Projektkultur – Was ist das eigentlich?
Geschrieben von S. Hagen am 17. Oktober, 2008
Der geniale Winfried Berner schreibt auf seiner Seite umsetzungsberatung.de zum Thema Unternehmenskultur folgendes:
“Kultur macht einen Unterschied – nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch in harten betriebswirtschaftlichen Zahlen.“
Sollte da was Wahres dran sein – und ich bin davon überzeugt – dann ist die Kultur natürlich auch im Projektmanagement von Bedeutung. Ich würde sogar sagen, im Begriff der Projektkultur (oder auch Projektmanagementkultur) konzentrieren sich alle zentralen Erfolgsfaktoren des Projektmanagements.
Was könnte das konkret bedeuten? Woran kann man erkennen, wenn ein Unternehmen über eine “reife” Projektkultur verfügt? Ich wage mal einige Ansätze. Die Projektkultur eines Unternehmens ist gut, wenn…
- nur die wirklich wichtigen und richtigen Projekte gemacht werden,
- die Geschäftsleitung auch voll und ganz hinter diesen wirklich wichtigen Projekten (und ihren Leiter/innen) steht,
- Projekte auch mal abgebrochen oder zurück gestellt werden, wenn sich herausstellt, dass sie aus irgendwelchen Gründen derzeit nicht umsetzbar sind,
- Projektleiter/innen im Rahmen des Projektauftrags selbständig entscheiden können,
- es attraktiv und karriereförderlich ist, sich als Projektleiter/in zu bewähren,
- neben den Projektleiter/innen und den Teammitgliedern auch das Management regelmäßige Trainingsmaßnahmen durchläuft,
- auch mal Fehler gemacht werden dürfen (oder sogar sollen),
- gemachte Fehler aber ausreichend reflektiert werden (Lessons Learned),
- in den frühen Projektphasen ausreichend Energie, Geld und Zeit in die Planung von Projekten investiert wird,
- Besprechungen nur dann gemacht werden, wenn sie auch wirklich Sinn machen,
- Besprechungen ausreichend vorbereitet, professionell moderiert und auch nachbereitet werden UND
- wenn all die oben genannten Punkte eine absolute Selbstverständlichkeit für alle Beteiligten darstellen.
Die Liste ließe sich beliebig erweitern.
Nochmal: Solche Projektkulturen wirken sich nicht nur positiv auf das “Klima” sprich die weichen Faktoren aus, sondern sie sind auch die Grundlage für langfristigen Projekt- und Unternehmenserfolg, also für die harten Faktoren.









17. Oktober 2008: