Karriere als Projektleiter

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Wenn man den Karriere-Teil einer Zeitung durchblättert oder auch die diversen Online-Jobbörsen durchsucht fällt eines auf: Viele Unternehmen suchen offensichtlich händeringend gute Projektleiter/innen. Dazu gibt es aus meiner Sicht folgendes zu sagen:

  • Kein Zweifel, fachlich-technische Kompetenz ist für die meisten Projektleiter wichtig und notwendig. Trotzdem habe ich häufig den Eindruck, dass die fachlichen Fähigkeiten gnadenlos überbewertet werden. Je größer und komplexer Projekte sind, umso weniger wichtig ist die fachliche Expertise (und umso wichtiger die Führungs- und Managementkompetenz).
  • Komplexe Projekte zu leiten, ist eine anspruchsvolle Führungsaufgabe. Viele Arbeitgeber, Personalabteilungen und (Linien)Führungskräfte haben hier offensichtlich ein anderes Verständnis.
  • Zudem stehe ich zu meiner schon mehrfachgeäußertenForderung: In den meisten Unternehmen existieren keine ausreichenden organisatorischen und sonstigen Rahmenbedingungen (Karrierepfade, Qualifizierungs- und Coachingprogramme etc.), um Projekte nachhaltig erfolgreich abzuwickeln.

Karriere im Projektmanagement – Sie haben es selbst in der Hand!

Es geht mir aber nicht darum, die Schuld nur bei den Unternehmen zu suchen. Die Projektleiter/innen sollten ihre Karriere noch viel stärker selbst in die Hand nehmen. Hier einige Gedanken dazu:

4 Gedanken zu „Karriere als Projektleiter

  1. blu

    Eine ganz tolle Präsentation, und ein wunderbares Zitat auf der letzten Folie: „Die Rolle des ‚dienenden Projektleiters (servant leader)‘ „. Ich stimme 100% zu und denke aber dass die Arbeitgeber sehr oft noch eine weitere ‚Anforderung‘ zum Thema Projekt Manager haben: diese Arbeitskraft und die damit verbundenen Kosten relativ volatil hoch- und runter fahren zu können, je nach Change-Bedarf in der Organisation. Dies unterstützt mein persönliches Bild des „External Professional Projekt Management Servant Leader“ (soeben erfunden) dessen Dienstleistungen so lange und so viel ‚eingekauft‘ werden wie nötig.

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  2. Marcus Raitner

    Hallo Stefan,

    schöne Präsentation; gefällt mir gut! Ich gebe Dir völlig recht, was die Überbewertung der fachlichen Kompetenz angeht. Je komplexer das Projekt, desto weniger spielt das eine Rolle. Projektmanagement ist und bleibt eine anspruchsvolle Führungsaufgabe unter sehr extremen Bedingungen.

    Zufällig habe ich mir, wenngleich aus ganz anderer Richtung kommend, diese Woche auch schon Gedanken über die Überbewertung der fachlichen Kompetenz gemacht: http://misc.raitner.de/?p=1788 These: Ein wenig schuld sind auch die Projektleiter selbst und auf jeden Fall die Organisationen, weil sie den Rollenwechsel von der Fachkraft hin zu einem Projektleiter nicht bewusst gestalten und begleiten.

    Herzliche Grüße,
    Marcus

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  3. Damian Deßler

    Richtig erkannt!

    Die Stellenangebote sehen in der Tat aus, wie aus dem 0815-Buch des Personalmanagements und es wird sich viel zu wenig über Nachhaltiges Projektmanagement im Unternehmen Gedanken gemacht.

    Wie es bereits Markus Reitner in seinem Blog geschrieben hat und auch Jurgen Apello, so reicht es nicht aus Fachliches Methodenwissen zu präsentieren und anwenden zu können, sondern vielmehr den Paradigmenwechsel zu vollziehen hin zu „Leadership“ für das Team und den Kunden. Einen Rahmen zu schaffen, in dem sich das Team und der Kunde „geborgen“ fühlt und das Projekt trotzdem im methodischen Rahmen bleibt.

    Der Paradigmenwechsel, was das Management angeht, predigen viele bereits öffentlich und ist bereits länger im Fokus, jedoch ist es, wie so oft, dass die Unternehmen dies nur schwer oder langsam adaptieren. Dies, und da spreche ich auch aus Erfahrung, ist häufig dem geschuldet, dass die Unternehmen mit den täglichen Aufgaben und wandel der Marktgegebenheiten überfordert sind.

    Viele Grüße,
    Damian

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  4. Bernhard

    Grüezi Dr. Hagen

    25 Jahre Projektleitererfahrung, on the Job gelernt, auf die harte Tour quasi, unglaubliche Fehler gemacht, hätte mir einige Schrammen und meinem Arbeitgeber Geld ersparen können mit einem Vorgehen wie den von Ihnen geschilderten. Der wichtigste Punkt zieht sich explizit und implizit durch Ihre Präsentation; es geht immer um Führung und um Management und deshalb um Entscheidungen, um zu wählen zwischen Optionen – und wer immer sich der Illusion hingibt ein gut geführtes Projekt würd einem Verantwortung für Entscheidungen abnehmen, der irrt. Zudem möchte ich um Prof. Malik zu paraphrasieren sagen „Projektleitung ist ein Beruf, es ist ein Handwerk, es muss gelernt werden, genauso wie Zimmermann, Literaturprofessor oder Koch, Abkürzungen gibts nicht oder dann kommen sie sehr, sehr teuer zu stehen.“ SIE HABEN 100% Recht!!!

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