PMTV004: Agiles Projektmanagement
Geschrieben von S. Hagen am 13. Juli, 2010
Ein Themenwunsch für PROJEKTMANAGMENT TV, der mehrmals geäußert wurde, war “Agiles Projektmanagement”. Deshalb haben Bas de Baar und ich vor einigen Wochen hierzu ein kurzes Gespräch geführt.
In dem Gespräch konnten wir das Thema nur “anreißen”:
- Was ist agiles Projektmanagement? –> weitere Infos: Wikipedia Artikel | Agiles Manifest | Leseprobe: APM – Agiles Projektmanagement (PDF)
- Anwendungsbereiche agiler Vorgehensmodelle –> Kann APM auch in Projekten außerhalb der Softwareentwicklung angewendet werden?
- Erfolgsfaktoren
Eine der besten grafischen Darstellungen, warum agile Vorgehensweisen in Projekten Sinn machen könnten, stammt aus dem Buch “APM – Agiles Projektmanagement” von Bernd Oestereich und Christian Weiss:
Im Zentrum agiler PM Ansätze steht die Annahme, dass komplexe Projekte nicht vollständig geplant werden können. Vielmehr entstehen während eines gesamten Projekts neue Erkenntnisse, die in das Management und die Abwicklung einfließen sollten. Die anfangs große “Wolke”, was das Ziel des Projekts sein soll, wird immer kleiner – der Nebel verzieht sich.
Dies heißt aber keineswegs, dass in agilen Projekten nicht geplant wird. Natürlich wird auch hier versucht, von Beginn an möglichst klare Ziele und Rahmenbedingungen zu definieren. Allerdings soll bürokratische, starre und unrealistische Planung so weit wie möglich vermieden werden. An ihre Stelle treten intensive, kontinuierliche Kommunikation zwischen ALLEN Beteiligten und das Prinzip, das “große” Projektergebnis in einzelne, funktionsfähige Zwischenergebnisse zu unterteilen.
Wird sich agiles Projektmanagement durchsetzen? Ja, in vielen Bereichen schon. In gewissen Bereichen werden aber meines Erachtens klassische Planungsansätze weiterhin dominierend sein – z.B. in der Bauindustrie.
Noch ein letzter Gedanke: Ich denke, dass agiles Projektmanagement im Kern nichts Anderes ist als die Übertragung eines modernen Management- und Führungsverständnisses auf Projekte. Denn auch abseits von Projekten wird erkannt, dass
- Menschen keine “Maschinen” sind,
- das Wissen im Team verborgen ist und nicht im Management,
- soziale Systeme sich so weit wie möglich selbst organisieren müssen oder
- vertrauensvolle und offensive Kommunikation und Vernetzung aller Beteiligten einen Schlüssel zur Lösung komplexer Probleme darstellt.
Und noch ein allerletzter Gedanke: Wir sollten versuchen, klassische und agile Vorgehensweisen und Methoden sinnvoll miteinander zu kombinieren – zu integrieren. Wir brauchen ein integriertes Verständnis im Management – auch im Projektmanagement. (siehe hierzu auch den Blogpost “Integriertes Projektmanagement“).
Ähnliche Beiträge:
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13. Juli 2010:
Zunächst mal herzlichen Glückwunsch zur 4. Folge des PM-TV! Wieder ein sehr interessantes Thema, wenngleich ich mit den Einschränkungen im Baubereich nicht konform gehe. Meiner Meinung nach sind agile Methoden, insbesondere SCRUM, sehr wohl für Bauprojekte geeignet, wenn man das “fertige Produkt” entsprechend angepasst an die iterative Planung abstrahiert wird. D.h. es wird nach einem Sprint nicht ein 1:1-Modell des Bauwerks errichtet (wäre ja in der Tat unmöglich
), sondern im Idealfall eine Planungsphase (z.B. die Entwurfsplanung) abgeschlossen. Dies ermöglicht eine effizientere und evtl. auch raschere Planung. In der Bauausführungsphase gebe ich Euch derzeit noch recht, da fehlt mir auch ein wenig die Phantasie für die sinnvolle Anwendung agiler PM-Ansätze.
Beste Grüße,
Thomas