Umfrage: Status Quo Agile 2014

Viele Unternehmen stellen sich (immer noch) die Frage, ob agile Frameworks wie Scrum, Kanban, Scrumban oder Extreme Programming eine relevante Alternative zu planungsgetriebenen, klassischen Projektmanagement-Ansätzen sind.

Diese Frage, nämlich die Bedeutung agiler Ansätze, hat auch Prof. Dr. Ayelt Komus vom BPM-Labor der Hochschule Koblenz vor knapp zwei Jahren erstmals mittels einer Studie „Status Quo Agile“ gestellt. Diese Studie wird nun erneut durchgeführt.  „Umfrage: Status Quo Agile 2014“ weiterlesen

Umgang mit Wandel und Veränderung: Retrospektiven als wichtiges Prinzip.

In unserer Beratungs- und Projektpraxis stellen wir seit einigen Jahren Fest, dass die (vor allem längerfristige) Planung immer schwieriger wird. Nicht, dass ich jetzt falsch verstanden werde: Ich halte das gemeinsame Durchdenken und dokumentieren von Szenarien (= Planung) nach wie vor für wichtig und notwendig, gerade auch in Projekten. Aber der Wunsch nach einer stabilen und verlässlichen Planung darf nicht ausblenden, dass Situationen und Umfeldbedingungen immer häufiger hochdynamisch und komplex sind.

Diese Tatsache und Erkenntnis ist ein wesentlicher Grund, warum agile Projektpraktiken immer mehr an Bedeutung gewinnen. Besonders das Prinzip des iterativen Vorgehens und der fixen Retrospektiven am Ende einer jeden Iteration sind in diesem Zusammenhang besonders nützlich. „Umgang mit Wandel und Veränderung: Retrospektiven als wichtiges Prinzip.“ weiterlesen

Schattenkämpfe im Projektmanagement – Schluss damit!

Bereits vor einiger Zeit – nämlich vor fast 2 Jahren – hat Jurgen Appelo den Blogpost „Complexity versus Lean versus Agile versus Me“ verfasst. Ich habe mir damals schon vorgenommen, das Thema auch im PM Blog aufzugreifen. Heute ist es nun soweit.

Ausgangsthese: Die meisten Experten- und Praktiker-Diskussionen im Zusammenhang mit dem vermeintlich „richtigen Vorgehen in Projekten“ sind reine Schattenkämpfe„Schattenkämpfe im Projektmanagement — Schluss damit!“ weiterlesen

„The DNA of Lean and Agile…“

InfoQ ist eine der größten und populärsten Plattformen zur Verbreitung von Wissen und Erfahrungen aus den Bereichen

  • Softwareentwicklung,
  • Innovation und
  • agiles Management.

Dort bin ich auf einen tollen Vortrag von James Sutton gestoßen: „Go With The Flow: Why Lean Ideas Like Kanban Work So Well In Software„. Inhalte sind u.a.:

  • lean principles / lean paradigm
  • craft paradigm
  • failure of traditional management
  • people come first
  • lean-friendly organizational environments
  • trust (creditibility, consistency, alignment, reputation, contribution, references)

Besonders interessant finde ich auch, dass er sich auch recht kritisch gegenüber der agilen Softwareentwicklung / dem agilen Projektmanagement äußert. Seiner Ansicht nach setzt man sich in der „agilen Welt“ zu wenig intensiv mit der Vision und dem Business Case des Kunden auseinander.

Dies mag in seinem Bereich stimmen – ich konnte das bislang nicht feststellen. Wo ich Suttons Meinung aber zu 100% teile ist, dass die Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen, Zielen und auch dem Kontext des Kunden ein zentraler Erfolgsfaktor für (Entwicklung)Projekte ist. Egal, mit welchem PM Ansatz man die Entwicklung gestaltet und koordiniert.

PS: Die Folien zum Vortrag können parallel angezeigt werden:

Social Project Management

Lars Zapf von Simprove hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das, was ich im Zusammenhang mit Basecamp als Projektmanagement 2.0 bezeichne, auch den Titel Social Project Management trägt oder verdient. Zu diesem Thema gibt’s auch eine sehr gute Präsentation auf Slideshare, die das Thema sehr gut abrundet:


Die Präsentation ist zwar mit 80 Slides recht umfangreich, aber wenn Sie sich für das Thema interessieren, sind die 10 Minuten Zeitaufwand eine gutes Investition.

Lars Zapf Blog: Was ist Social Project Management?

Social Project Management gibt’s sogar schon bei Facebook: MyOffice

Management von agilen Projekten

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In innovationsgetriebenen Unternehmen kommt immer häufiger „Agiles Projektmanagement“ zum Einsatz. Zu diesem Thema habe ich einen aus meiner Sicht hervorragenden Blog gefunden, nämlich LeadingAnswers von Mike Cottmeyer – eine wahre Oase zum Thema „Agile Project Management“.

Zugegebenermaßen benötigt man etwas Zeit, um sich mit dem Thema intensiver zu beschäftigen. Aus meiner Sicht ist diese Investition aber eine gute, wenn sie in sehr innovativen und dynamischen Umfeldern Projekte durchführen.

Übrigens: Auf der LeadingAnswers ist eine nette Google-Funktion eingebaut, mit der Sie die Seite auch in anderen Sprachen (auch deutsch) anzeigen können. Die Übersetzung ist zwar etwas holprig, aber der Sinn des Textes kommt in der Regel raus.

Mein Lesetipp für heute: The True Role of a PM on Agile Projects

Ergänzende Informationen zum Thema:

Agile Project Management

PM-Blog.com: Manifesto for Agile Software Development (Agile Manifesto)

PM-Blog.com: Projektmanagement bei bwin

PM-Blog.com: Googles Innovationsprozess und -prinzipien

Projekte einfach erfolgreich managen

keith_robinson.jpg

Das Motto des PM-Blogs lautet „Simplify your projects„. Denn gutes, erfolgreiches Projektmanagement muss nicht darf nicht kompliziert sein, sondern vielmehr pragmatisch, einfach und dynamisch.

Kürzlich bin ich auf einen Blog-Eintrag von D. Keith Robinson, Creative Director eines Design-Unternehmens in Seattle, gestoßen. Der Titel lautet: Project Management made easy. Damit hat er natürlich meine Aufmerksamkeit geweckt. Ich habe seine Punkte für Sie mal sinngemäß übersetzt und zusammen gefasst:

1) Projektmanagement ist nicht so schwierig und kompliziert, wie viele denken.

Im Kern ist Projektmanagement einfach. Denn was passiert in Projekten eigentlich? Wir haben eine – meist komplexe – Aufgabe, die wir in kleinere Teile (Ziele, Aufgaben etc.) herunter brechen. Als Projektmanager/in können und dürfen Sie nicht alles selbst machen, sondern Sie müssen Aufgaben delegieren. Und vor allem müssen Sie sicher stellen, dass die Aufgaben auch wirklich erledigt werden – in der geplanten Zeit, der geplanten Qualität und den zur Verfügung stehenden Ressourcen.

Und wie erreichen wir das? Ein sauberer Plan, gute Teammitglieder, klare Anforderungen, proaktive Kommunikation, ein klarer zeitlicher Rahmen, Fixtermine, ein Budget etc. Wenn Sie sich genug (genug muss nicht viel bedeuten) Zeit nehmen, Projekte zu analysieren und zu planen, werden Sie häufig feststellen, dass der „Job“ durchaus machbar ist. Reden Sie Projekte nicht schwieriger, als sie ohnehin schon sind. Gehen Sie die Dinge an, Punkt für Punkt, Arbeitspaket für Arbeitspaket.

2) Kick Off

Die Initierung und der Start von Projekten sind absolut erfolgskritisch. Stellen Sie sicher, dass das Team die Aufgabenstellung und die (Kunden)Anforderungen gänzlich verstanden haben. Versuchen Sie, möglichst alle Informationen zum Projekt zusammen zu tragen. Auch jene, die Ihnen spontan als unwichtig erscheinen.

– Wie lauten die Projektziele?
– Welche Stakeholder (Anspruchsgruppen) hat das Projekt?
– Gibt es einen unwiderrufbaren Endtermin (Deadline)?
– Wer hat welche Rolle?
– Sind Erwartungen klar definiert und allen Beteiligten klar?
– etc.

    Diese Liste kann von Projekt zu Projekt unterschiedlich sein. Die Grundidee besteht aber darin, am Projektbeginn so viel Information wie möglich zu sammeln, zu verteilen und zu analysieren. Stellen Sie sicher, dass jedem/jeder Beteiligten von Beginn an klar ist, was erwartet wird.

    3) Transparente Dokumentation

    Stellen Sie zu jeder Zeit des Projekts sicher, dass die ursprünglichen Ziele, Anforderungen, der Projektumfang etc. klar dokumentiert sind. Umsetzungsformen: Projektauftrag, Lastenheft, Pflichtenheft, technische Spezifikationen, Projektverträge etc. –> Jeweils von beiden Seiten Auftraggeber und Projektleiter/in schriftlich freigegeben.

    4) Terminplan, Arbeitspakete und Meilensteine

    Am Beginn eines Projekts werden Sie wahrscheinlich einen mehr oder weniger exakten Terminplan aufstellen. Konzentrieren Sie sich als Projektleiter/in auf die wesentlichsten Meilensteine, und lassen Sie die Expert/innen – sprich ihre Teammitglieder – die Details ausarbeiten. Warum?

    – Jeder arbeitet anders. Lassen Sie Ihre Teammitglieder so arbeiten, wie sie es gewohnt sind. Greifen Sie erst ein, wenn diese Arbeitsweise offensichtlich nicht zum Erfolg führt.
    – Ein derartiges Vorgehen (Prinzip: Selbstorganisation und Selbstverantwortung) schafft Vertrauen und erleichtert die Kommunikation.

      Stellen Sie insbesondere auch sicher, dass kritische Projekttermine, die „bottlenecks“ sind oder werden könnten, allen Beteiligten (glas)klar sind. Machen Sie Ihren Kunden klar, dass wenn sie wichtige Meilensteinergebnisse nicht rechtzeitig (schriftlich) freigeben, der Terminplan nicht gehalten werden kann. Und machen Sie klar, dass „Deadlines“ keine „Guidelines“ (sondern eben Deadlines) sind. Leben Sie Ihrem Kunden vor, was es heißt, Deadlines IMMER einzuhalten. Und wenn Deadlines nicht gehalten werden können, informieren Sie rechtzeitig und analysieren Sie die Gründe dafür.

      5) Kommunikation

      Gute, unmissverständliche und kontinuierliche Kommunikation ist vielleicht die wichtigste Voraussetzung für erfolgreiches Projektmanagement. Geben Sie wöchentliche, komprimierte Statusberichte ab. Stellen Sie sicher, dass jede/r zu jederzeit weiß, was er oder sie zu tun hat. Seien Sie aber auch offen für kritische Fragen und Bedenken, die Ihre Teammitglieder äußern! Nehmen Sie sich einfach die Zeit, regelmäßig mit Ihrem Team zu kommunizieren – das ist die halbe Miete.

      Es ist oft verwunderlich, was eine kurze, wöchentliche Status-e-Mail bewirken kann, um ein Projekt auf Kurs zu halten. Seien Sie offen und ehrlich, was Probleme, verpasste Deadlines, nicht zu erfüllende Erwartungen etc. angeht. Versuchen Sie nicht, Dinge zu verheimlichen – nicht einmal, wenn’s peinlich wird. Kunden und Auftraggeber haben in der Regel Verständnis, wenn Sie offen und ehrlich zu ihnen sind. Umgekehrt verschärfen sie die Probleme, wenn Sie sie vertuschen.

      6) Ein gutes Prozess- und Änderungsmanagement

      Jedes Projekt verändert sich während der Durchführung. Sie können einen noch so guten Prozess oder Ablaufplan entwickelt haben, meistens werden Sie den einen oder anderen wichtigen Punkt vergessen. Selbstverständlich können sich auch Ziele, Anforderungen und Projektinhalte ändern. Damit müssen Sie professionell umgehen können. Ein derartiges professionelles Änderungsmanagement ist aber selbstverständlich nur möglich, wenn Sie die Grundlagen des Projekts ausreichend dokumentiert haben (siehe Punkt 3).

      Wenn ein Kunde etwas möchte, das außerhalb des verabschiedeten Projektauftrags liegt, prüfen Sie genau, welche Auswirkungen diese Änderung auf das gesamte Projekt haben könnten. Lassen Sie sich wesentliche Projektänderungen IMMER vom Kunden gegenzeichnen. Insbesondere, wenn die Änderungen eine Auswirkung auf das Budget, die Termine oder die Qualität haben.

      Achten Sie auf einen soliden aber trotzdem flexiblen Änderungsprozess!

      7) Lassen Sie Software-Tools für sich arbeiten

      A fool with a tool is still a fool. Aber: Es gibt mittlerweile unzählige, mehr oder weniger gute Tools, die Ihnen den Alltag als Projektmanager/in erleichtern können. D. Keith Robinsons Favoriten sind Basecamp, Harvest, e-Mail und Chat. Meine persönlichen Favoriten sind MindManager, die ganz normalen MS Office Programme (aber innovativ und sinnvoll eingesetzt), e-Mail, Projekt-Blogs, Skype aber auch MS Project.

      Keiths PM-Erfolgsfaktoren nochmal im Gesamtüberblick:

      – Don

      Projektmanagement bei bwin

      bwin ist einer der größten Sportwettenanbieter in Europa. Man mag das Geschäftsmodell durchaus kritisch sehen, doch was man bwin wahrscheinlich NICHT vorwerfen kann, wäre unprofessionelles Management. Denn sonst hätten sie es nicht geschafft, innerhalb weniger Jahre (in einem höchst dynamischen und wettbewerbsintensiven) so stark zu wachsen und einen global bekannten Markennamen zu kreiren.

      Auf der News-Seite von next level Consulting findet sich ein Interview mit Georg Herberth von bwin. Er leitet dort seit 2001 IT-Projekte im internationalen Telekommunikationsumfeld (u.a. in London, Prag, Chicago, Seattle). Besonders interessant finde ich den Mix an verschiedenen Standards und Instrumenten (ITIL –> Incidentmanagement, Change-Management, CMMI –> PPQA, ReqM, PP und PMC und Scrum), die bei bwin in ein eigenes Vorgehensmodell einfließen:

      Gut gefällt mir auch die Projektphilosophie (hört sich zumindest gut an 🙂 ):

      Georg Herberth: bwin ist ein sehr zielorientiertes Unternehmen, bei dem das Kundenerlebnis im Vordergrund steht. Ein Projekt ist erst dann erfolgreich, wennes sich am Markt bewiesen hat. Dies kann genauso durch erhöhte Systemverfügbarkeit als Ergebnis eines Infrastrukturprojektes geschehen, wie natürlich durch Umsatz- oder Nutzerzahlen nach Einführung eines neuen Produktes. Wichtig hierbei ist, dass alle Projektteammitglieder diese Ziele kennen und sich damit identifizieren, denn nur so kann der Erfolg bestmöglich garantiert werden.