Archiv für den Monat: Mai 2010

Blitzumfrage 22: Herausforderungen im Projektgeschäft

Projekte zum Erfolg zu führen ist eine anspruchsvolle Führungs- und Managementaufgabe. Heute würde mich interessieren, welche der genannten Herausforderungen für Euch am wesentlichsten sind. Wenn Euch etwas Wichtiges fehlt, schreibt bitte einen kurzen Kommentar!

PM Prozesse und Vorgehensmodelle

Der treue PM Blog Leser Marc Vahlefeld hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Konzept der „Projektprozesse“ aus der aktuellen DIN Norm (DIN 69901-5:2009) gestrichen wurde. Die Information hierzu geht auf einen aktuellen Blogbeitrag von Andreas Heilwagen zurück. Andreas, danke an dieser Stelle für Deine immer wieder hervorragenden Recherchen und Inputs!

Zurück zum Thema: Bislang wurden Projektmanagementprozesse und Projektprozesse folgendermaßen differenziert:

Details zu dem Thema könnt Ihr hier, hier und hier nachlesen.

WAS NUN?

Nur keine Panik – wir können natürlich auch gut auf den Begriff Projektprozess verzichten. Denn schlussendlich haben eh nur Methodiker und Theoretiker den Unterschied zwischen PM Prozessen und Projektprozessen gekannt und thematisiert. Stattdessen habe ich folgenden Vorschlag für ein zukünftiges Begriffsverständnis und eine praktische Umsetzung:

1) PM Prozess

Mein persönliches Verständnis des PM Prozesses basiert auf dem „altbekannten“ Deming Cycle.

Der Deming Cycle (Demingkreis) beschreibt einen iterativen (sprich wiederkehrend-rollierenden) Managementprozess. Dieser Prozess hat meines Erachtens heutzutage mehr Bedeutung denn je, denn wir dürfen Management nicht mehr als lineare Aufgabe betrachten, die irgendwann beginnt und endet. Vielmehr ist Management ein kontinuierlicher Verbesserungs- und auch Lernprozess. Planen – Umsetzen – Bewerten – LERNEN – Planen – Umsetzen – Bewerten – LERNEN … Auch agile PM Ansätze basieren im Kern auf diesem Prinzip, denn nur so kann Dynamik, Komplexität und de facto „Un-Planbarkeit“ in Projekten einigermaßen sinnvoll bewältigt werden.

Das Project Management Institute (kurz PMI), welches den Begriff „Projektmanagement Prozess“ (PMI: „Project Management Process Groups“) international wesentlich geprägt hat, hat eigentlich nur den Deming Cycle auf das Projektmanagement übertragen. Denn auch hier gilt es, kontinuierlich zu planen, umzusetzen, zu steuern und Teilprozesse / Projektphasen abzuschließen.

FAZIT: Ein Projektmanagement Prozess ist ein iterativer Managementprozess, der verschiedene Techniken und Methoden zur Initiierung, Planung, Steuerung, Überwachung und zum Abschluss von Projekten und/oder Projektphasen beinhaltet.

2) Vorgehensmodelle

Wikipedia: „Ein Vorgehensmodell organisiert einen Prozess der gestaltenden Produktion in verschiedene, strukturierte Phasen, denen wiederum entsprechende Methoden und Techniken der Organisation zugeordnet sind. Aufgabe eines Vorgehensmodells ist es, die allgemein in einem Gestaltungsprozess auftretenden Aufgabenstellungen und Aktivitäten in einer sinnfälligen logischen Ordnung darzustellen.

Vorgehensmodelle haben im Projektmanagement eine große praktische Bedeutung und sind vor allem dann sinnvoll, wenn Projekte einen gewissen Wiederholungscharakter haben. Und gerade dieser Wiederholungscharakter ist in folgenden Projektarten häufig vorhanden. Beispiele:

  • Produktentwicklungsprojekte, Innovationsprojekte –> Stage Gate Modelle, Innovationsprozesse…
  • IT Projekte –> Wasserfallmodell, V-Modell, HERMES, Rational Unified Process Model…
  • Bauprojekte –> Vorgehensmodelle auf der Basis von Baunormen

Mir ist bewusst, dass ich in der Aufzählung unterschiedliche Themen und vor allem auch Vorgehensmodelle unterschiedlicher Ebenen in einen Topf geworfen habe. Aber pragmatisch betrachtet geht es bei Vorgehensmodellen doch um folgendes:

  • Sie bündeln Erfahrungswerte und Good Practices aus vorherigen Projekten.
  • Sie geben eine grobe Struktur, einen roten Faden vor.
  • Sie sollten bei Bedarf immer angepasst werden.
  • Sie beinhalten Regeln, Qualitäts- und Prozessstandards, deren Einhaltung für den Projekterfolg von Bedeutung sind (z.B. Gates / standardisierte Entscheidungspunkte in Innovationsprozessen).
  • Sie beschreiben spezifische (Projekt)Managementaufgaben wie auch operative Tätigkeiten, die mit der jeweiligen Projektart in Verbindung stehen.
  • Sie fördern eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Verständnis in Projekten.

FAZIT: Vorgehensmodelle bringen Ordnung in Projekte. Ein Vorgehensmodell ist eine Kombination aus einem Projektmanagement Prozess und projektspezifischen Schritten, die für die Umsetzung der jeweiligen Projektart von Bedeutung sind.

Haben Sie eine Meinung, einen Kommentar oder Anmerkungen zu diesem Thema? Über eine rege Diskussion via Kommentare bzw. in Facebook würde ich mich freuen.

PMTV003 – Projektmanagement in KMU’s etablieren

In der Episode 3 von Projektmanagement TV haben Bas und ich das Thema „Projektmanagement in kleinen und mittelständischen Unternehmen etablieren“ behandelt. Bas war an dem Tag wohl müde – er hat mich die meiste Zeit reden lassen 😉

Hier findet Ihr wiederum die Shownotes im MindMap-Format (PDF).

Weiters habe ich zu dem Thema eine kleine Präsentation (allerdings in Englisch) angefertigt, die ich Euch natürlich auch nicht vorenthalten möchte.

Sei dabei: BarCamp Dornbirn 2010 am 29./30. Mai

In Dornbirn findet am 29. und 30. Mai 2010 ein Barcamp zu den Themen

  • Social Business,
  • Nachhaltige Entwicklung sowie
  • IT, Web und Social Media

statt. Hier geht’s zur Wiki-Seite des BarCamp Dornbirn 2010.

Würde mich freuen, Euch dort zu treffen. Den einen oder anderen spannenden Vortrag zu kollaborativen Arbeitsformen der Zukunft, Projektmanagement und Social Media etc. wird’s dort sicher geben.

Interessiert an einem Sponsoring? (mit EUR 250 seid Ihr dabei)

PMTV002 – Relativierende Sprache vermeiden

Offene, verständliche und klare Kommunikation ist wahrscheinlich DER Schlüsselerfolgsfaktor in Projekten. In diesem Zusammenhang haben wir in der Episode 2 von PROJEKTMANAGEMENT TV das Thema „Relativierende Sprache in Projekten“ diskutiert.

Denn häufig hört man in Projekten diese oder ähnliche Aussagen:

  • „Grundsätzlich ist es möglich.“
  • „Eigentlich sollte das kein Problem sein.“
  • „Größtenteils sind wir fertig.“
  • „Wir sollten das bald erledigen.“

Diese unpräzisen Aussagen bergen die Gefahr, dass Dinge unklar sind und bleiben, Aufgaben und Entscheidungen verschleppt werden oder völlig unterschiedliche Vorstellungen bestehen. Unser Appell: Besonders die Projektleiter/innen sollten sich dieser Problematik bewusst werden, sie im Team oder gegenüber dem Auftraggeber bzw. dem Kunden bewusst ansprechen und schlussendlich dafür sorgen, dass Aussagen und Vereinbarungen in Projekten klar, verständlich und transparent sind. Denn: Sprachklarheit führt zu Denkklarheit führt zu Handlungsklarheit. It’s as simple as that…

Hier noch die Shownotes zur Episode: