test-Zugang erhalten und ich muss sagen, dass das Motto „mit ZCOPE macht Projektmanagement Spaß“ nicht zu hoch gegriffen ist. Hier schon mal einige Impressionen:


Evolutionsphasen im Projektmanagement

Kürzlich habe ich mich etwas mit den Evolutionsphasen des Projektmanagements beschäftigt. Hier mein Zwischenfazit – exklusiv für Sie:

ab ca. 1950 Klassisch-logisches PM:

Als Startpunkt des „modernen“ Projektmanagements wird in der Literatur immer wieder das „Manhattan District Project“ genannt – der Bau der ersten Atombombe. Warum eigentlich Start des „modernen“ Projektmanagements? Da beispielsweise auch der Bau der Pyramiden in Ägypten als Projekt bezeichnet werden kann. Doch erst ab der Mitte des letzten Jahrhunderts wurden auch entsprechende, PM-spezifische Methoden (Netzplantechnik, Aufgabenplanung, GANTT-Charts etc.) zur systematischen Planung und Abwicklung angewandt. Das klassisch-logische PM-Verständnis ist geprägt von „technischem Ingenieursdenken“.

ca. ab 1960 Phasenorientiertes PM:

Eine Weiterentwicklung des klassisch-logischen PM stellte die phasen- oder ablauforientierte Herangehensweise an Projekte dar. Der Ursprung hierfür lag wiederum hauptsächlich in den USA, wo Projekte von Regierungsbehörden wie der NASA oder auch der Rüstungs- und Automobilindustrie nach klar definierten Phasenkonzepten abgewickelt wurden. Dies führte wesentlich zu einer Systematisierung und Standardisierung des Projektmanagements. Die phasenorientierte Sichtweise von Projekten hält bis heute an, wobei heutzutage eher von einer prozessorientierten Sichtweise gesprochen werden kann. Und zum Unterschied von – meist sequenziellen – Phasen haben PM Prozesse heutzutage einen stark iterativen, parallelen und zyklischen Charakter.

ca. ab 1975 Systemorientiertes PM:

Mit der zunehmenden Komplexität der Aufgabenstellungen wie auch der zunehmenden Dynamik der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeldfaktoren nahm die Bedeutung systemorientierter Managementansätze rasch zu. Auf der Basis der allgemeinen Systemtheorie (nach Bertalanffy, Ashby, McCulloch, Pitts, Rosenblueth, Wiener, Beer, von Foerster, Vester etc.) nahm auch die Bedeutung des systemorientierten Managements schnell zu (auch Managementkybernetik). Konsequenzen für das Projektmanagement? Projekte wurden vermehrt als psycho-soziale Systeme betrachtet. Es wurde langsam aber sicher klar, dass die Leistungsfähigkeit dieser Systeme einerseits von der Qualität der Zusammenarbeit (Team Management), andererseits aber auch von der professionellen Gestaltung und Steuerung des Projektumfeldes (Einbettung in die Stammorganisation, Kontext- und Stakeholdermanagement) abhängt.

ca. ab 1985 OE/PE-orientiertes PM:

Die wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Wandlungsprozesse nahmen ab Mitte der 80er Jahre immer mehr an Geschwindigkeit auf. Die logische Konsequenz: Unternehmen und sonstige Organisationen mussten sich diesem Wandel immer dynamischer anpassen, um wettbewerbs- und überlebensfähig zu bleiben. Projektmanagement wurde vermehrt zur Planung und Steuerung betrieblicher Veränderungsprozesse angewandt – sprich zur Organisations- und Personalentwicklung. Weiters wurde Projektmanagement immer stärker als erfolgsrelevanter (meist ergänzender) Organisationsansatz betrachtet und implementiert. Die organisatorische Verankerung erfolgte in manchen Unternehmen nur schwach (funktionale Projektorganisation), in anderen Branchen sehr intensiv (reine Projektorganisation, projektorientiertes Unternehmen). Die meisten Unternehmen praktizieren bis heute einen „Kompromiss“ in Form einer Matrix-Organisation (schwache bis starke Matrix). Und bis heute wird insbesondere dem Aspekt der organisatorischen Verankerung des Projektmanagementkonzepts vielerorts (viel) zu wenig Bedeutung beigemessen.
Dieser PM-Evolutionsphase kann auch die steigende Bedeutung von Projektmanagement im Zusammenhang der Personalentwicklung (oder auch des HR Managements) zugeordnet werden. Einerseits entwickelt sich das Berufsbild des/der Projektmanager/in, damit geht auch die steigende Bedeutung internationaler PM Zertifizierungen einher. Andererseits wird PM an sich vermehr auch als PE-Instrument betrachtet, da im Team entscheidende individuelle und auch organisationale Lernprozesse angestoßen werden (Lernen 1., 2. und 3. Ordnung).

ab ca. 2000 Agiles Projektmanagement:

Durch die weiter steigende Komplexität der Projektaufgaben und Dynamik der Rahmenbedingungen von Projekten (wie z.B. wechselnde Anforderungen, Ziele) wurde eine flexiblere, agilere Anwendung des Projektmanagementkonzepts notwendig. Die starre, oft lehrbuchartige Anwendung des Projektmanagements wurde immer stärker durch eine pragmatischere, flexiblere Herangehensweise abgelöst. Insbesondere das Denken und Handeln in Iterationen, sprich in sich ständig wiederholenden Zyklen, prägt diese Epoche des Projektmanagements. Diese Form des agilen Projektmanagements ist auch im Zusammenhang mit neuen Informationstechnologien (Stichwort Web 2.0) zu sehen. In diesem Kontext wird auch immer häufiger von „Social Project Management“ gesprochen, nämlich indem der Projekterfolg auch wesentlich durch eine intensive und pro-aktive Kommunikation aller beteiligten Stakeholder sicher gestellt wird.
Einschränkend muss aber festgehalten werden, dass sich das agile Verständnis von Projektmanagement hauptsächlich auf den IT- und Technologiebereich beschränkt. In anderen Bereichen wie beispielsweise dem industriellen Projektmanagement oder auch dem Bauprojektmanagement kommen derartige Methoden und Prinzipien nur sehr selten (bis gar nicht zur Anwendung).

ab ca. 2005 ???

Wer traut sich, eine Prognose abzugeben? 🙂

Agiles Projektmanagement mit SCRUM

Der Trend zu „Agile Project Management“ ist in vielen Bereichen unübersehbar. Eine der am häufigsten angewendeten PM Methodiken in diesem Zusammenhang ist SCRUM.

Wenn Sie einen Einblick die Philosophie und Denkmuster hinter SCRUM gewinnen möchten, empfehle ich folgende Präsentation:


Es geht zwar einige Minuten, bis Sie sich durch die vielen Folien durch geklickt haben. Wenn Sie sich für das Thema aber interessieren, denke ich, dass diese paar Minuten gut investierte Zeit sind…

Weiterer Link-Tipp.

Projektizismus und Unwirksamkeit

Dr. Gunter Dueck (Bild) ist ehemaliger Professor für Mathematik, nun Cheftechnologe bei IBM und erfolgreicher Buchautor. Über Jens Schauders Blog bin ich auf einen überaus scharfsinnigen und gehaltvollen Artikel von Gunter Dueck gestoßen: „Projektizismus und Unwirksamkeit“.

Hier können Sie den Artikel im PDF-Format herunter laden.

Darin beschreibt er, wie Projekte und Projektmanagement eben NICHT eingesetzt werden soll und kann, um Verhaltens- und Kulturveränderungen in Unternehmen zu bewirken. Denn allzu oft wird Projektmanagement nach wie vor als „technisch-systematisches“ Instrumentarium gesehen, um Veränderungsprozesse auf den Boden zu bekommen. Und genau dieses Vorgehen ist in den allermeisten Fällen zum Scheitern verurteilt.

Sehr pointiert und praxisnah beschreibt Hr. Dueck einige typische Dummheiten und Sinnlosigkeiten, wie sie tagtäglich zu Hunderten – nein zu Tausenden – in den Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen da draußen stattfinden.

Konkrete Lösungsansätze und Erfolgsprinzipien für Veränderungsprozesse bleibt Mr. Dueck in diesem Beitrag schuldig. Aber oft ist es doch auch schon sehr wertvoll, zu wissen wieder einmal darauf gestoßen zu werden, wie Veränderung definitiv NICHT funktionieren kann.

Link-Tipp: Omnisophie

Prozesse – Projekte – Produkte


Kostenloser Download der Folienpräsentation

Kontinuierliches organisationales Lernen, Innovationsfähigkeit sowie eine leistungsfähige Unternehmensorganisation sind Grundvoraussetzungen für langfristigen Unternehmenserfolg. Folgende Managementdisziplinen sind in diesem Zusammenhang u.a. von entscheidender Bedeutung:

  • Prozessmanagement –> schlanke, effiziente Prozesse, klare Strukturen, Wissensmanagement

Apple schlägt Microsoft

Vor einigen Wochen bin ich ja auf Apple umgestiegen. Ich muss sagen: Ich habe den Umstieg keine Sekunde bereut. An die neue Optik und die etwas andere Bedienung gewöhnt man sich schnell. Die Bedienung der verschiedenen Programme fühlt sich wesentlich schneller und einfacher an.

Und dieses subjektive Gefühl wurde nun bestätigt. Unter dem Titel „Performance-Test: Mac OS X ist schneller als Vista“ steht bei ZDNet u.a. folgendes zu lesen:

– In allen wichtigen Bereichen wie Systemstart, Herunterfahren oder dem Aufrufen von Programmen hat Leopard Vista um Längen geschlagen.
– Die größte Überraschung erlebten die Tester beim Einsatz von Vista auf dem iMac unter der Verwendung von Boot Camp. „Wir fanden heraus, dass Vista auf einem Apple-Computer schneller läuft als auf einem PC.“
– Ein Test von ZDNet hatte im Februar eher durchwachsene Performance-Resultate des SP1 für Vista gezeigt.

Uns so sieht der Unterschied in bewegten Bildern aus 🙂

Kein Wunder, dass sogar Bill Gates auf den Mac abfährt: