Organisationale Effektivität (Marshall Model)

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Vor einiger Zeit sind mir die Aktivitäten und Blogbeiträge von Bob Marshall zu den Themen Agile, Lean und Organisational Effectiveness aufgefallen. Bob beschreibt sich selbst wie folgt:

„A misfit. A trouble-maker. A round peg. I see things differently. No fondness for rules, and no respect for the status quo. I change things. Changing the world of work.“

Das hat mein Interesse geweckt.

Rightshifting: Organisationale Effektivität.

Bob Marshall hat den Begriff „Rightshifting“ ins Leben gerufen. Darunter versteht er: “Improving the effectiveness of knowledge-work businesses.”

Genau diese Frage sollten wir auch im Projektmanagement wesentlich stärker in den Vordergrund rücken. Denn wenn Projekte gelingen sollen, müssen die strategischen, strukturellen, personellen und kulturellen Rahmenbedingungen in Organisationen hinterfragt werden, die „organisationale Effektivität“ beeinflussen.

Sein Konzept hat er auf diesen Folien (die allerdings bereits 4 Jahre alt sind) beschrieben:

 

Aspekte von „Rightshifting“:

  • Bob betrachtet primär den Bereich der Softwareentwicklung. Allerdings kann sein Konzept auf alle „wissensintensiven Branchen“ übertragen werden (Stichwort: Knowledge Workers).
  • Bob arbeitet mit einem einfachen, zweidimensionalen Diagramm: X = Effektivität. Y = % der Unternehmen. (Folie 3)
  • Am Beginn geht er von einer normalverteilten Häufigkeit aus. In Wirklichkeit geht er aber von einer schlechteren Verteilung aus (Folie 4).
  • Rightshifting beschäftigt sich nun mit der Frage, wie die Effektivität (sprich der Wirkungsgrad und als Konsequenz der Erfolg von Organisationen) erhöht werden kann – sprich die Kurve nach rechts verschoben werden kann.
  • Interessant ist z.B. auch, wie Bob die gängigen PM Vorgehensmodelle und Ansätze (klassisch, agil) in sein Modell einordnet. (Folie 7)
  • Weiters kommt er zum Schluss, dass man mit strukturierten und standardisierten PM Ansätzen (er nennt es „Administrative Project Management“ APM) nur einen mittleren Effektivitätsgrad erreichen kann. (Folie 10)
  • Die Aspekte, die er auf den darauf folgenden Folien auf sein „Rightshifting-Modell“ überträgt, erscheinen mir überaus schlüssig. (Folien 11 – 25)
  • Richtig spannend wird es dann noch einmal ab Folie 26: Dort beschreibt er „Four Management Measures“ (frei übersetzt: Vier Herangehensweisen des Managements), die er in der Praxis wahrnimmt.
  • Im 2. Teil der Präsentation (ab Folie 29) geht Bob Marshall auf einige spezifische Aspekte ein. Hier möchte ein Deming-Zitat, das er verwendet, besonders hervor heben: „95% of an individual’s performance is dictated by the System.“ YES!

Marshall Model

Das Marshall Model (© Bob Marshall) beschreibt folgende 4 Reifestufen organisationaler Effektivität, die ein Unternehmen erreichen kann:

  1.  Adhoc
  2. Analytic
  3. Synergistic
  4. Chaordic (= chaotic + order)
Ein wirklich toller Ansatz, den wir beim PM Camp 2012 im November in Dornbirn in einer Session näher behandeln und diskutieren sollten.

Weiterführende Informationen:

2 Gedanken zu „Organisationale Effektivität (Marshall Model)

  1. Frank Blome

    Ich habe diese Folien schon das eine oder andere mal gesehen und ärgere mich immer wieder, dass hier die mündlichen Ergänzungen fehlen. Das muss ein tierisch interessanter Vortrag sein.

    Inhaltlich stimme ich dem voll zu, die Definitionen der vier Reifestufen des Marshall Models nicht zu 100% klar sind. Aber Du hast natürlich recht, Stefan. Das ist ein perfektes Thema für das PM-Camp… sagte ich schon, dass ich mich darauf freue? 😉

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