Projekt Gesundheitskarte – Debakel vorprogrammiert?

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(Bilderquelle)

Das Projekt Gesundheitskarte gilt als derzeit größtes IT Projekt in Deutschland (Kosten: 1,5 – 1,7 Mrd EUR). Ursprünglich sollte die Karte 2006 flächendeckend implementiert sein, dann 2009, und nun geht man davon aus, dass sie nicht vor 2010 kommen wird. Zudem ist das Gesamtprojekt und dessen Nutzen heftiger Kritik von Seiten der Ärzteschaft und auch anderer wichtiger Anspruchsgruppen (Datenschützer etc. etc.) ausgesetzt.

Dr. Streng von der Parameta Projektberatung sieht im mangelhaften Projektmanagement den Hauptgrund dieses Mega-Debakels. Da ich das Projekt nicht wirklich gut kenne, kann ich über die Ursachen der offensichtlichen Probleme keine wirklich fundierte Einschätzung abgeben. Mir gehen aber angesichts eines weiteren zum Scheitern verdammten Großprojekts folgende Gedanken durch den Kopf:

  • Sind derartige Mega-Projekte überhaupt noch plan- und steuerbar?
  • Wenn innovative, veränderungsintensive Projekte im unternehmerischen Umfeld schon häufig schief laufen, wie möchte man dann erst in derartigen Großprojekten Akzeptanz bei den Ziel- und Anspruchsgruppen erreichen?
  • Kommen wir mit dem klassischen Projektmanagement in solchen Fällen überhaupt noch weiter?

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Ich persönlich habe schon Thesen zu den obigen Fragen. Wie sieht’s mit Ihnen aus? Kommentare herzlich willkommen.

Ergänzende Info: Pressemeldung Parameta Projektberatung (PDF)

3 Gedanken zu „Projekt Gesundheitskarte – Debakel vorprogrammiert?

  1. drupalbennos

    hallo, ich lese deinen blog immer im RSS Feed und bin sehr angetan von deinem Postings.
    zum thema:
    Planbar und steuerbar ist alles. Die Frage ist in welcher Genauigkeit und Tiefe?
    In Unternehmen begegne ich immer wieder einem hohen Zeit und Kostendruck, der zu vielen Zugeständnissen führt, aus denen wiederum an anderen Stellen Probleme entstehen.
    Ich setze kleine und mittler Webprojekte um und mache Controlling in dem Bereich und erlebe die haarsträubendesten Fehlananlysen und Annahmen, was eine der grössten Fehlerquellen ist. Das sind nur zwei Probleme die im Projektmanagement immer wieder entstehen.
    Zu dem Projekt Gesundheitskarte können glaube ich die wenigsten etwas sagen. Aber einige Grundüberlegungen sollten manche wenigsten mal anstellen. Innerhalb einer Jahres solle Tausende Ärzte, wenn nicht alle an das neue System angeschlossen werden. Jeder Arzt benötig eine dauerhafte VPN Verbindung mir ordentlicher Bandbreite. In ländlichen Gebieten schon ein Problem. Die massive Anzahl an Ärzten muss innerhalb eine kurzen Zeitraums angeschlossen werden. Hier sehe ich das nächste Problem. Testing in solchen Grössenordnungen ist fast gar nicht möglich ebenfall ein grosse Problem. Egal wann die Gesundheitskarte kommt. Sie wird uns alle einige Monate massive Probleme bereiten.
    Was ich grundsätzlich nicht verstehe ist, das solche Projekte nicht Step by Step umgesetzt werden, z.B. zuerst im Saarland und dann in Bremen und Hamburg, usw.
    Never ending Story.

    Antworten
  2. Sven

    Vor 6 oder 7 Jahren hatte ich mal einen Termin mit einer Firma, die in diesem Umfeld aktiv war.

    Der Mitarbeiter sagte, ihm hätten Ärztevertreter ganz offen gesagt, dass sie die Gesundheitskarte nicht wollen und „das aussitzen werden“.

    Jedes Projekt kann gegen die Wand gefahren werden, wenn eine beteiligte Partei es torpediert.

    Antworten
  3. dietmarkrause

    Ich habe ein wenig über das Projekt Gesundheitskarte recherchiert und in meinem Blog http://dietmarkrause.wordpress.com/ einiges dazu geschrieben. Das Problem scheint mir die Möglichkeit des Datenmißbrauches zu sein. Etwas derartiges hat es in den USA in einem ähnlichen Fall bereits gegeben.
    Übrigens: Toller blog!

    Dr. Krause

    Antworten

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