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Clouds & Dirt in Projekten – Konzentration auf die großen und die kleinen Themen.

Gary Vaynerchuck ist erfolgreicher Internet-Unternehmer, Investor und Speaker. Viele seiner Gedanken und Konzepte haben mich in den letzten Jahren immer wieder inspiriert.

Besonders gut gefällt mir Garys Managementphilosophie „Clouds & Dirt“. Watch this:

Clouds & Dirt einfach erklärt

Worum geht es? Vaynerchucks Idee ist einfach:  Weiterlesen

Organisationale Effektivität (Marshall Model)

Vor einiger Zeit sind mir die Aktivitäten und Blogbeiträge von Bob Marshall zu den Themen Agile, Lean und Organisational Effectiveness aufgefallen. Bob beschreibt sich selbst wie folgt:

„A misfit. A trouble-maker. A round peg. I see things differently. No fondness for rules, and no respect for the status quo. I change things. Changing the world of work.“

Das hat mein Interesse geweckt.

Rightshifting: Organisationale Effektivität.

Bob Marshall hat den Begriff „Rightshifting“ ins Leben gerufen. Darunter versteht er: “Improving the effectiveness of knowledge-work businesses.”

Genau diese Frage sollten wir auch im Projektmanagement wesentlich stärker in den Vordergrund rücken. Denn wenn Projekte gelingen sollen, müssen die strategischen, strukturellen, personellen und kulturellen Rahmenbedingungen in Organisationen hinterfragt werden, die „organisationale Effektivität“ beeinflussen.

Sein Konzept hat er auf diesen Folien (die allerdings bereits 4 Jahre alt sind) beschrieben:

 

Aspekte von „Rightshifting“:

  • Bob betrachtet primär den Bereich der Softwareentwicklung. Allerdings kann sein Konzept auf alle „wissensintensiven Branchen“ übertragen werden (Stichwort: Knowledge Workers).
  • Bob arbeitet mit einem einfachen, zweidimensionalen Diagramm: X = Effektivität. Y = % der Unternehmen. (Folie 3)
  • Am Beginn geht er von einer normalverteilten Häufigkeit aus. In Wirklichkeit geht er aber von einer schlechteren Verteilung aus (Folie 4).
  • Rightshifting beschäftigt sich nun mit der Frage, wie die Effektivität (sprich der Wirkungsgrad und als Konsequenz der Erfolg von Organisationen) erhöht werden kann – sprich die Kurve nach rechts verschoben werden kann.
  • Interessant ist z.B. auch, wie Bob die gängigen PM Vorgehensmodelle und Ansätze (klassisch, agil) in sein Modell einordnet. (Folie 7)
  • Weiters kommt er zum Schluss, dass man mit strukturierten und standardisierten PM Ansätzen (er nennt es „Administrative Project Management“ APM) nur einen mittleren Effektivitätsgrad erreichen kann. (Folie 10)
  • Die Aspekte, die er auf den darauf folgenden Folien auf sein „Rightshifting-Modell“ überträgt, erscheinen mir überaus schlüssig. (Folien 11 – 25)
  • Richtig spannend wird es dann noch einmal ab Folie 26: Dort beschreibt er „Four Management Measures“ (frei übersetzt: Vier Herangehensweisen des Managements), die er in der Praxis wahrnimmt.
  • Im 2. Teil der Präsentation (ab Folie 29) geht Bob Marshall auf einige spezifische Aspekte ein. Hier möchte ein Deming-Zitat, das er verwendet, besonders hervor heben: „95% of an individual’s performance is dictated by the System.“ YES!

Marshall Model

Das Marshall Model (© Bob Marshall) beschreibt folgende 4 Reifestufen organisationaler Effektivität, die ein Unternehmen erreichen kann:

  1.  Adhoc
  2. Analytic
  3. Synergistic
  4. Chaordic (= chaotic + order)
Ein wirklich toller Ansatz, den wir beim PM Camp 2012 im November in Dornbirn in einer Session näher behandeln und diskutieren sollten.

Weiterführende Informationen:

Effektivität vor Effizienz

Neulich hatte ich die Gelegenheit, den „Lehrlingspapst“ Österreichs, Egon Blum, persönlich kennen zu lernen. Hr. Blum leitete jahrelang den vielfach ausgezeichneten Lehrlingsbereich beim Vorarlberger Beschlägehersteller Blum, und er war Lehrlingsbeauftragter der Österreichischen Bundesregierung.

In diesem Gespräch habe ich folgendes gelernt:

  • Egon Blum erzählte mir, dass er versucht hat, jeden der Lehrlinge bei Blum (es waren mehrere Hundert) täglich (!) persönlich zu treffen. Mit dieser Philosophie hat er es geschafft, eine unmittelbare persönliche Beziehung zu allen diesen jungen Menschen aufzubauen und zu pflegen. Laut eigener Aussage war und ist dies ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg in der Lehrlingsausbildung bei Blum. –> MEIN LEARNING: Gutes (Projekt)Management ist im Kern sehr ähnlich: Regelmäßige persönliche Kontakte und ein Austausch auf Augenhöhe sind essenziell, um Entwicklungen und Stimmungen aufzunehmen und ein Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeiter/innen / Teammitgliedern aufzubauen.
  • Außerdem erzählte mir Hr. Blum, dass sein Leitmotiv in den vielen Jahren seiner Führungstätigkeit stets war: „Effektivität vor Effizienz.“ –> MEIN LEARNING: Genau das sollten viele (Projekt)Manager/innen auch beherzigen. Zuerst gilt es, die richtigen Schritte und Maßnahmen zu finden (Effektivität = „Die richtigen Dinge tun.“). Erst dann kann überhaupt ein effizienter Arbeitsprozess sicher gestellt werden (Effizienz = „Die Dinge richtig tun.“). Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Damit meine ich keine endlose Planung oder der Illusion zu erliegen, dass komplexe Situationen überhaupt im Detail planbar sind. Aber ich meine damit, dass wir in Projekten und anderswo immer noch viel zu häufig in „operative Hektik“ verfallen.

Manchmal ist gutes (Projekt)Management doch so einfach, nicht?