Erfolgreiche Projektmanager/innen – Was müssen sie können?

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Bei CIO.com bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen, bei dem 6 Eigenschaften beschrieben werden, die ein/e gute/r Projektmanager/in haben sollte. Diese sind:

1) Er/sie hat Weitblick.

2) Er/sie ist gut organisiert.

3) Er/sie weiß, wie Mitarbeiter/innen modern geführt werden.

4) Er/sie ist ein/e gute/r Kommunikator/in.

5) Er/sie ist pragmatisch.

6) Er/sie ist empathisch.

Details zu den Punkten findet Ihr im CIO-Artikel.

Grundsätzlich teile ich die Meinung der Autorin Meridith Levinson. Um folgende Gedanken möchte ich die oben genannten Fähigkeiten ergänzen:

  • Eine PM Zertifizierung macht keine/n gute/n Projektmanager/in aus. Allerdings schadet’s auch nicht, wenn er/sie die oben skizzierten Fähigkeiten als Grundvoraussetzung hat.
  • In der obigen Liste fehlt mir noch, dass er/sie lernfähig und selbstreflektiert sein sollte. Das ist überhaupt eine Grundvoraussetzung jeder wirkungsvollen Führungskraft.
  • Es geht um „Können“, nicht um reines „Wissen“. Es gibt Projektmanager/innen, die zwar sehr viel wissen aber die „PS nicht auf den Boden bringen“, sprich nicht die notwendigen Führungskompetenzen mitbringen.

Zum letzten Punkt eine kleine persönliche Anekdote: In meiner Dozententätigkeit an der Fachhochschule Vorarlberg und diversen anderen Bildungseinrichtungen diskutiere ich mit den Studierenden und Kursteilnehmer/innen, wie Projektmanagement in Theorie und Praxis „funktioniert“. In jedem einzelnen Projekt, das ich dann operativ selbst führe oder begleite, wird mir wieder aufs Neue bewusst, dass Wissen leider nicht Können bedeutet. Was ich damit sagen möchte: Über gutes und richtiges (Projekt)Management zu philosophieren ist das eine, es in der Praxis gut und richtig zu TUN, ist das andere. Erstgenanntes ist (leider) wesentlich einfacher… 🙂

6 Gedanken zu „Erfolgreiche Projektmanager/innen – Was müssen sie können?

  1. Gregor Meder

    Da stimme ich in allen Punkten zu.
    Doch möchte ich den Erfahrungen aus der Dozententätigkeit hinzufügen, dass ich immer mal wieder in Weiterbildungskursen zum Thema PM von meinen TeilnehmerInnen höre, dass PM so erläutert ja ganz schön klinge und in der Praxis ja alles ganz anders sei. Ich denke, dass das Wissen schon eine wichtige Voraussetzung für das Können ist.
    Wenngleich, es -wie ja gesagt- nicht ausreicht allein beim Wissen stehen zu bleibe.
    Der Erwerb von Fertigkeiten kann auf verschiedenen Wegen stattfinden; sicherlich geht es auch über das Erfahrungslernen. Im Bereich PM scheint mir das ein sehr langwieriger Prozess zu sein; ausgehend vom Wissenserwerb lässt sich Können effektiver professionalisieren.
    Insofern würde ich den Erwerb von wie auch immer gearteten PM-Zertifikaten doch von „kann nicht schaden“ zu „ist eine gute Voraussetzung“ heraufstufen.

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  2. corporatecloud

    Dem stimme ich voll und ganz zu. Oftmals ist es jedoch auch leider so, dass ein Mangel an Empathie und Weitblick, durch eine Unzahl von technokratischen Methoden aber auch Fachwissen kompensiert (verschleiert) wird.

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  3. Nina Braschler

    Gute Zusammenfassung, danke. Diese Liste lässt sich aber sicher noch mit einigen Punkten ergänzen. Offenheit, Ehrlichkeit und Flexibilität ist beispielsweise ebenfalls zentral für die erfolgreiche Projektabwicklung.
    Ebenfalls möchte ich Gregor Meder zustimmen, dass ein PM Zertifikat eine gute Voraussetzung für Projektleiter ist.
    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist gross ja, schlussendlich wächst ein Projektleiter mit den gemachten Erfahrungen. Und auf Grund der Erfahrung kann ein Projekleiter immer besser entscheiden, ob die gelernte Theorie so für ihn einsetzbar ist oder nicht.

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  4. UK

    Ich stimme dir auch voll und ganz zu. Eine gute Ergänzung zu den CIO-Punkten.
    Vor allem, dass Wissen nicht Können bedeutet, sollte eigentlich jedem aus seiner/m Ausbildung/Studium bekannt sein. Wenn ich mich z. Bsp. an meine Mathe-Vorlesungen erinnere… zu wissen was z. Bsp. theoretisch eine Differenzierung ist, heißt noch lange nicht, dass man auch tatäschlich eine Ableitung berechnen kann.
    Allerdings gilt auch das umgedrehte. Man kann gewisse Techniken oder Prinzipien verinnerlicht haben, fehlt es einem jedoch an Theoriewissen, also an dem Wissen über die Zusammenhänge und Grundlagen und fehlt es einem zusätzlich noch an der nötigen Selbstreflektion, kann man sich nicht weiter entwickeln und bleibt in dem ein mal gelernten stecken.

    Interessant finde ich auch die Frage:
    Sollte man bspw. den zu führenden Mitarbeitern offensiv zeigen, wo man Dinge (auch sich selbst) reflektiert, hinterfragt und vielleicht neu beurteilt. Wo man aktiv neue Wege geht, weil man sich vielleicht nicht mehr sicher ist ob die alte Einstellung noch zeitgemäß ist?
    Oder sollte man als „Chef“ immer souverän, direkt, kontrolliert und von sich überzeugt sein, um auch entsprechend akzeptiert zu werden?
    Schließlich kann aktives und kommuniziertes Reflektieren auch als Schwäche interpretiert werden.

    Ich habe das auf der Arbeit bei einem Consultant erlebt, der aus einem Meeting mit einem Kollegen erzählte. Dieser hat sich in dem Meeting scheinbar derart schlecht verkauft, dass er sich auf seinen Zettel schrieb „Ich kann nichts, Ich weiß nichts, Ich bin nichts“. Er ist also der Meinung, man muss sich entsprechend verkaufen.
    Sprich: Mit Schwächen und dem eingestehen von Schwächen muss man vorsichtig umgehen…

    Bei diesem Thema bin ich sehr zwiegespalten, da ich jemand bin der versucht sein Handeln zu reflektieren und zu analysieren wie und warum man auf eine gewisse Art und Weise auf einen Kollegen reagiert hat.

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  5. Docster

    Nur kurz meine 2 Cent zum Thema.

    Die Unterscheidung zwischen „Wissen“ und „Können“ erscheint mir zu einfach.
    Ohne Wissen gibt es kein Können, es sei denn, Projektleiterqualitäten wären vererbt.

    Die treffendere Unterscheidung ist doch wohl vielmehr zwischen „theoretisch erlerntem Wissen“ und „angewandtem Wissen“.
    Letzteres ist der ausschlaggebende Punkt, welcher gute von mittelmäßigen und schlechten Projektleitern unterscheidet.

    Man sollte bei alledem nicht aus den Augen verlieren, dass auch schlechte Projektleiter erfolgreich sein können 😉

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