Archiv für den Monat: September 2010

Blitzumfrage 26: Organisationsformen im Projektmanagement

Projektmanagement ist eine temporäre (meist ergänzende) Organisationsform. Die strukturelle Verankerung von Projektmanagement im Unternehmen kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. In der deutschsprachigen Fachliteratur werden Organisationsformen wie die funktionale Projektorganisation, Einfluss-Projektorganisation, die Stablinien-Projektorganisation oder die reine Projektorganisation beschrieben.

Ich persönlich finde die Systematik des Project Management Institutes schlüssiger, welche im PMBOK, dem Project Body of Knowledge, beschrieben wird:

  • functional project organization
  • weak matrix project organization
  • balanced matrix project organization
  • strong matrix project organization
  • projectized organization

Die Macht und die damit verbundenen Einflussmöglichkeiten sind bei der „functional project organization“ am geringsten und bei der „projectized organization“ am größten. Die Varianten dazwischen sind jeweils entsprechende Abstufungen. Neben dem Faktor Macht und Einfluss unterscheiden sich die verschiedenen Organisationsformen natürlich auch noch in anderen Punkten – dies würde an dieser Stelle aber zu weit führen.

Heute würde mich interessieren: Welche PM Organisationsform wird in Ihrem Unternehmen angewendet?

Buchempfehlungen zum Wochenende

In den letzten Wochen habe ich mir einige Bücher zugelegt, die ich nun kurz rezensieren möchte.

Tipp #1:

Der Top-Seller von Nicolai Andler, „Tools für Projektmanagement, Workshops und Consulting“ ist bereits in der 3. Auflage erschienen. Methoden wurden ergänzt, angepasst und weiter entwickelt. Ich finde, die knapp 40 EUR sind eine sehr gute Investition für ein umfangreiches Kompendium an Methoden zur Problemdefinition, Informationsbeschaffung, Kreativität, Zielformulierung etc.

Tipp #2:

Im Jahr 2000, also vor 10 Jahren, startete Siemens das Programm PM@Siemens. Ziel des Vorhabens war und ist die kontinuierliche Verbesserung des Projektmanagements bei Siemens. Elisabeth Bittner und Walter Gregorc haben nun verschiedene Erfahrungswerte, Konzepte und Erfolgsprinzipien zusammen gefasst, die in den letzten 10 Jahren entwickelt und gesammelt wurden. Das Buch „Abenteuer Projektmanagement“ ist in einzelne Fachartikel aufgeteilt, mit jeweils konkreten Praxisempfehlungen am Ende. Gefällt mir sehr gut!

Tipp #3:

Das Buch „Spuren der Zukunft“ von Kambiz Poostchi ist ein exzellenter Vertreter der systemorientierten Managementlehre. Der Autor beschreibt Grundlagen, Prinzipien und Ansätze der Systemtheorie – allerdings in sehr verständlicher und gleichzeitig fundierter Form. In den Teilen 2 – 5 diskutiert er das Thema vor dem spezifischen Hintergrund des teamorientierten Zusammenarbeitens. Deshalb halte ich das Buch auch für Projektmanagerinnen und Projektmanager für sehr lesenswert. Klar ist aber auch, dass JEDE Führungskraft in diesem Bereich über ein entsprechendes Know-How verfügen sollte.

Tipp #4:

Ein Buch, das ich vor einigen Wochen vom mitp-Verlag zugeschickt bekommen habe, trägt den Titel „Agiles Coaching„. Geschrieben wurde es von Rachel Davies und Liz Sedley. Das Buch empfehle ich vor allem für IT-Projektmanager/innen, die mit agilen Vorgehensweisen arbeiten. Das Buch hat einen hohen Praxisbezug und beleuchtet das Agile Projektmanagement (APM) aus einer Coaching-Perspektive. Wermutstropfen sind die etwas holprige Übersetzung aus dem Englischen und der meines Erachtens mit knapp 30 EUR etwas zu hohe Preis.

Zwischenergebnis Blitzumfrage: PM und Social Media

Mit der letzten Blitzumfrage wollte ich ein Stimmungsbild einfangen, wie die Leser/innen dieses Blogs den Einsatz von Social Media Tools und Technologien in Projekten einschätzen. Hier das Zwischenergebnis:

Mich überrascht das Ergebnis ehrlich gesagt sehr. Ich hätte nicht erwartet, dass von den zwischenzeitlich 87 Rückmeldungen nur 3 der Ansicht sind, dass Social Media Tools für den professionellen Einsatz NICHT geeignet sind. Immerhin 77 % (!) der Befragten können sich den Einsatz solcher Tools vorstellen.

Meine persönliche Meinung: Klar ist, dass proaktive, transparente und regelmäßige Kommunikation DER Schlüsselerfolgsfaktor in Projekten überhaupt ist. Und klar ist auch, dass moderne Social Media / Web Tools hierzu einen Beitrag leisten können. Dieser Beitrag wird aber die persönliche Kommunikation niemals ersetzen können. Gleichzeitig sind Social Media Tools sicher nicht in ALLEN Projekten gleichermaßen sinnvoll einsetzbar.

Triviales Fazit meinerseits: Es hängt davon ab… (Aber tendenziell natürlich JA.)

Blitzumfrage 25: Projektmanagement und Social Media

Neue Technologien und Tools, die mit dem Buzz-Word „Social Media“ in Verbindung gebracht werden, werden derzeit intensiv diskutiert – auch in der PM Community.

Mit „Social Media“ verbinden viele Menschen ausschließlich Facebook, Twitter, Youtube und Co. Diese Vorstellung ist aber nur zum Teil richtig. Denn Social Media beinhaltet eine Vielzahl von webbasierenden Medien und Technologien, die es dem Nutzer ermöglichen, Informationen, Meinungen, Daten und multimediale Inhalte auszutauschen, zu kommentieren und zu bearbeiten (siehe hierzu auch Wikipedia-Definition).

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Kompletter Schwachsinn oder doch für bestimmte Bereiche des Projektmanagements ein relevantes Thema?

PMTV006: Projektmanagement und Social Media

Martin Seibert ist Gründer und Geschäftsführer der //SEIBERT/MEDIA GmbH mit Sitz in Wiesbaden. Sein Unternehmen zählt mit über 60 Mitarbeiter/innen zu den renommierten Internet-Agenturen in Deutschland. Mit ihm habe ich vor einigen Tagen das zweite Interview im Rahmen unseres Specials „Projektmanagement und Social Media“ geführt. Wiederum ein sehr informatives Gespräch, wie ich finde.

//SEIBERT/MEDIA ist insbesondere im Bereich der Unternehmenswikis enorm stark und verfügt über jahrelange Erfahrung mit dieser „Social Media Technologie“. Martin empfiehlt in dem Video folgende Social Media Tools für den Einsatz im Projektmanagement:

Als besonderen Service hat Martin die Orientierungsfragen für das Interview im Vorfeld bereits schriftlich beantwortet. Hier können Sie das PDF herunter laden, um die Inhalte des Videos in der Kurzzusammenfassung nachlesen zu können.