PM Systeme gestalten, implementieren und entwickeln
Geschrieben von S. Hagen am 27. März, 2011
Der Begriff “Managementsystem” wird häufig im Zusammenhang mit Qualitätsmanagement oder auch der Integrierten Managementlehre verwendet. Ich bevorzuge die englischen Definitionen:
“A management system is the framework of processes and procedures used to ensure that an organization can fulfill all tasks required to achieve its objectives.” (Quelle: Wikipedia) Oder auch:
“Set of policies, practices, procedures, and processes used in developing and deploying strategies, their execution, and all associated management activity.” (Quelle: Business Dictionary)
Um eines vorweg klarzustellen:
- (Dokumentierte) Managementsysteme (wie z.B. nach EN ISO 9001) können in Unternehmen ein Schattendasein führen und dadurch mehr oder weniger wirkungslos sein (oder sogar zu Frustration und Demotivation führen).
- Aber Managementsysteme können auch – wenn sie richtig gestaltet und eingeführt sind – die Unternehmensführung erheblich erleichtern, systematisieren und so einen wichtigen Beitrag zum Erfolg eines Unternehmens leisten.
In weiterer Folge spreche ich von Managementsystemen, die letztgenannte Kriterien erfüllen.
Und ACHTUNG: Wir sprechen hier natürlich nicht nur von PM-Software-Systemen!
Isolierte Betrachtung von PM in der Praxis
In der Praxis erlebe ich immer wieder, dass Projektmanagement isoliert betrachtet und angegangen wird. Einige Indikatoren hierfür sind:
- Unternehmen beharren auf ihren funktionalen Linienstrukturen / Führungsstrukturen (!) und gehen davon aus, dass sich der Projekterfolg trotzdem einstellt.
- Unternehmen schicken ihre Projektmanager/innen auf einige Kurse, Trainings oder Zertifizierungslehrgänge und denken, damit würden alle Probleme gelöst.
- Unternehmen beauftragen Mitarbeiter/innen mit der Leitung komplexer Projekte, die sie “so nebenbei” erfüllen sollen.
- Unternehmen definieren eine PM Methodik und verschiedene PM Vorlagen, passen die IT Strategie und in weiterer Folge die IT Systeme aber nicht an.
- Unternehmen versuchen, ein übergeordnetes Multiprojekt- und Ressourcenmanagement aufzubauen, ohne “die Hausaufgaben” auf operativer Ebene gemacht zu haben.
Zusammengefasst heißt das: Viele Unternehmen drehen an verschiedenen Rädchen, ohne das große Ganze (nämlich die “gelebte Projektkultur”) zu betrachten und zu gestalten.
Projektmanagementsysteme (PM Systeme)
“Ein Projektmanagementsystem stellt die Gesamtheit an Prinzipien und Werten, Organisationsstrukturen und -rollen, Prozessen und Vorgehensweisen sowie Methoden und Tools dar, um Projekte in Organisationen nachhaltig erfolgreich zu initiieren, zu planen, zu steuern und abzuschließen.” (Hagen, 2011)
Der übergeordnete Zweck eines PM Systems ist es, eine professionelle Projektkultur zu etablieren. Wenn man (Unternehmens)Kultur als die Summe aller Gewohnheiten in einem Unternehmen versteht, dann bemerkt man eine reife Projektkultur daran, dass Projektbeteiligte effektiv und wirkungsvoll handeln, ohne lange darüber nachzudenken. Effektives Vorgehen wird als “völlig normal” empfunden.
In den nächsten Tagen werde ich ein Beispiel aus der Beratungspraxis aufarbeiten und hier zur Diskussion stellen.
To be continued…
PS: Hier ein kleiner Vorgeschmack:
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27. März 2011:
Vor allem glauben Unternehmen, dass das Einstellen eines Projektmanagers ausreicht, um den Projekterfolg zu sichern. Und dann fährt der Projektmanager brav als Beiwagerl ohne Entscheidungsbefugnis mit und darf zum Spaß ein bisserl Erbsen zählen.
Soweit so gut… werden wir on-topic: die Beschreibung von den Managementsystemen ist mir ehrlich gesagt etwas zu abstrakt. Ich harre den Beispielen aus der Praxis