Agiles oder klassisches Projektmanagement? Oder eine Kombination?
Geschrieben von S. Hagen am 31. Januar, 2010

Oliver Fischer (Bild, Software Engineering Blog) hat mich auf eine Projektmanagement Studie von “oose. Innovative Informatik” aufmerksam gemacht. Ich kenne oose schon länger und bin davon überzeugt, dass es sich hier um ein überaus innovatives, erfolgreiches und gut geführtes Unternehmen handelt. Aber das nur nebenbei…
Einleitend möchte ich festhalten, dass die Unsitte seit einiger Zeit um sich gegriffen hat, in jeder zweiten Pressemeldung eine ach so wichtige und aussagekräftige “Studie” anzukündigen. Ein großer Teil dieser “Studien” wurde aber auch nicht annähernd nach den Qualitätskriterien einer empirischen Untersuchung erstellt. NICHT SO IN DIESEM FALL.
Für die Qualität und Aussagekraft der vorliegenden Untersuchung spricht aus meiner Sicht, dass
- die Studie von einem sehr professionellen und vertrauenswürdigen Unternehmen erstellt wurde,
- das empirische Vorgehen transparent dargelegt wird,
- dieses Vorgehen fundiert und gut durchdacht erscheint und
- dass aufgrund der Unterstützung durch große PM Institutionen vermutet werden kann, dass der Zugang zu Unternehmen gelegt werden konnte, die zu dem Thema “auch wirklich etwas zu sagen haben”.
Darüber hinaus wurde aus den 212 eingereichten Fragebögen nach einer durchlaufenen Plausibilitätsprüfung nur 130 für die Ergebnisauswertung heran gezogen.
Nun aber zu den Zielen und Ergebnissen der Studie. Folgende Zielsetzungen wurden am Beginn formuliert:
1) Gibt es signifikante Unterschiede darin, wie klassische und agile Projekte arbeiten?
2) Was können agile und klassische Projekte voneinander lernen?
3) Welche Verfahren tragen zum Projekterfolg bei?
Das zentrale Ergebnis, das in der Fachwelt gerne ausgiebig diskutiert und kritisch hinterfragt werden darf und soll: AGILE PROJEKTE SIND SIGNIFIKANT ERFOLGREICHER ALS KLASSISCHE PROJEKTE!
Mir erscheint wesentlich, dass laut oose nicht das gewählte agile Vorgehensmodell erfolgsentscheidend ist, sondern die Art und Intensität der Kommunikation zwischen Kunden und Entwickler-Teams. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass hier der wirkliche Schlüssel zu hocheffektiven und selbstorganisierten Projektteams liegt. Oder in der Terminologie des agilen Manifests:
INDIVIDUALS AND INTERACTIONS over processes and tools.
That’s the key. For sure!
DOWNLOAD: Hier könnt Ihr die Studienergebnisse direkt bei oose herunter laden.
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31. Januar 2010:
Meinen Erfahrungen nach ist auch die Kommunikation im Projekt entscheidend. Ob sich eine gute Kommunikation entwickeln kann, hängt stark von den grundsätzlichen Werten ab, die die Projektbeteiligten teilen. Diese Wertediskussion ist ein wichtiger Bestandteil von agilen Prozesse.
Ohne Werte wie Offenheit, Fokussierung, Committment, Mut und Vertrauen kann eine enge Interaktion zwischen den Projektbeteiligten nur schwer gelingen.
Fehlt Vertrauen und Offenheit, dann werden Dokumente und Prozesse wichtig. Dies ist jedoch bereits ein Indiz, dass das Projekt scheitert. Wenn dann schließlich die Verträge geprüft und genau interpretiert werden müssen, dann kann man das Projekt im Allgemeinen als gescheitert betrachten und man arbeitet bereits an Schadensbegrenzung.