Radikale Dezentralisierung – die Netzwerkorganisation.
Geschrieben von S. Hagen am 10. Januar, 2010
THESE: “Einer der Hauptgründe für schlechte Projektergebnisse liegt in der unzeitgemäßen strukturellen Gestaltung von Unternehmen.”
Nach wie vor sind die meisten Organisationen nach tayloristisch-hierarchischen Prinzipien strukturiert. Klare Zuständigkeiten, klare Ordnung, klarer Rahmen. Zugegebenermaßen gab es Zeiten, in denen Hierarchien gut funktioniert haben. Diese Zeiten waren aber geprägt von Massenproduktion, wachsenden aber gut steuerbaren Märkte, überschaubaren technologische Herausforderungen und einem relativ niedrigen Ausbildungsstandard bei Mitarbeitern. Aber diese Zeiten sind aber vorbei – ENDGÜLTIG!
Es ist teilweise schon kurios zu beobachten, dass in Unternehmen nach wie vor unbeirrt an den Organisations- und Führungsprinzipien festgehalten wird, die aus einer völlig anderen Zeit stammen. Noch schlimmer: Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten (wie jetzt) hat man den Eindruck, dass vielversprechende Weiterentwicklungen in der Organisation und Führung von Unternehmen in kürzester Zeit wieder über Bord geworfen werden. Zurück zum (vermeintlich) Bewährten. Ein fataler Fehler.
Niels Pfläging, erfolgreicher Buchautor und Berater, bringt es in diesem Vortrag auf den Punkt. Schaut euch den 10-minütigen Zusammenschnitt an, es lohnt sich:
KONSEQUENZEN sind u.a.:
- Organisation und Führung von Unternehmen hängen untrennbar miteinander zusammen.
- Wir müssen und endgültig vom hierarchischen Organisations- und Führungsprinzip verabschieden. Hierarchien führen zu toten, bürokratischen Organisationen.
- Hierarchien machen Spitzenleistungen in Projekten häufig unmöglich. Sie lähmen Projektteams und führen die Vorteile von Projektmanagement ad absurdum.
- In der flexiblen, selbstorganisierten Netzwerkorganisation liegt die Zukunft (Projektteams, Prozessteams, Innovationsteams…).
- Selbstorganisierte Netzwerkorganisationen basieren auf gemeinsamen Werten, Prinzipien und Regeln. Sie agieren NICHT chaotisch.
- In Netzwerkorganisationen wird Führung so dezentral wie möglich organisiert. Geführt wird dort, wo das Wissen in der Organisation ist.
- Netzwerkorganisationen planen agil, unternehmerisch und mit Hausverstand. Es gibt auch längerfristige Strategien und Pläne, aber die beschränken sich auf das tatsächlich Planbare.
- Es gibt keine Patentrezepte in der Unternehmensorganisation. Aber es gibt Prinzipien und Werte, die einzuhalten sind.
LITERATUREMPFEHLUNGEN:
- Niels Pfläging: Die 12 neuen Gesetze der Führung.
- Fredmund Malik: Strategie des Managements komplexer Systeme.
- Fritz B. Simon: Einführung in die systemische Organisationstheorie.
- Peter F. Senge: Die fünfte Disziplin.
Und noch ein interessantes Video des genialen Prof. Kruse:
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11. Januar 2010:
Holla die Waldfee. Diese These kann ich vollund ganz unterstützen. So wird sich meiner Meinung nach in Zukunft nur die Organisation durchsetzen (im Wettbewerb), die über ausreichend Flexibilität und Agilität verfügt. Hier kommt nach heutiger Sicht einzig und alleine nur die Netzwerkorganisation in Betracht. Denken viele hierbei nur an die Aufbauorganisation, so stelle ich auch die Behauptung auf, dass man sich in Zukunft von den geliebten Standard-Unternehmensprozessen verabschieden, darf um auch hier netzwekrbasierende Unternehmensprozesse zu etablieren, um den steigendend und vor allem auch wechselnden Anforderungen von Kunden und Markt gerecht zu werden.