Archiv für den Monat: Januar 2013

„Project Zone Congress“ mit Top Speakern

Am 18. und 19. März 2013 veranstaltet das PMI Chapter Frankfurt den „Project Zone Congress„. Ich unterstütze das Event aus folgenden Gründen:

Ich sehe keinen Widerspruch darin, selbst „PM-Unkonferenzen“ (nämlich das PM Camp) zu veranstalten und gleichzeitig „klassische“ PM Veranstaltungen wie den „Project Zone Congress“ zu unterstützen. Ganz im Gegenteil! Die Weiterentwicklung der PM Disziplin und Praxis lebt von Vielfalt, Offenheit und gemeinsamem Lernen.

]project-open[ nun auch mit PMO Modul

Meine Freunde von Pentamino haben mich neulich darauf aufmerksam gemacht, dass eine der bekanntesten Open Source PM Lösungen, nämlich ]project-open[ nun auch mit einem PMO Modul erhältlich ist (Demo).

Hier einige Eindrücke:

Ehrlich gesagt werde ich mit ]po[ nicht so richtig warm. Die Lösung ist mir einfach viel zu technisch – ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand wirklich damit gerne arbeitet. Sehr gerne lasse ich mich aber vom Gegenteil überzeugen!

Hat jemand Erfahrung mit ]po[? Vor allem auch Test- und Erfahrungsberichte zum neuen PMO-Modul wären sehr interessant.

PM Reifegradmodelle: Sinnvoll oder schwachsinnig?

Jurgen Appelo hat kürzlich auf seinem Blog einen Beitrag mit dem Titel „The Nonsense of the Maturity Level“ geschrieben. Im Kern gebe ich ihm Recht („organizations are living systems„), doch richtig eingesetzt können Reifegradmodelle (= Maturity Models) meines Erachtens praktisch und auch nützlich sein. Einige Gedanken dazu.

Schwachsinnig ist der Einsatz von Reifegradmodellen dann, wenn man…

  • …immer noch glaubt, dass man etwas nur verbessern kann, wenn man es messen kann.
  • …das Ergebnis mit der Realität verwechselt wird oder
  • …das Ergebnis unreflektiert und ohne Einbindung der Mitarbeiter/innen in Maßnahmen übertragen wird.

Sinnvoll ist der Einsatz von Reifegradmodellen dann, wenn man…

  • …das Modell als Rahmen für die Analyse und Diagnose versteht,
  • …die hinter dem Reifegradmodell stehenden Erfolgsfaktoren für gelingendes Projektmanagement thematisiert und auf das jeweilige Unternehmen überträgt und
  • …das Ganze nicht zu analytisch-mathematisch sondern vielmehr ganzheitlich-systemisch angeht.

In unseren Consulting-Projekten wenden wir Reifegradmodelle bereits seit mehreren Jahren nicht mehr an. Wir haben einen anderen (nämlich systemisch-konstruktivistischen) Zugang, um Symptomen in Organisationen auf den Grund zu gehen und gemeinsam mit den betroffenen Menschen zu hinterfragen.

Sehr wohl aber steht die Logik von Reifegradmodellen auch bei unserem Beratungsansatz im Hintergrund. Denn selbstverständlich gibt es messbare Unterschiede zwischen Organisationen, die Projekte „ad hoc“ (Stufe 0 oder 1 in Reifegradmodellen) angehen und jenen, die eine professionelle Projektkultur etabliert haben und diese auch tatsächlich leben (Stufe 4 oder 5).

Weiterführende Informationen zu Reifegradmodellen:

Projektplan zum kostenlosen Download (2013)

Der populärste Beitrag auf dem PROJEKTMANAGEMENT BLOG ist dieser hier: „Projektplan zum kostenlosen Download“ vom 20.7.2012. Die Vorlage stammt nicht von mir, sondern von einem Blogleser, der allerdings nicht genannt werden wollte.

Mittlerweile erfreut sich die Vorlage großer Beliebtheit. Und vor allem wurde sie in den letzten Monaten von der PM Community weiter entwickelt. Nun darf ich Ihnen die überarbeitete Version des Projektplans zur Verfügung stellen. Vielen Dank an Heiko Weyen und alle, die daran mitgewirkt haben!

Download: XLS-Vorlage Projektplan 2013 (Balkenplan)

Nachtrag vom 26.9.2013: Auf vielfachen Wunsch haben wir eine Anleitung zum kostenlosen Projektplan erstellt.

Projektmanagement und Art of Hosting: Geht das?

Vor einigen Monaten habe ich an einem „Art of Hosting Training“ (kurz AoH) teilgenommen. Die Methode hat mich vor allem im Zusammenhang mit einigen Projekten im öffentlichen Kontext interessiert, die unser Unternehmen immer wieder begleitet.

Das Training war zu Beginn für mich eher „gewöhnungsbedüftig“. Ganz anders als alle Fortbildungen, die ich bislang besucht hatte. Am letzten Tag des 3-tägigen Trainings hat es bei mir aber förmlich „Klick“ gemacht. Es ist nicht ganz leicht zu beschreiben, was da mit den über 60 Teilnehmer/innen passiert ist. Aber es war das, was AoH im Kern will: „Conversations, that matter.“

PM und AoH – Geht das?

Ich habe versucht, auf einigen Folien zusammen zu fassen, welche Ansätze ich für AoH im Zusammenhang mit Projekten und Projektmanagement sehe:

Gibt es jemanden, der Erfahrung mit AoH in Projekten hat? Über einen Erfahrungsaustausch würde ich mich freuen.

Fazit

  • Art of Hosting ist sicher nicht bei allen Projekten relevant. Einsatzmöglichkeiten sehe ich vor allem bei sehr neuartigen, veränderungsintensiven und komplexen Vorhaben, bei denen eine gewisse Anzahl an Menschen für die Lösungsfindung beteiligt werden müssen.
  • Der Kerngedanke von AoH, nämlich ein guter Gastgeber für gehaltvolle Kommunikation und Zusammenarbeit zu sein, wird immer häufiger als relevante Führungskompetenz unserer Zeit genannt (vgl. z.B. Reinhard Sprenger in „Radikal führen„).
  • AoH Prinzipien und Methoden sind für erfahrene Projektmanager/innen nicht wirklich neu. Allerdings werden sie durch AoH in einen neuen Kontext und Gesamtzusammenhang gesetzt. Darin liegt die Chance eines innovativen und wertvollen Impulses für die Disziplin Projektmanagement.
  • AoH ist ein relevantes Methoden-Set zur kooperativen Bewältigung hoch-komplexer Probleme.

Weiterführende Informationen zu AoH:

Vortragstipp: Führung muss führen.

Organisationen und auch Projekte sind komplexe, soziale Systeme. Wenn wir soziale Systeme gestalten und werte- und sinnorientiert führen möchten, müssen wir verstehen, welchen Prinzipien und Regeln das Gelingen in sozialen Systemen unterliegt.

Der Mann, von dem ich in den letzten Jahren in diesem Zusammenhang am meisten gelernt habe, ist Kambiz Poostchi. Er ist selbstständiger Architekt sowie Lebens- und Sozialberater mit Schwerpunkt Unternehmens- und Organisationsentwicklung. Seine Schwerpunkte sind systemische Führungs- und Organisationsentwicklung sowie systemische Kommunikation.

Aus systemischer Sicht beleuchtet DI Kambiz Poostchi, Entwickler des Open System Model (OSM), welche Bedeutung der Schlüsselfunktion „Führung“ in Unternehmen und Organisationen zukommt.

Durch Beispiele untermauert erklärt er anschaulich, welche Auswirkungen es auf das gesamte Unternehmen, die Mitarbeiter und Kunden hat, wenn Führung geschwächt wird oder nicht führt. Über die relevanten systemischen Leitprinzipien wird ein Eindruck vermittelt, worauf es ankommt, damit Unternehmen ihren Kurs erfolgreich, nachhaltig und sozialverantwortlich in Richtung Zukunft aufnehmen können.

„Systemisches Denken, soziales Lernen, Teamfähigkeit und persönliche Integrität gelten als die unterscheidenden Merkmale einer neuen Entwicklungsphase der Menschheit, die alle Zeichen der integrativen Reifestufe in sich trägt.“ (Kambiz Poostchi)

Termin

Kostenlose Anmeldung bis 15. jänner 2013 unter: