IT als strategischer Erfolgsfaktor – AUFWACHEN, bitte…
Geschrieben von S. Hagen am 8. August, 2008
Capgemini Consulting veröffentlicht seit 2005 jährlich eine IT Trendstudie – so auch in diesem Jahr (ich habe schon im letzten Jahr darüber berichtet). Führungskräften (insbesondere Top-Manager/innen) und allen, die mit IT zu tun haben oder sich dafür interessieren, möchte ich die aktuelle IT Studie 2008 von Capgemini wärmstens ans Herz legen. Eine wirklich ganz hervorragende Publikation – und kostenlos noch dazu. Was möchte man mehr?
Heute möchte ich auf einen spezifischen Aspekt der Studie eingehen – nämlich die oft mangelhafte Zusammenarbeit und strategische Verzahnung der IT-Abteilung mit der Unternehmensführung und den Fachabteilungen. Denn auch Capgemini kritisiert in der IT Studie, dass die IT-Strategie in den meisten Unternehmen immer noch von den Fachabteilungen getrieben wird. Grundsätzlich sollen natürlich die Anwender/innen in den Entscheidungsprozess intensiv involviert werden, aber sollen sie auch strategische IT-Entscheidungen treiben? Soll die IT-Abteilung und somit auch die IT-Strategie eines Unternehmens von den Fachabteilungen getrieben werden? Ich glaube, das kann wohl kaum das Ziel sein.
Hierzu ein Zitat aus der Capgemini-Studie (S. 14-15):
“An die Stelle des Portfoliomanagements tritt ein vom Tagesgeschäft getriebener Projektplan, die meisten Unternehmen setzen Vorhaben auf, wenn die Fachabteilungen Bedarf anmelden, anstatt proaktiv kommende Anforderungen einzuplanen. Gleichzeitig wird wieder mehr Politik gemacht als früher. Unter diesen Umständen ist es schwer, das IT-Projektportfolio konsequent zu steuern und kontinuierlich an der Standardisierung der Anwendungslandschaft zu arbeiten.”
Genau das erlebe ich sehr häufig in Unternehmen. Und die “armen Hunde” von der IT sind die getriebenen, die kaum Lob für gute Leistungen aber tagtäglich Schelte für ungelöste unlösbare Probleme bekommen. (Drum bin ich übrigens nicht in die IT gegangen, aber das steht auf einem anderen Blatt.
)
Halten wir fest: In vielen Unternehmen fehlt es an einer entsprechend langfristig ausgerichteten IT-Strategie. Die IT wird vielmehr reaktiv eingesetzt, um “Schmerzpunkte” kurzfristig zu lösen.
Gerade hier sehe ich aber eine große Gefahr. Denn gerade der Informationstechnologie wird meines Erachtens in den nächsten Jahren eine noch größere Bedeutung beigemessen werden müssen. Dies wird auch teilweise mit einer (oft dramatischen) Erhöhung der IT Budgets in vielen Unternehmen Hand in Hand gehen müssen. Denn, wie ein aktueller Bericht aus Österreich zeigt: viele IT-Verantwortliche (auch größerer Unternehmen) müssen mit einem jährlichen Budget von unter 70.000 EUR auskommen.
Aber der Knackpunkt besteht wohl häufig darin, dass unsere “Unternehmenskapitäne” häufig – lassen Sie es mich so dramatisch ausdrücken – keinen blassen Schimmer von IT (oder gar deren strategischer Bedeutung für den Unternehmenserfolg) haben. Auch hier gibt es entsprechende Untersuchungen dazu.
Dabei mangelt es sicher nicht an entsprechenden Konzepten, Methodiken oder Lösungen: ITIL, SOA, IT Governance, Business IT-Alignment etc. etc. etc. Wir haben definitiv kein Wissensproblem, sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem. Gleichzeitig mangelt es an IT-Fachkräften – na prost Mahlzeit…
Aber ich bleibe dabei:
- Die Geschäftsleitungen und Führungsetagen in unseren Unternehmen müssen die Chancen und Möglichkeiten der Modernen Informationstechnologie erst einmal verstehen lernen.
- Dann gilt es, pragmatische und auf die Unternehmenspezifika angepasste Lösungen zu entwickeln – Schritt für Schritt. Hier muss die IT vor allem INTEGRATIV betrachtet werden, nämlich vor allem eng verzahnt mit der Unternehmensstrategie, der Organisations- und auch der Personalentwicklung.
- Natürlich müssen dann auch die personellen und finanziellen Freiräume geschaffen werden, um die Konzepte und Strategien entsprechend umzusetzen. Hierbei spielt dann auch das IT Projektmanagement eine zentrale Rolle!
- Und dann heißt’s: HART ARBEITEN. Ende? NIE!










8. August 2008: