Archiv für den Monat: April 2010

Verhalten der Linienführungskräfte im Projektmanagement

In den meisten Unternehmen herrscht nach wie vor eine funktional-hierarchische Organisationsstruktur vor – oder zumindest dominiert diese Strukturierungsform. Bereiche, Abteilungen und Stellen gehören wie selbstverständlich zum Unternehmen.

Projektteams setzen sich zumeist aus Mitarbeiter/innen verschiedener Bereiche oder Abteilungen zusammen. Entsprechend sind auch mehrere Linienvorgesetzte direkt oder indirekt involviert. Meine These: Diese Führungskräfte tragen erheblich zum Gelingen von Projekten bei, doch häufig fehlt es gerade auf dieser Ebene an PM-Verständnis.

Mit der aktuellen Blitzumfrage wollte ich wissen, ob sich diese These mit Euren praktischen Erfahrungen deckt. Hier das Zwischenergebnis nach 58 Rückmeldungen:

© PM-Blog.com, 2010

Es ist nicht wirklich überraschend, dass lediglich ca. 19 % der Befragten das Verhalten der Führungskräfte in ihrem Unternehmen im Zusammenhang mit Projektmanagement als gut oder sehr gut einschätzen. In der überwiegenden Anzahl der Unternehmen wird das Verhalten als „mittelmäßig“ eingeschätzt bzw. es sind große Unterschiede im Führungsverhalten vorhanden. In meines Erachtens alarmierenden 34 % der Fälle scheint das Management den Erfolg von Projekten jedoch durch sein Verhalten unmittelbar zu gefährden und negativ zu beeinflussen.

Was sind typische Beispiele von fehlerhaftem Verhalten in der Linie?

  • Unklare Aufträge, kaum klare Zielvorgaben.
  • Die Projektteams werden direkt oder indirekt gezwungen, den Best-Case zu planen. Wenn dieser dann nicht eintritt, wird das Team oder der/die Leiter/in verantwortlich gemacht.
  • Machtspiele und Zielkonflikte werden auf dem Rücken der Projektleiter/innen ausgetragen.
  • Es werden viel zu viele Projekte gleichzeitig durchgeführt.
  • Die Ressourcen werden bewusst permanent überlastet.
  • Teammitglieder werden für das Projekt nicht ausreichend von den Linientätigkeiten freigestellt.
  • Die Verantwortung für den Projekterfolg wird dem/der Projektleiter/in übertragen. Gleichzeitig haben diese aber kaum Entscheidungskompetenz.
  • Notwendige Entscheidungen werden nicht oder zu spät getroffen.
  • Es wird ein übertriebenes Berichtswesen und Projektcontrolling eingefordert.
  • Inhalte und Ziele werden laufend geändert, ohne die Termin- und Budgetziele entsprechend anzupassen.
  • Die Projektteams werden direkt oder indirekt gezwungen, den Best-Case zu planen. Wenn dieser dann nicht eintritt, wird das Team oder der/die Leiter/in verantwortlich gemacht.

Die Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen.

Lösungsansätze? Mir fallen spontan 3 wichtige Punkte ein:

  1. Bei abteilungs- und bereichsübergreifenden Projekten beauftragt das Top-Management das Projektteam. Abteilungskonflikte und mangelhaftes Führungsverhalten in der Linie muss von hier gesteuert werden (durch aktives Vorleben, einfordern, negative Auswirkungen aufzeigen…).
  2. Die beteiligten Führungskräfte sollten insbesondere während der Initiierung und Planung von Projekten eingebunden werden (oder zumindest müssen sie gut informiert sein).
  3. Das Linien-Management gibt zwar Ziele und Rahmenbedingungen vor, es „funkt“ aber nicht ständig ins Projekt. Das Projektteam sollte selbstverantwortlich agieren können – unter Einhaltung der gemeinsam vereinbarten Spielregeln (wie ausreichendes Reporting…).

Fallen Euch weitere Punkte ein?

Blitzumfrage 21: Einfluss der Linie

Die Linien- oder Stammorganisation hat in der Regel einen erheblichen Einfluss auf den Erfolg von Projekten. Präziser formuliert: Das Verhalten der Linien-Führungskräfte!

Bücher für Vorausdenker und Veränderer

Projekte haben immer häufiger fast immer mit Veränderung, Wandel und Innovation zu tun. Entsprechend benötigen erfolgreiche Projektmanager/innen mehr als nur ein Basiswissen, wie Veränderungsprozesse gestaltet und geführt werden können.

Ich möchte heute einige Bücher vorstellen, die mich in den letzten Jahren inspiriert, angeregt und teilweise aufgeweckt haben:

Re-Imagine von Tom Peters: Spätestens mit dem Weltbestseller „In Search of Excellence“ ist Ex-McKinsey-CEO Tom Peters in die Liga der Top-Management-Gurus aufgestiegen. Umso überraschter (im positiven Sinne) war ich, als ich Re-Imagine das erste Mal in Händen hielt. Das Buch ist laut geschrieben, es weckt auf, es fordert zum Umdenken auf und es ist unkonventionell. Einfach nur großartig.

REWORK von Jason Fried und David Heinemeier Hansson: Die beiden 37signals-Gründer beschreiben in beeindruckender Klarheit die „DNA“ zukünftiger Erfolgsunternehmen. Erfrischend und aufmunternd.

Musterbrecher von Wüthrich/Osmetz/Kaduk/Mitgutsch: Wie muss Führung im 21. Jahrhundert gestaltet sein? Genau so!

Die 12 neuen Gesetze der Führung von Niels Pfläging: Der Beyond-Budgeting-Experte Pfläging plädiert für ein teilweise radikal neues Führungsverständnis. Ein wichtiges und richtiges Buch!

Business Model Generation von Alex Osterwalder und Yves Pigneur: Die Business Modelling Philosophie und Methodik von Osterwalder und Pigneur zählt zu dem Besten, was aus meiner Sicht derzeit im Bereich der strategischen Unternehmensplanung und -führung auf dem Markt ist. Habe das Buch erst gestern erhalten, bin aber nach der Lektüre der ersten 50 Seiten schon begeistert. Erste Einblicke ins Business Modelling gibt’s hier.

Führen, fördern, coachen von Haberleitner/Deistler/Ungvari: Eines meiner Lieblingsbücher wenn es darum geht, praktische und handfeste Anregungen für die tagtägliche Führungsarbeit in Projekten (und anderswo) zu bekommen. Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.

Spuren statt Staub von Förster&Kreuz: Wirtschaft, die Sinn und auch Spaß macht. Ist das möglich. JA, behaupten Förster&Kreuz. Ein tolles Buch.

OE-Prozesse initiieren und gestalten von Walter Häfele: Ein Klassiker im Bereich der systemischen Organisationsentwicklung. Praxisnah, fundiert und verständlich geschrieben. Eine Pflichtlektüre für alle, die mit Veränderung in Unternehmen zu tun haben.

Strategie des Managements komplexer Systeme von Fredmund Malik: Eine ansprechende Lektüre, aber meines Erachtens nach wie vor ein Grundlagenwerk im Bereich der Managementkybernetik und systemischen Managementlehre.

PMTV001 – Trends im Projektmanagement

Vergangene Woche haben Bas und ich die erste offizielle Episode von Projektmanagement TV aufgezeichnet. Wir haben uns zum Thema „PM 2015 – Trends und Entwicklungen im Projektmanagement“ unterhalten.

Ich habe die Thesen, die in dem ca. 10-minütigen Video vorkommen, kurz in einem MindMap zusammen gefasst:

 

Klar ist eines: Wir haben das Thema in dem Gespräch nur angekratzt. Deshalb würden wir gerne auf Euer Wissen, Eure Erfahrungen und Eure Hypothesen zurück greifen. Bitte ergänzt und adaptiert dieses Mindmap nach belieben – wir sind schon gespannt!

Natürlich sind aber auch Inputs via Blog-Kommentar herzlich willkommen!

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals für die vielen Themenvorschläge und positiven Rückmeldungen bedanken, die Ihr uns in den letzten 2 Wochen zugeschickt habt! Wir werden versuchen, die Themen schrittweise „abzuarbeiten“.

Umfrage: Erfolgsfaktoren im Projektmanagement

Mein geschätzter Blogger-Kollege Eberhard Huber führt derzeit eine interessante Umfrage zum Thema „Erfolgsfaktoren im Projektmanagement“ durch. Wenn Ihr an der Studie teilnehmt könnt Ihr

  • später die Ergebnisse erhalten und
  • gleichzeitig auch noch an einem Gewinnspiel teilnehmen (Amazon Gutscheine etc.).

Würde mich freuen, wenn möglichst viele Leser/innen an der Umfrage teilnehmen!

Karte für VLOW!10 zu gewinnen

Festspielhaus Bregenz

NEUE KOOPERATIONSMODELLE ZWISCHEN KOMMUNIKATION, DESIGN UND ARCHITEKTUR

„Erzählende Räume“ ist das Thema der VLOW!10. Nach dem großen Erfolg von 2008 findet der internationale Kongress für Architekten und Kommunikations-Designer vom 22. bis 24. April 2010 zum zweiten Mal im Festspielhaus Bregenz statt. Der PROJEKTMANAGEMENT BLOG verlost eine Eintrittskarte!

Die VLOW!10 bringt Fachleute aus Architektur, Grafik- und Industrie-Design sowie Werbung und Marketing zusammen. Der Kongress zeigt Modelle branchenübergreifender Zusammenarbeit und fördert neue Netzwerke. Am 22. April präsentieren Studierende von sieben Hochschulen beim VLOW!Award herausragende Nachwuchsarbeiten.

Das diesjährige Kongress-Thema lautet „Erzählende Räume“. Es geht um das Zusammenspiel von Architektur und Information, zum Beispiel bei der Gestaltung von Museen und Ausstellungen, bei der Positionierung von Marken auf Messen und im Verkauf sowie bei Orientierungs- und Leitsystemen.

Auch für die VLOW!10 holen die Organisatoren wieder Top-Referenten nach Bregenz. So hat Shohei Shigematsu, Leiter der amerikanischen Niederlassung des bekannten Architekturbüros OMA von Rem Koolhaas, sein Kommen zugesagt. Peter Heintel wird 2010 den Eröffnungsvortrag zum Thema „Spiele und Regeln in erfolgreichen Kooperationen“ halten. Der Philosoph bekam auf der VLOW!08 die besten Bewertungen der Teilnehmer. Unter den Referenten sind außerdem Barbara Holzer vom Schweizer Büro HolzerKobler und Kommunikations-Designerin Laurence Madrelle aus Paris.

Am Samstagvormittag steht der Open Space auf dem Programm. Dabei kann jeder im Plenum ein Thema vorstellen, über das er diskutieren möchte. Im Anschluss treffen sich die Kongressteilnehmer in Gruppen zu Diskussionen über die verschiedenen Themen. Open Space bietet die Möglichkeit, die eigene Profession vorzustellen, Erfahrungen auszutauschen und neue Partner zu finden.

Aktuelle Informationen zur VLOW!10 gibt es auf der Homepage www.vlow.net. Die VLOW!-Community tauscht sich außerdem über einen Blog und Facebook (www.facebook.com/vlow.net) sowie über Twitter (http://twitter.com/vlownet) aus.

Wie könnt Ihr am Gewinnspiel teilnehmen?

Schickt so rasch wie möglich eine formlose e-Mail an gewinnspiel@pm-blog.com. Einsendeschluss: Mittwoch, 14.4.2010, 20 Uhr. Wir werden dann umgehend die Verlosung durchführen und den/die Gewinner/in informieren.