Grundhaltungen
Geschrieben von S. Hagen am 29. September, 2009
Eines jener Bücher, aus denen ich viele praktische Anregungen für das effektive Management von Projekten ziehen konnte, ist “Führen, Fördern, Coachen” von Hableitner/Deistler/Ungvari. Das Taschenbuch kostet lediglich 10 EUR, eine sehr gute Investition.
Besonders gut gefällt mir u.a. das Kapitel “Grundhaltungen“. Denn ich bin davon überzeugt, dass eine positive, menschenzentrierte Haltung einen der größten “Hebel” darstellt, um Potenziale bei Menschen, Teams und Organisationen freizusetzen. Hier ein Vorschlag einer solchen Grundhaltung (vgl. Hableitner/Deistler/Ungvari S. 66ff):
Empathie: Unter Empathie versteht man nicht-wertendes, einfühlendes Verstehen. Denn eines muss uns klar sein: Jeder von uns handelt auf der Basis seines Selbstbildes, das Zeit unseres Lebens durch Erfahrungen “gespeist” wurde. Wir alle sind bestrebt, unser Selbst immer wieder zu bestätigen. Wenn eine Führungskraft versteht, dass menschliches Verhalten nur die logische Konsequenz unseres Selbstbildes darstellt, dann wird vieles klarer.
Akzeptanz bedeutet die nicht an Bedingungen gebundene Wertschätzung des/der Anderen mit all seinen/ihren aktuellen Möglichkeiten, Fähigkeiten und Grenzen.
Kongruenz bedeutet Authentizität, Echtheit und Stimmigkeit. Eine kongruente Führungskraft muss nichts vorspielen, die Wort- und Gefühlsebene sind deckungsgleich. Allerdings ist Kongruenz nicht als Aufforderung zu verstehen, immer alles ungefiltert zu sagen, was man denkt oder fühlt. Das, was man sagt, sollte aber “echt” und ehrlich sein (“selektive Authentizität”).
Zutrauen: Mit Wertschätzung akzeptiert eine Führungskraft die momentanen Fähigkeiten. Gleichzeitig traut er/sie aber dem/der Anderen auch zu, dass Fähigkeiten weiter ausgebaut und Potenziale genützt werden können.
Neugierde auf die “Welt” des/der Anderen: Die subjektive Wirklichkeit unserer Mitmenschen ist gleich richtig oder falsch ist wie unsere eigene. Gute Führungskräfte sind jedoch neugierig, mehr über die “Welt” des/der Anderen zu erfahren und zu verstehen.
Manche unter Euch werden sich jetzt vielleicht denken: “Das klingt zwar ganz nett, in der realen Welt ist so etwas doch nicht umsetzbar. Da braucht es richtige Manager/innen, keine Sozialromantiker.” Ich bin der Ansicht, dass die wirklich guten und erfolgreichen Manager/innen eben genau auf der Basis einer solchen Grundhaltung führen! Denn eine menschenzentrierte Grundhaltung zu haben spießt sich nicht damit, in seiner Führungsrolle bei Bedarf auch klare Vorgaben zu machen oder unpopuläre Entscheidungen zu treffen.








29. September 2009: