Vortrag: Integriertes Projektmanagement (IF Forum)

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Gestern fand – wie berichtet – das IF-Forum der InterFace AG statt. Für meinen kurzen Input habe ich das Thema „Integriertes Projektmanagement“ gewählt.

Die Kernthesen meines Vortrages waren:

 

Erfahrungen und Gedanken

Einige Gedanken, die mir bei der Heimfahrt durch den Kopf gegangen sind, möchte ich kurz mit Ihnen teilen:

  • Ich wollte (wieder mal) in die 30 Minuten Redezeit möglichst viele mir wichtige Aspekte rein packen. <Notiz an mich: Beim nächsten Mal noch mehr reduzieren.> 😉
  • Das, was ich unter dem Titel „Integriertes Projektmanagement“ verstehe, hat den Ursprung in der Überzeugung, dass (in den meisten Fällen) klassische und agile PM Ansätze sinnvoll miteinander kombiniert werden können (= horizontale Integration).
  • Mittlerweile habe ich das IPM-Konzept um weitere systemische Aspekte und Prinzipien ergänzt (= vertikale Integration). Im Wesentlichen handelt es sich um die Systemlehre meines „Lehrmeisters“ und Kollegen, Kambiz Poostchi (OSM®; Buchtipp).
  • Wichtig ist mir das Verständnis, dass es sich nicht um die bloße Kombination von Ansätzen handelt (= hybrides PM), sondern um den Anspruch, die Integration auf einer höheren Systemebene zu vollziehen (= Ebenenwechsel).
  • Mir ist vollkommen bewusst, dass sich das für viele abstrakt und theoretisch anhört. Ich glaube aber fest daran, dass in dieser Denkweise jetzt und in Zukunft ein Schlüssel zum Erfolg im Projektmanagement (und in vielen anderen Bereichen) liegen wird.
  • Überhaupt muss ich zugeben, dass mir dieser implizit oder explizit geäußerte Vorwurf teilweise etwas auf die Nerven geht: „Nette Theorie, aber lassen Sie uns doch praktisch werden.“ Denn systemische Erkenntnisse und Prinzipien sind ultimativ praktisch. Allerdings muss man sie zuerst theoretisch durchdrungen und in praktischen Übungen erlebt haben, um sie im Alltag schrittweise anwenden und leben zu können.
  • Gleichzeitig nehme ich den zuvor genannten Punkt schon wieder zurück, denn wenn man mit derartigen Themen „auf die Bühne tritt“, muss man auch den Anspruch haben, sie verständlich und nachvollziehbar präsentieren zu können. Daran werde ich weiter intensiv arbeiten.
  • Abschließende Bemerkung: Die gestrige Veranstaltung war wirklich toll. Roland Dürre und seinem Team möchte ich an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für die Einladung aussprechen. Die Diskussion im Fishbowl Format war wie immer spannende und erfrischend. Allerdings endeten wir in meiner Wahrnehmung irgendwann in einer bekannten Endlosschleife nach dem Muster: A hat eine Frage / ein Problem. B, C und D haben die Lösung dafür.
  • Die meisten Lösungen hatten für mich aber den Charakter von „Rezepten“, die im Projektmanagement immer wieder rauf und runter gebetet werden. Ich glaube daran, dass wir uns wieder stärker auf die dahinter liegenden Prinzipien konzentrieren müssen (≠ Rezepte).

Folien

Hier noch der Vortrag zum Durchklicken bzw. zum Herunterladen:

Eindrücke:

Weitere Fotos auf Google+.

2 Gedanken zu „Vortrag: Integriertes Projektmanagement (IF Forum)

  1. Clemens Drilling

    Hallo Stefan,

    Du schreibst in Deinem Fazit, dass wir dem Gelingen von Kooperation in sozialen Systemen nachgehen sollten. Ich stimme zu und weite die Fragestellung aus.

    Hier nun mein abstrakter und theoretischer Beitrag, aber es gibt ja nichts praktischeres als eine gute Theorie 🙂

    Wir reden seit Jahren von der Wichtigkeit der Menschen im Projekt, auch höre ich in letzter Zeit immer wieder, dass wir alle Aspekte der Persönlichkeiten unserer Stakeholder – neben dem Verstand und dem Handlungswissen auch deren innere Werte, ihre Emotionen und Intentionen – wahrnehmen und in den Projektprozess geeignet miteinbeziehen sollten. Auch dem stimme ich zu.

    Wenn wir als Projektleiter über den Tellerrand unserer eigenen Profession blicken,dann können wir von Modellen eines Ken Wilur (Integrale Theorie) oder Clare Graves (Spiral Dynamics) einige wichtige Anregungen mitnehmen.

    Zum Beispiel die, dass wir für Projekterfolg – wie auch immer wir den in Zukunft definieren werden – die „Individual Awareness“ der Stakeholder nicht nur berücksichtigen müssen, sondern dass es um eine Balance geht zwischen den Aspekten ihrer inneren Einstellungen, die das äußere Verhalten bestimmen, die wiederum die Grundlage gelingender Kommunikation und Kooperation sind und die letztendlich die Projektziele erreichen lassen, oder eben auch nicht. Ken Wilbur spricht in seiner Integralen(!) Theorie von den vier Sichtweisen des Individuellen Bewusstseins, der Kompetenz und des Verhalten, der Kultur und schließlich der Systeme und Prozesse. Diese vier Sichtweisen kombiniert beschreiben das jeweils Ganze.

    Es geht also meiner Meinung nach um die Fragestellung, wie wir in Zukunft unsere Stakeholder einladen und inspirieren können (wie der Hirnforscher Gerald Hüther immer wieder betont) und wie wir in Projekten Raum geben werden für lebendige Begegnung und auch persönliche Weiterentwicklung der darin involvierten Menschen. Und da gehört Deine Frage der Kooperation sozialer Systeme natürlich dazu.

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