Zwischenergebnis: Herausforderungen im Projektgeschäft

Vor einigen Tagen habe ich nach Eurer Meinung gefragt, wo Ihr die größten Herausforderungen im Projektgeschäft seht. Hier das Zwischenergebnis nach 535 Rückmeldungen (max. 4 Antwortmöglichkeiten pro Teilnehmer/in):

Ich finde, wir sollten das Ergebnis vor allem vor dem Hintergrund folgender Fragestellung analysieren: “Welche dieser Herausforderungen kann ich als Projektleiter/in direkt beeinflussen?”

Hierbei stelle ich die Behauptung auf, dass die Punkte 1 + 2 (Projektziele, Kommunikation) sehr gut beeinflussbar sind. Punkt 3 wiederum (Ressourcenengpässe) halte ich schon für schwieriger. Bei den unrealistischen Terminvorgaben braucht es sicher eine/n Projektleiter/in mit viel Erfahrung und “Standing”, um dagegen wirkungsvoll anzukämpfen. Die vielen Projektbeteiligten (= organisatorische Komplexität) ergeben sich meist aus Notwendigkeiten, die kaum zu verändern sind.

Ich überlasse es Euch, die Liste selbst durchzugehen und zu hinterfragen, wo in der Praxis mehr oder weniger Einflussmöglichkeit besteht.

MEINE THESE: Wir Projektleiter/innen können in der Regel mehr beeinflussen, als wir uns vielleicht eingestehen möchten. Allerdings braucht es hierfür Erfahrung, kommunikatives Geschick, Mut und Durchhaltevermögen.

Etwas zu billig erscheint mir, die oben genannten Herausforderungen immer als gegeben anzunehmen und dadurch die Verantwortung dafür de facto abzugeben. (Nach dem Motto: “Ich kann’s ja doch nicht ändern.”)

7 Gedanken zu „Zwischenergebnis: Herausforderungen im Projektgeschäft

  1. Andreas Heilwagen

    Die Liste ist doch irgendwie immer wieder die gleiche und doch sind die Antworten nicht anders: Projekt-/Firmenkultur und gelebte Projektmanagementmethodik auf Kurs bringen, uns Beratern wird die Arbeit so schnell nicht ausgehen. Lass uns Erfolgsgeschichten verbreiten um die Gelegenheit zu bieten über den Tellerrand zu blicken.

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  2. S. Hagen Artikelautor

    @Andreas: Erfolgsgeschichten sind sicher wichtig. Aber ich denke, damit es Erfolgsgeschichten werden können, müssen die jeweiligen Stolpersteine zuerst aus dem Weg geräumt werden.

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  3. Thomas

    Deiner Schlussfolgerung kann ich folgen. Gerade bei unklaren Zielen ist es eben die Aufgabe des PL, für Klarheit zu sorgen. Das hat weniger mit PM als mit klarer Kommunikation und den Fähigkeiten zu tun, mit denen der PL die Ziele aus seinem Kunden herauskitzelt. Oder provokativer: Wer keine klaren Ziele hat ist wahrscheinlich selber schuld.

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  4. Thomas Weller

    So erwartet das Ergebnis auch ist: Gerade deswegen ist es erstaunlich, dass wir diese Engpässe nicht endlich aus dem Weg räumen können.

    Ein gut genutzter PM-Werkzeugkasten und gute Kommunikationsfähigkeiten sollten doch Wunder bewirken?!

    Oder liegt das Heil in einer neuen Methodik/Philosophie? Aber ich denke, wir können so “agil” oder “extrem” sein wie wir wollen – es wird nicht diejenigen mitreißen, die bei obigen Problemen auf dem Schlauch stehen.

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