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7 Thesen zur Zukunft des Projektmanagements

Projektmanagement ist die wichtigste Arbeits- und Organisationsform zur systematischen Bewältigung komplexer und neuartiger Aufgabenstellungen. Mit dieser Absicht zumindest wurde die Managementmethode in der Mitte des 20. Jahrhunderts eingeführt.

Seither hat sich einiges getan. Wenn man den Prognosen der Zukunftsforscher Glauben schenken darf, befinden wir uns mitten im Übergang in ein neues Zeitalter der menschlichen Evolutionsgeschichte – vielfach als “vernetzte Gesellschaft” bezeichnet. Die Digitalisierung ist die treibende Kraft für die explosionsartige Zunahme der Vernetzungsdichte auf der Welt. Dies hat tiefgreifende Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

In diesem Blogbeitrag möchten wir, Olaf Hinz – Heiko Bartlog – Stefan Hagen, 7 Thesen zur Zukunft des Projektmanagements zur Diskussion stellen. Wir orientieren uns dabei

  • an dem, was wir in unserer beruflichen Projektpraxis tagtäglich erleben,
  • an für uns überzeugenden Denkmodellen zu Komplexität sowie
  • an Eindrücken aus unzähligen Diskussionsrunden mit Praktikern, Entscheidern und Querdenkern.

Die “7 Thesen zur Zukunft des Projektmanagements” verstehen wir als Versuch der Verdichtung von Tendenzen, die uns offensichtlich und logisch erscheinen. Im Zuge der Ausarbeitung der Thesen haben wir uns deshalb immer wieder die Frage gestellt: “Ist diese Erkenntnis nicht trivial? Zu trivial?” Doch genau diese Zweifel waren ausschlaggebend, dass wir schlussendlich an die Relevanz genau dieser Punkte geglaubt haben.

Auf eine rege, konstruktiv-kritische Diskussion freuen wir uns sehr.  Weiterlesen

Vom Wissen zum Können: 10 Thesen für dynamikrobuste Projekte.

Neulich bin ich auf eine empirische Studie von Dr. Gerhard Wohland (u.a.) mit dem Titel „Vom Wissen zum Können – Merkmale dynamikrobuster Höchstleistung“ (PDF Download) gestoßen. Bereits vor über 10 Jahren zeigten die Studienautoren auf, wie Organisation in einer zunehmend komplexen, dynamischen und unsicheren Welt gelingen kann (Stichwort: VUCA). Eine tolle Lektüre!

Die in der Studie beschriebenen Thesen (= Merkmale dynamikrobuster Höchstleistung) können auch auf Projekte und Projektmanagement übertragen werden. Dies möchte ich heute mit 10 Thesen für dynamikrobuste Projekte tun und diese damit hier zur Diskussion stellen.

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Schlankes Projektmanagement: Zurück zum Wesentlichen.

Ich weiß, ich wiederhole mich. Aber ich finde, man kann es nicht genug betonen. Die DNA eines pragmatischen, funktionierenden Projektmanagements lautet: „Was? Wer? Bis wann?“ Denn am Ende des Tages geht es nur um eines: Die Arbeit zu erledigen. Getting Projects Done.

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Beyond Project Management: Unterscheide, ohne zu trennen…

Im Zusammenhang mit der Vorbereitung des PM Camp Dornbirn (20.-22.11.2014) ist die Idee entstanden, eine Blogparade zum Thema „Beyond Project Management“ zu initiieren. Marcus Raitner hat den entsprechenden Aufruf veröffentlicht.

„Beyond Project Management“ ist mir aus drei Gründen ein Anliegen:

  • Die vielfältigen Überlegungen um die (Weiter)Entwicklung des Projektmanagements können nur erfolgreich sein, wenn wir die Grenzen der PM-Disziplin bewusster ziehen. Ansonsten ist irgendwie alles und nichts „Projektmanagement“ – und die Diskussion wird beliebig und oberflächlich.
  • Die verschiedenen Denkrichtungen und Ansätze im Projektmanagement (klassisch, agil…) sind nicht gut oder schlecht. Sehr wohl aber sind sie adäquat und wirkungsvoll – oder eben nicht. Klar sollte aber sein: Projektmanagement macht nur dann Sinn, wenn es sich auch tatsächlich per Definition um Projekte handelt. Entsprechend sollte der Titel der Blogparade vielleicht eher „Beyond Projects“ lauten?
  • Vermeintliche Expert/innen (insbesondere Berater/innen wie ich) sind verleitet, für jede aufkommende Frage sofort eine Lösung parat zu haben. So sind im Projektmanagement über Jahrzehnte hinweg nichtssagende Patentrezepte entstanden. Was wir aber in einer komplexen Welt brauchen, ist ein Bewusstsein für die richtigen Fragen (die zum Ursprung der Probleme führen). Echtes Umdenken ist gefragt, nicht das Wiederholen der „alten Weisheiten“, die uns in der Praxis offensichtlich nicht mehr weiter bringen.

Das Ende des Projektmanagements?

Hier nun einige meiner Thesen zu „Beyond Project Management“:

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Projektmanagement ≠ Agile. Eine Abgrenzung.

Zuerst möchte ich mich für die diversen Kommentare und Rückmeldungen zu meinem letzten Blogbeitrag herzlich bedanken. Gerade auch die kritischen und kontroversiellen Rückmeldungen haben mich sehr gefreut. Genau deshalb habe ich auch nach gut 8 Jahren PM-Blog.com noch große Lust, von und mit meinen Leser/innen zu lernen.

Heute möchte ich eine kleine Tabelle veröffentlichen, die demnächst in Form eines Blogbeitrags im Projektmagazin erscheinen wird. Meine Kernthese: Projektmanagement und Agile (als Sammelbegriff für agile Frameworks wie Scrum) sind zwei unterschiedliche Disziplinen. 
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Das Ende der Planbarkeit? Beyond Project Management.

Es dürfte mittlerweile außer Zweifel stehen, dass die Welt in den letzten 20-30 Jahren komplexer und schneller geworden ist. Dramatisch komplexer und schneller.

Die eigentliche Ursache hierfür liegt in den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (Mobile, Internet, Web 2.0…), welche globale Informations-, Waren- und Finanzströme erst in dieser Form möglich gemacht haben.

Fluch oder Segen? Wahrscheinlich von beidem ein bisschen. Klar sollte uns aber sein: Die Entwicklung hin zur „vernetzten Gesellschaft“ (vgl. IBM CEO Study 2010 / Prof. Dirk Baecker) wird weiter gehen. Was aber bedeutet das für Unternehmen? Was für das Projektmanagement?

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Umfrage: Status Quo Agile 2014

Viele Unternehmen stellen sich (immer noch) die Frage, ob agile Frameworks wie Scrum, Kanban, Scrumban oder Extreme Programming eine relevante Alternative zu planungsgetriebenen, klassischen Projektmanagement-Ansätzen sind.

Diese Frage, nämlich die Bedeutung agiler Ansätze, hat auch Prof. Dr. Ayelt Komus vom BPM-Labor der Hochschule Koblenz vor knapp zwei Jahren erstmals mittels einer Studie „Status Quo Agile“ gestellt. Diese Studie wird nun erneut durchgeführt.  Weiterlesen

Umgang mit Wandel und Veränderung: Retrospektiven als wichtiges Prinzip.

In unserer Beratungs- und Projektpraxis stellen wir seit einigen Jahren Fest, dass die (vor allem längerfristige) Planung immer schwieriger wird. Nicht, dass ich jetzt falsch verstanden werde: Ich halte das gemeinsame Durchdenken und dokumentieren von Szenarien (= Planung) nach wie vor für wichtig und notwendig, gerade auch in Projekten. Aber der Wunsch nach einer stabilen und verlässlichen Planung darf nicht ausblenden, dass Situationen und Umfeldbedingungen immer häufiger hochdynamisch und komplex sind.

Diese Tatsache und Erkenntnis ist ein wesentlicher Grund, warum agile Projektpraktiken immer mehr an Bedeutung gewinnen. Besonders das Prinzip des iterativen Vorgehens und der fixen Retrospektiven am Ende einer jeden Iteration sind in diesem Zusammenhang besonders nützlich. Weiterlesen