Bill Gates – Abschied unter Tränen

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Bill Gates hat sich kürzlich aus dem operativen Geschäft bei Microsoft zurück gezogen. Auf Youtube können Sie Ausschnitte seines – soweit ich informiert bin – letzten „Bill Gates Transition Day“ ansehen.

Es war ein emotionaler und tränenreicher Abschied, wie dieses Video zeigt:

Immer mehr Menschen stehen Microsoft kritisch und skeptisch gegenüber. Bevor ich auf diesen Punkt eingehe möchte ich aber vorab betonen, dass ich größten Respekt vor dem habe, was Gates & Co in den letzten Jahren erreicht haben. Das ist eine wirklich beispielhafte Erfolgsstory. Und in Videos wie dem obigen erkennt man auch, mit wie viel Herzblut sie dieses Vorhaben bis heute betreiben.

Nichts desto trotz gehöre auch ich mittlerweile zum Lager der Microsoft-Skeptiker. Warum? Der wichtigste Grund hierfür ist für mich, dass Microsoft seine dominante Marktposition über Jahre hinweg schamlos ausgenützt hat – auch mit zweifelhaften Mitteln, wie die verschiedenen milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten zeigen.

Was aber vielleicht noch schwerer wiegt: Microsoft ist ein Software-Gigant geworden, der offensichtlich nur noch schwer zu steuern ist – vergleichbar mit einem riesigen Tanker. Einige Indikatoren, die mich zu dieser These verleiten:

– Mit Vista hat Microsoft einen beispiellosen 6-Milliarden-Flop auf den Markt gebracht.
– Im Internet-Geschäft (Suchmaschinen, Werbung etc.) ist Microsoft immer noch nicht mit vorn dabei.
– Die Fehleranfälligkeit und Performance ihrer Produkte ist immer häufiger deutlich schlechter als jene von Mitbewerbern.

Noch bis vor wenigen Jahren war ich davon überzeugt, dass Microsoft den Softwaremarkt über Generationen hinweg dominieren wird. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr so sicher sicher, dass dieses Szenario nicht eintreten wird. Klar, die Kriegskassen bei Microsoft sind prass gefüllt. Und auch heute noch schreibt Microsoft Milliardengewinne. Aber ich halte das Szenario nicht mehr für unrealistisch, dass Microsoft in den nächsten 10 Jahren dramatisch an Bedeutung und Marktanteilen verlieren wird und schließlich von einem Konkurrenten aufgekauft werden wird.

Denn gerade in einer Branche, die sich so rasend schnell weiter entwickelt wie jene, in der Microsoft tätig ist, braucht man hoch veränderungswillige, innovative und lernfähige Mitarbeiter. Meine These ist, dass Google, Apple & Co in diesem Punkt die Nase (weit) vorne haben. Wir werden sehen.

Bill Gates wünsche ich im „Ruhestand“ auf jeden Fall alles Gute. Denn seine sozialen Aktivitäten verdienen Respekt. So muss es sein.

Ein Gedanke zu „Bill Gates – Abschied unter Tränen

  1. dani

    Eine ziemlich harte Prognose für Microsoft, aber angesichts der Indikatoren durchaus realistisch. Aber wer weiss, vielleicht gibt es nach dem Abgang von Bill einige Änderungen (muss es ja fast)…

    Ich bin ja eigentlich bei fast jeder neuen Software erst mal unzufrieden, weil fast alle nicht fertig sind, aber eben doch an den Markt müssen. Aber MS ist wohl einfach Spitzenreiter dabei…

    Es wird auf jeden Fall interessant werden 🙂

    Antworten

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