Lego® Serious Play™ – Innovative und wirkungsvolle Methode

Meine Überzeugung ist in den letzten Jahren gereift, dass man mit den richtigen Methoden in einem Zehntel der Zeit das Zehnfache erreichen kann. Oder: Wenn Probleme real komplex sind, finden wir in Teams oft NUR durch den Einsatz der richtigen Methoden eine effektive, systemverträgliche und nachhaltige Lösung.

Schon seit längerer Zeit bin ich deshalb auf der Suche nach innovativen, fundierten und wirkungsvollen Methoden. Bei meinen Hamburger Freunden Katrin Elster und Jens Hoffmann (StrategicPlay® / Hoffmann Consulting) bin ich fündig geworden. Die beiden wenden in ihren Projekten und Teams bereits seit vielen Jahren äußerst effektive Werkzeuge und Methoden an – u.a. auch Lego Serious Play.

Spielen, um geschäftliche Aufgabenstellungen und Herausforderungen zu lösen? Wie soll das gehen?“, werden Sie sich jetzt vielleicht denken. Lego Serious Play hat aber nur bedingt etwas mit spielen zu tun. Denn wissenschaftliche Forschungsergebnisse (gerade auch aus der modernen Gehirnforschung) zeigen deutlich, dass die meisten Menschen wesentlich kreativer und besser Probleme lösen können, wenn dabei mehrere Sinne angesprochen werden. Vereinfacht gesagt passiert durch Lego Serious Play genau das. Darüber hinaus werden Denkmodelle einzelner Teammitglieder externalisiert, durch Bildersprache und Metaphern dargestellt, das vierdimensionale Denken in der Gruppe wird angeregt und gleichzeitig macht das Ganze auch noch Spaß.

Hier einige Eindrücke:

Nun aber zurück zum Training. Das Ganze hatte den Titel “StrategicPlay® Fundamentals – Facilitator Training“.

  • Tag 1:  Nach einigen theoretischen und inhaltlichen Inputs machten wir uns mit der Methode und dem Lego Material bekannt. “Skills Building” nennt sich das dann. Die Teilnehmer/innen sollen mehrere kleine Aufgaben lösen, die sich im Schwierigkeitsgrad ständig steigern – spannend. Danach wurde ein “Team Building” Prozess durchgespielt, in dem man in mehreren Vorgehensschritten von individuellen Modellen auf ein gemeinsames Team-Modell kommt. Spätestens nach dem ersten Tag wurde deutlich, welches Potenzial Lego Serious Play birgt.
  • Tag 2: Nun stand die Entwicklung eines “Shared Model” auf dem Programm. Wiederum wechselten mehrere Input- und Reflexionsrunden die einzelnen Vorgehensschritte ab. Wir bearbeiteten das Thema “Change Management / Veränderungsmanagement”. Besonders beeindruckt hat mich persönlich, dass man innerhalb weniger Stunden ein gemeinsames Change-Modell bis hin zu ganz konkreten Maßnahmen und Prinzipien (“simple guiding principles”) erarbeiten kann.
  • Tag 3: Nun waren die Teilnehmer/innen am Zug. Wir gestalteten abwechselnd den 3. Übungstag und schlüpften jeweils in die “Facilitator Rolle”. Nun konnte das methodische Vorgehen und die Anleitung einer Gruppe auch praktisch ausprobiert und geübt werden. Glücklicherweise machten wir auch den einen oder anderen Fehler, was den Lerneffekt zusätzlich erhöhte. Auch an diesem Tag war das Ergebnis der Teamarbeit (zum Thema “gute und effektive Führung”) wieder überaus spannend und eindrücklich.

FAZIT: Das StrategicPlay® Training von Katrin Elster kann ich Jedem/Jeder wärmstens empfehlen, der/die in Projekten arbeitet oder Führungsverantwortung für Menschen und Teams hat. Selbstverständlich eignet sich die Methode nicht für alle Problemstellungen – und sie kann und sollte auch nicht  in jeder Situation angewendet werden. Dort, wo aber komplexe Probleme in Teams gelöst werden müssen, ist Lego Serious Play eine echte “Waffe”.

8 Gedanken zu „Lego® Serious Play™ – Innovative und wirkungsvolle Methode

  1. Nattl

    Hallo Stefan,

    danke für den Blogpost. LEGO Serious Play scheint ein interessanter Ansatz zu sein.

    Allerdings überlege ich jetzt, wann und wo ich einen derartigen Ansatz in meinen Projekten der letzten Jahre wirklich hätte einsetzen können. Und ich habe nicht wirklich eine Einsatzmöglichkeit gefunden. Das bedeutet jetzt nicht, dass ich deinen Ansatz vom Tisch wischen möchte und sage: das funktioniert nicht. Für mich ist das Ganze nur sehr abstrakt, wie ich diesen Ansatz in der Praxis, in meinem Fall die Herstellung von IT Security Software, umsetzen könnte…

    Antworten
  2. S. Hagen Artikelautor

    Hallo Natascha,

    ich sehe im Projektmanagement folgende EInsatzmöglichkeiten:

    • Teamidentität und -teamregeln am Beginn eines größeren Projekts gemeinsam finden und definieren
    • Problemlösung: komplexe Problemstellungen in Projekten gemeinsam modellieren, diskutieren und Lösungen finden
    • Risikomanagement: Risiken gemeinsam identifizieren und Gegenmaßnahmen festlegen
    • Training + Lernprozesse: Prinzipien und Erfolgsfaktoren im Projektmanagement (z.B. auch Agiles Management) gemeinsam identifizieren und erlebbar machen
    • Führungstraining: Projektleiter/innen auf ihre Führungsaufgabe vorbereiten

    Ich persönlich sehe einige wirklich sinnvolle Einsatzmöglichkeiten von LSP im Projektgeschäft.

    Wichtig ist meines Erachtens aber, dass die Methode nicht mit den “operativen” Werkzeugen zur Planung und Steuerung von Projekten verwechselt werden sollte (Spezifikationen und Zielpläne, Projektstrukturplan, Balkenplan, Ressourcen- und Kostenplan etc.). LSP ist eher eine Meta-Methode zur Lösungsfindung in komplexen Situationen (Projekte = komplexe, soziale Systeme).

    Diese Betrachtungsebene ist auf den ersten Blick zugegebenermaßen etwas “abstrakt”. Ich behaupte aber, dass sich hier einige wesentliche Hebel für den Projekterfolg verbergen.

    Letzter Gedanke: Wenn wir die Eisberg-Metapher anwenden, wären die klassischen PM Methoden über der Oberfläche, Methoden wie LSP adressieren die häufig unausgesprochenen und diffusen Aspekte und holen diese an die Oberfläche (sprich machen sie in Form eines “shared model” bewusst).

    Viele Grüße,

    Stefan

    Antworten
  3. Peter Addor

    Ich glaube, man muss da ganz klar unterscheiden zwischen Projektgeschäft im daily business und Konditionierung und Ausbildung des Projektleiters. LSP scheint mir eher eine Trainingsmethode zu sein, die dem PM die Augen öffnet, Gedankenanstösse vermittelt, Sichtweisen verändert. Selbstverständlich ist LSP keine Methode zur Entwicklung von IT Security Software.
    Es ist wichtig, dass (Projekt-)Manager beginnen, anders zu denken, als wie bisher. LSP und viele andere solche Übungen – z.B. Power Tower oder Group Juggeling – können das Denken verändern. Die Transformation des Gelernten auf das daily business Projektgeschäft bleibt jedoch jedem PM selbst überlassen. Daran scheitern immer noch viele. Warum gibt es an den Hochschulen keine Module über Wissenstransformation?

    Antworten
  4. Medienlotse

    Ich selbst habe auch an einem LSP-Schnupperworkshop teilgenommen (siehe: http://medienlotse.wordpress.com/2011/04/07/durch-lego-zum-erfolg/)und freue mich immer wieder, interessante Bilder von anderen Gruppen zu sehen.

    LSP ist sicherlich kein Tool, welches ohne große Vorbereitung in den laufenden Betrieb gekippt werden kann. Aber für Firmen, die vor großen Veränderungen stehen oder neues Potenzial aus bestehenden Verbindungen herauskitzeln möchten, ist LSP ein nahezu perfektes Tool. Neben dem Incentive-Charakter kommen nämlich auch Arbeit, Kopfkribbeln und Zufriedenheit nicht zu kurz.

    Antworten
  5. C. Winkelmann

    Interessantes Konzept!

    ich sehe das größte Potenzial ganz klar im Bereich des Teambuildings, insbesondere dann, wenn Teams neu zusammengestellt werden und die einzelnen Mitglieder noch “zueinander finden” müssen.

    Mit LSP können Projektmitglieder spielerisch ihre jeweiligen Stärken (Kreativität, Koordinationsfähigkeit etc.) zum Einsatz bringen und sich dabei gegenseitig kennen lernen.V.a. das hohe Maß an Interaktion von LSP macht diese Methode in diesem Zusammenhang so interessant.

    ich werde mich auf jeden Fall einmal näher mit LSP beschäftigen…

    Antworten
  6. Pingback: StrategicPlay®: Komplexe Probleme spielerisch bewältigen. › Hagen Management

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>