Breites vs. enges Denken und Handeln in Projekten
Geschrieben von S. Hagen am 17. Mai, 2009
Derzeit lese ich den Kreativitäts-Bestseller “Kribbeln im Kopf” von Mario Pricken. In Summe ein sehr überzeugendes Konzept, auch für Nicht-Kreative wie mich.
Auf S. 1 des Buches beschreibt Mario Pricken einen typischen Ideenfindungsprozess. Diesen Prozess unterteilt er in folgende 4 Phasen:
1) Briefing und Zielfindung
2) Ideenfindung
3) Ideenentwicklung und Ideenauswahl
4) Umsetzung
Pricken propagiert hierbei die strikte Trennung der einzelnen Phasen. Wir Projektmanager würden dazu sagen, dass er für klare Meilensteine zwischen den Phasen eintritt, anlässlich derer über den weiteren Verlauf des Projekts entschieden wird (Stop-or-Go).
Grafisch sieht dieser Prozess dann folgendermaßen aus:

Was mir an dem Modell sehr gut gefällt ist das Wechselspiel zwischen breitem und engem Denken und Handeln (so würde ich es bezeichnen). Denn dieses Prinzip kann auf sehr viele Projektarten umgelegt werden.
- In frühen Phasen eines Projekts geht es darum, möglichst viele relevante Informationen zusammen zu tragen (breit) und auf eine klare, messbare und sinnvolle Zielformulierung zu komprimieren (eng). Hierbei gilt es auch zu beachten, dass “gute Ziele” in der Regel lösungsneutral sind (Trennung von Zielen, Lösungen und Umsetzung).
- Planung kann auch als das “Generieren von Alternativen” bezeichnet werden. Genau dies erfolgt in der nächsten Phase. Ausgehend von klaren Zielen (eng) sollen möglichst viele gute Lösungsvarianten entwickelt werden (breit).
- Diese Lösungsvarianten gilt es, in der nächsten Phase zu verifizieren und weiter zu entwickeln. Schlussendlich ist klar, welche Variante umgesetzt wird. Bis zu diesem Meilenstein geht es primär um effektive Teamarbeit (“Die richtigen Dinge tun.”).
- In der Umsetzung liegt der Schwerpunkt auf effizientem Handeln.
Dieser Ablauf kann sich in Projekten mehrfach wiederholen (nach dem Iterationsprinzip, wie es auch in agilen Projektmanagementansätzen gelebt wird).
In Summe ein ziemlich triviales und logisches Vorgehensmodell. Aber genau darum ist es so wirkungsvoll!
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17. Mai 2009:
Diese Methode erinnert mich an die streng durchstandardisierte Methodik des “Brainstore”, dieser Schweizer Firma, die nichts anderes macht, als auf Auftrag Ideen für andere Firmen zu produzieren. Da ist es auch ganz wichtig, dass ein Brainstorming nicht mit anderen Phasen wie der Ideen-Feinauswahl vermangelt wird. Und das scheint in der Praxis gut zu funktionieren. Ich habe mit dieser Firma übrigens nichts am Hut, habe aber das Buch einer der Firmengründerinnen “Die Ideenmaschine” sehr erhellend gefunden.