Kategorie-Archiv: Führung

Das 5. PM Camp in Dornbirn ist Geschichte. Was ich bislang gelernt habe…

Vor genau einer Woche fand das bereits 5. PM Camp in Dornbirn unter dem Motto „Muster brechen“ statt. Für uns Initiatoren kam das 5-jährige Jubiläum durchaus einem kleinen Meilenstein gleich. Umso gespannter waren wir im Vorfeld, wie es dieses Jahr ablaufen würde.

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© Stephan List, 2015

Vorab: Ich glaube, dass das diesjährige PM Camp unser bislang bestes war. Das beste Camp im Sinne unseres Leitbildes:

Das PM Camp bringt Menschen auf Augenhöhe zusammen, um von- und miteinander zu lernen und gemeinsam die Zukunft im Projektmanagement zu gestalten.

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Vom Wissen zum Können: 10 Thesen für dynamikrobuste Projekte.

Neulich bin ich auf eine empirische Studie von Dr. Gerhard Wohland (u.a.) mit dem Titel „Vom Wissen zum Können – Merkmale dynamikrobuster Höchstleistung“ (PDF Download) gestoßen. Bereits vor über 10 Jahren zeigten die Studienautoren auf, wie Organisation in einer zunehmend komplexen, dynamischen und unsicheren Welt gelingen kann (Stichwort: VUCA). Eine tolle Lektüre!

Die in der Studie beschriebenen Thesen (= Merkmale dynamikrobuster Höchstleistung) können auch auf Projekte und Projektmanagement übertragen werden. Dies möchte ich heute mit 10 Thesen für dynamikrobuste Projekte tun und diese damit hier zur Diskussion stellen.

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A fool with a tool is still a fool. F*** it!

Sorry für den angedeuteten Kraftausdruck im Titel. Aber bei der Vorbereitung dieses Blogartikels ist in mir plötzlich eine gewisse Energie aufgestiegen, der ich Luft machen wollte.

Wir alle kennen den Spruch „A fool with a tool is still a fool„. Sehr gerne wird er auch im Zusammenhang mit Projekten oder der Professionalisierung von Projektmanagement verwendet. Dieser Glaubenssatz führt uns zunehmend in eine Sackgasse! Diese Erkenntnis ist in mir in den letzten 14 Jahren gereift, in denen wir etliche Organisationen bei der Professionalisierung und Weiterentwicklung ihres unternehmensweiten Projektmanagements begleitet haben.

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5 Thesen zu Führung und Management in der „Vernetzten Gesellschaft“.

Wenn man namhaften Soziologen wie Prof. Dirk Baecker Glauben schenken darf, befinden wir uns mitten im Übergang in die vierte Epoche der menschlichen Entwicklung – die „Vernetzte Gesellschaft“. Diese Erkenntnisse halte ich für essenziell für das heutige Verständnis von Gesellschaft, Organisation, Führung und Management.

Nach Baecker sind die vier Entwicklungsepochen:

  1. Sprache – Tribane Gesellschaft (ca. 100.000 v. Chr.)
  2. Schrift – Antike Gesellschaft (ca. 4.000 v. Chr.)
  3. Buchdruck – Moderne Gesellschaft (ca. 1450 n. Chr.)
  4. Digitale Vernetzung – Vernetzte Gesellschaft (ca. 1980 n. Chr.)

In diesem kurzen Video beschreibt Baecker den anstehenden Übergang in die vierte menschliche Entwicklungsepoche:

Baeckers Analyse habe ich als Ausgangspunkt für ein kleines Gedankenexperiment verwendet – nämlich „5 Thesen zu Führung und Management in der Vernetzten Gesellschaft“. Weiterlesen

Beyond Project Management – Was bleibt übrig?

Beim diesjährigen PM Camp Dornbirn haben wir das Motto „Beyond Project Management. Was kommt danach?“ proklamiert. Einige Wochen sind nun vergangen. Deshalb möchte ich kurz öffentlich reflektieren, was für mich persönlich von der Diskussion übrig geblieben ist.

Zuerst aber folgendes: Was wollten wir mit der Motto NICHT bezwecken?

  • Wir wollten keine weiteren Schattenkämpfe (klassisch vs. agil; Projektmanagement vs. ???) hervor rufen.
  • Wir wollten nicht das Ende des Projektmanagements beschwören oder einläuten (so, wie es u.a. zwei österreichische Kolleg/innen tun, nämlich Dr. Radatz und W. Hanisch).
  • Wir wollten keine Meta-Diskussion führen (was aber – das gebe ich zu – nur zum Teil gelungen ist).

Trotzdem fand und finde ich das Thema spannend und relevant. Nach dem PM Camp übrigens noch umso mehr. Warum?

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Management Y – Organisation und Zusammenarbeit in einer komplexen Welt.

In meiner Wahrnehmung hat sich die Welt in den vergangenen 5 Jahren noch einmal spürbar schneller beschleunigt. Immer noch mehr Informationen und e-Mails, die täglich bearbeitet werden sollen. Noch mehr Projekte, die parallel voran getrieben werden. Noch mehr Angebote und Leistungen, von denen wir uns gegenseitig überzeugen wollen.

Die Diskrepanz zwischen externen und internen Ansprüchen und der Wirklichkeit wird immer größer – in vielen Organisationen (und Projekten) wird der Druck immer größer. Das muss und wird (!) ein Ende haben. Ob wir es wollen, oder nicht.

Ich zähle jedoch NICHT zu jenen Menschen, die sich in Schreckensszenarien oder Opferrollen suhlen. Insgesamt bin ich sehr optimistisch, dass wir uns als Menschen, als Organisationen und als ganze Gesellschaften an die Umfeldbedingungen der „Vernetzen Welt“ anpassen werden.

Denn: Es wird immer deutlicher, dass wir kein Erkenntnisproblem haben. Wir haben ein Umsetzungsproblem, und das können (und werden) wir lösen.

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Beyond Project Management: Unterscheide, ohne zu trennen…

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des PM Camp Dornbirn (20.-22.11.2014) ist die Idee entstanden, eine Blogparade zum Thema „Beyond Project Management“ zu initiieren. Marcus Raitner hat den entsprechenden Aufruf veröffentlicht.

„Beyond Project Management“ ist mir aus drei Gründen ein Anliegen:

  • Die vielfältigen Überlegungen um die (Weiter)Entwicklung des Projektmanagements können nur erfolgreich sein, wenn wir die Grenzen der PM-Disziplin bewusster ziehen. Ansonsten ist irgendwie alles und nichts „Projektmanagement“ – und die Diskussion wird beliebig und oberflächlich.
  • Die verschiedenen Denkrichtungen und Ansätze im Projektmanagement (klassisch, agil…) sind nicht gut oder schlecht. Sehr wohl aber sind sie adäquat und wirkungsvoll – oder eben nicht. Klar sollte aber sein: Projektmanagement macht nur dann Sinn, wenn es sich auch tatsächlich per Definition um Projekte handelt. Entsprechend sollte der Titel der Blogparade vielleicht eher „Beyond Projects“ lauten?
  • Vermeintliche Expert/innen (insbesondere Berater/innen wie ich) sind verleitet, für jede aufkommende Frage sofort eine Lösung parat zu haben. So sind im Projektmanagement über Jahrzehnte hinweg nichtssagende Patentrezepte entstanden. Was wir aber in einer komplexen Welt brauchen, ist ein Bewusstsein für die richtigen Fragen (die zum Ursprung der Probleme führen). Echtes Umdenken ist gefragt, nicht das Wiederholen der „alten Weisheiten“, die uns in der Praxis offensichtlich nicht mehr weiter bringen.

Das Ende des Projektmanagements?

Hier nun einige meiner Thesen zu „Beyond Project Management“:

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