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Worum es in Projekten eigentlich gehen könnte: Plädoyer für ein integriertes Verständnis.

Die vermeintlichen Expertendiskussionen im Projektmanagement, an denen auch ich mich immer wieder gerne beteilige, kann man mit etwas Abstand auch durchaus zeitweise als „Schattenkämpfe“ bezeichnen. Jede/r versucht den/die Andere/n, mit seinen/ihren Argumenten zu überzeugen. Damit sollten wir aufhören.

In den letzten Jahren habe ich mir, inspiriert durch viele wichtige und wertvolle Menschen in meinem Umfeld (z.B. auch auf den PM Camps), verstärkt die Frage gestellt, worum es in Projekten und im Projektmanagement eigentlich gehen könnte? Hier ein Vorschlag einer möglichen Antwort oder genauer gesagt einer möglichen Frage.   Weiterlesen

Video: Integriertes Projektmanagement (IPM)

Vor einigen Wochen bin ich der Einladung von Roland Dürre (InterFace AG) gerne gefolgt, beim IF-Forum einen kurzen Input zum Thema „Integriertes Projektmanagement“ zu halten (ich hatte im Blog bereits darüber berichtet).

Den Vortrag gibt’s nun auch als Video zum „Nachschauen“:

 

IPM Prämissen und Prinzipien

„Integriertes Projektmanagement“ (IPM) ist ein Ansatz, den wir in den letzten 12 Jahren im Rahmen unserer PM Consultings und Trainings entwickelt haben. Einige Prämissen und Prinzipien von IPM sind:

  1. Logik des Gelingens: Im Zentrum muss die Frage stehen: Wie können Projekte gelingen? Wie kann Projektmanagement in Organisationen gelingen?
  2. Ebenenwechsel: Die Lösungen für Probleme im Projektmanagement findet meist nicht auf derselben Ebene, auf der sie entstanden sind.
  3. Integration: Nach der notwendigen Differenzierung der verschiedenen PM Ansätze und Theorien (Stichworte: klassisch, agil) muss nun eine Integration der Erkenntnisse auf einer höheren Ebene erfolgen.
  4. Blick über den Tellerrand: Wirkungsvolle Ansätze für die Weiterentwicklung des Projektmanagements finden wir vor allem auch in angrenzenden Disziplinen wie der Systemtheorie, der modernen Führungs- und Organisationsforschung oder den Sozialwissenschaften.
  5. Horizontale und vertikale Integration: Gelingendes Projektmanagement bewegt sich im Spannungsfeld „Menschen in Systemen“ (= vertikale Integration) und „klassisches und agile PM“ (= horizontale Integration). (vgl. Folie 20)
  6. Systemprinzipien: IPM ist ein systemischer PM Ansatz, der die Einhaltung der zentralen Systemprinzipien Ordnung, Zugehörigkeit und Achtsamkeit  zum Ziel hat.

Weiterführende Informationen

Vortrag: Integriertes Projektmanagement (IF Forum)

Gestern fand – wie berichtet – das IF-Forum der InterFace AG statt. Für meinen kurzen Input habe ich das Thema „Integriertes Projektmanagement“ gewählt.

Die Kernthesen meines Vortrages waren:

 

Erfahrungen und Gedanken

Einige Gedanken, die mir bei der Heimfahrt durch den Kopf gegangen sind, möchte ich kurz mit Ihnen teilen:

  • Ich wollte (wieder mal) in die 30 Minuten Redezeit möglichst viele mir wichtige Aspekte rein packen. <Notiz an mich: Beim nächsten Mal noch mehr reduzieren.> 😉
  • Das, was ich unter dem Titel „Integriertes Projektmanagement“ verstehe, hat den Ursprung in der Überzeugung, dass (in den meisten Fällen) klassische und agile PM Ansätze sinnvoll miteinander kombiniert werden können (= horizontale Integration).
  • Mittlerweile habe ich das IPM-Konzept um weitere systemische Aspekte und Prinzipien ergänzt (= vertikale Integration). Im Wesentlichen handelt es sich um die Systemlehre meines „Lehrmeisters“ und Kollegen, Kambiz Poostchi (OSM®; Buchtipp).
  • Wichtig ist mir das Verständnis, dass es sich nicht um die bloße Kombination von Ansätzen handelt (= hybrides PM), sondern um den Anspruch, die Integration auf einer höheren Systemebene zu vollziehen (= Ebenenwechsel).
  • Mir ist vollkommen bewusst, dass sich das für viele abstrakt und theoretisch anhört. Ich glaube aber fest daran, dass in dieser Denkweise jetzt und in Zukunft ein Schlüssel zum Erfolg im Projektmanagement (und in vielen anderen Bereichen) liegen wird.
  • Überhaupt muss ich zugeben, dass mir dieser implizit oder explizit geäußerte Vorwurf teilweise etwas auf die Nerven geht: „Nette Theorie, aber lassen Sie uns doch praktisch werden.“ Denn systemische Erkenntnisse und Prinzipien sind ultimativ praktisch. Allerdings muss man sie zuerst theoretisch durchdrungen und in praktischen Übungen erlebt haben, um sie im Alltag schrittweise anwenden und leben zu können.
  • Gleichzeitig nehme ich den zuvor genannten Punkt schon wieder zurück, denn wenn man mit derartigen Themen „auf die Bühne tritt“, muss man auch den Anspruch haben, sie verständlich und nachvollziehbar präsentieren zu können. Daran werde ich weiter intensiv arbeiten.
  • Abschließende Bemerkung: Die gestrige Veranstaltung war wirklich toll. Roland Dürre und seinem Team möchte ich an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für die Einladung aussprechen. Die Diskussion im Fishbowl Format war wie immer spannende und erfrischend. Allerdings endeten wir in meiner Wahrnehmung irgendwann in einer bekannten Endlosschleife nach dem Muster: A hat eine Frage / ein Problem. B, C und D haben die Lösung dafür.
  • Die meisten Lösungen hatten für mich aber den Charakter von „Rezepten“, die im Projektmanagement immer wieder rauf und runter gebetet werden. Ich glaube daran, dass wir uns wieder stärker auf die dahinter liegenden Prinzipien konzentrieren müssen (≠ Rezepte).

Folien

Hier noch der Vortrag zum Durchklicken bzw. zum Herunterladen:

Eindrücke:

Weitere Fotos auf Google+.

Rückblick (5): Integriertes Projektmanagement

Rückblick

In den letzten Jahren hat sich mein Eindruck einer gewissen „Lagerbildung“ im Projektmanagement verstärkt.

  • Auf der einen Seite steht die (nach wie vor große) Gruppe der meist erfahrenen und etablierten „Projektmanager/innen der alten Schule“ (klassisches PM).
  • Auf der anderen Seite steht die „agile Community„, häufig die „jungen Wilden„, die meist in IT-Umfeldern tätig sind (agiles PM).

Natürlich handelt es sich hierbei um eine stark verkürzte und vereinfachende Darstellung. Die Realität ist selbstverständlich weitaus differenzierter und vielfältiger. Ich denke aber, dass die Tendenz stimmt.

Unterschiedliche Sicht- und Herangehensweisen sind ja an und für sich nichts Schlechtes. Aber sie sollten dazu führen, dass beide Seiten voneinander lernen können, und durch die Unterschiedlichkeit etwas Besseres entsteht. Genau das ist im Projektmanagement aus meiner Sicht bislang noch nicht passiert. Etwas überspitzt formuliert sind häufig folgende Haltungen und Glaubenssätze anzutreffen:

  • Die Vertreter des klassischen Projektmanagements halten agile Vorgehensweisen nur für einen Modetrend, der mit „richtigem Projektmanagement“ nichts zu tun hat. Außerdem sind SCRUM & Co. „doch nur in bestimmten Bereichen der Softwareentwicklung“ anwendbar.
  • Die „Agileros“ hingegen halten die bisherigen PM Methoden überhaupt für unbrauchbar, denn schwierige Projekte sind ja „ohnehin nicht im Detail planbar„. Und überhaupt verstehen die „Old Economy (Projekt)Manager“ nichts von „modernen, selbstorganisierten Ansätzen und Organisationsformen„.

Diese gegenseitige Abgrenzung bringt uns nicht weiter! Wir brauchen eine sinnvolle Integration der verschiedenen Konzepte, Sichtweisen und Modelle. Vor allem aber brauchen wir eine fundierte Diskussion auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Dimensionen. Damit das gelingen kann, brauchen wir Menschen,

  • die offen für Neues sind,
  • die bereit sind, ihre persönliche Komfortzone zu verlassen,
  • die Andersdenkenden auf Augenhöhe begegnen und
  • die Tag für Tag an ihrer eigenen Professionalität arbeiten, sprich lernwillig und -fähig sind.

Nun aber zurück zum Thema. Mit dem Modell „Integriertes Projektmanagement (IPM)“ habe ich versucht, eine Diskussionsgrundlage „ins Rennen zu werfen“. Denn es ist meine tiefe Überzeugung, dass wir in Zukunft das Gemeinsame, das Verbindende viel stärker ins Zentrum rücken müssen, um den neuen Herausforderungen zu begegnen. Also weniger „entweder-oder“ und mehr „sowohl-als-auch“. Es gibt nicht „das richtige Projektmanagement“, sondern vielmehr viele verschiedene Aspekte, Richtungen und Herangehensweisen, die zum Erfolg führen können.

Das IPM-Modell schlägt eine Integration in zwei Dimensionen vor:

  1. Horizontale Integration: klassisches Projektmanagement (deduktives, planorientiertes Management im Dreieck „Scope – Budget – Time“) UND agiles Projektmanagement (iteratives, kommunikationsgetriebenes Vorgehen in selbstorganisierten Teams).
  2. Vertikale Integration: Fokus auf die Menschen mit ihren Potenzialen, Bedürfnissen und Emotionen UND Schaffung eines strategischen, strukturellen und kulturellen Umfeldes (= Systemgestaltung), in dem Kollaboration und Teamarbeit gelingen kann.

Ich muss zugeben, dass das Thema so umfangreich und vielfältig ist, dass mir Präsentationen, Fachartikel, Blogbeiträge etc. immer wieder als ungeeignete Form erscheinen, um ausreichend in die Tiefe zu gehen. Denn in Wirklichkeit geht es um ein neues Verständnis von Organisation, Führung und Management für das 21. Jahrhundert, um es etwas pathetisch auszudrücken.

Trotzdem der Versuch, die Grundidee von IPM auf knapp 50 Folien zu skizzieren:

Ausblick

Die überwiegende Anzahl von Unternehmen, die ich in der Praxis erlebe, benötigen ein individuelles, differenziertes und maßgeschneidertes Konzept, um ihr Projektmanagement weiter zu entwickeln und zu professionalisieren (vgl. „Wider die zunehmende Verdosung des Projektmanagements“ von Hinz/Poczynek; PDF). Dem versuche ich auch mit dem IPM-Ansatz Rechnung zu tragen.

Gleichzeitig möchte ich den Anspruch dieses Modells relativieren. Denn IPM ist

  • eine Diskussionsgrundlage,
  • ein Gerüst für Diskussion und Entwicklung aber auch
  • ein Bezugs- und Orientierungsrahmen für die Entwicklung spezifischer Strategien und Vorgehensweisen zur Entwicklung und Professionalisierung von Projektmanagement in Organisationen.

Meine Ziele und Vorsätze für das kommende Jahr sind in diesem Zusammenhang:

  • Praktische Anwendung in möglichst vielen Projekten und OE-Prozessen
  • kritische Diskusson, Reflexion und Weiterentwicklung des IPM Modells
  • Integration zukunftsorientierter Ansätze aus den Feldern Systemlehre und -theorie, Organisation, Organisationsentwicklung und Change Management, Führung und Management, Lernen und Personalentwicklung, Gehirnforschung etc. pp.

Über eine weiterhin kritische Diskussion zu dem Thema würde ich mich sehr freuen!

Vortrag beim PM Camp 2011

Das PM Camp 2011 (3.-5.11.2011) ist vorbei, und es war ein großer Erfolg. Ein ausführlicher Veranstaltungsbericht folgt noch.

Wie angekündigt bestand das Programm beim Camp jeweils vormittags aus vorbereiteten Inputs und Vorträgen, und am Nachmittag folgten die offenen Barcamp-Sessions. Ich habe wieder mal meine Thesen zum Integrierten Projektmanagement präsentiert, da mir gerade dieses Thema ein besonderes Anliegen ist.

Die anschließende Diskussion war durchaus (auch) kontrovers, was mich besonders gefreut hat. Denn derartige Konzeptideen können sich nur entwickeln, wenn sie kritisch geprüft, hinterfragt und auch zum Teil widerlegt werden.

Einige Thesen des IPM-Ansatzes möchte ich kurz erläutern (wenngleich es wohl sinnvoller wäre, bei Gelegenheit dazu mal eine umfangreichere Publikation zu verfassen).

  • Es gibt sowohl in klassischen UND agilen Ansätzen gute Praktiken, Methoden und Prinzipien.
  • PM ist nicht richtig oder falsch, sondern es funktioniert oder eben nicht. Das „Funktionieren“ hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab (PM Anwendungsbereich und Kontext, beteiligte Menschen, spezifisches Projekt, Organisationskultur…).
  • Richtiges und gutes PM ist in der Regel einfach und schlank sein, damit es funktioniert.
  • Es gibt keine Patentrezepte. Das, was im einen Fall bestens funktioniert, kann im anderen Fall falsch sein.
  • Integriertes Projektmanagement versucht, einen Orientierungsrahmen für relevantes PM Wissen zu geben.
  • Horizontale Integration: Klassisches und agiles PM.
  • Vertikale Integration: Menschen in Systemen.
  • Die Inhalte und Grundlagen des IPM-Ansatzes sind nicht neu – lediglich die Konfiguration der Themen.

PPT-Folien

Hier die Folien zum Vortrag:

Screencast

Zusätzlich habe ich noch einen kleinen Screencast erstellt, um die einzelnen Folien kurz zu kommentieren.

Kritik

Nochmals: Das Modell zum Integrierten Projektmanagement hat den Charakter einer Diskussionsgrundlage. Ich freue mich über zustimmenden oder auch kritische Kommentare, Ergänzungen und Anregungen.

Integriertes Projektmanagement (IPM)

Heute (29.4.) um 11:15 Uhr haben sich Martin Seibert und ich zum Thema „Integriertes Projektmanagement“ unterhalten. Hier der Link zur entsprechenden Video-Dokumentation:

Quasi das Gegenprogramm zu William & Kate 😉

PS: Hier noch die PPT-Präsentation, die wir teilweise als Grundlage für das Gespräch verwendet haben:

Pragmatisches IT-Projektmanagement

Informationstechnologie (IT) und Softwareentwicklung ist eines der wichtigsten Anwendungsfelder im Projektmanagement. Besonders im IT-Projektmanagement ist seit einiger Zeit ein klarer Trend in Richtung agiler Vorgehensmodelle und Methodiken (wie z.B. SCRUM, Extreme Programming, Crystal, Feature Driven Development etc.) festzustellen. Trotzdem tun sich viele Unternehmen schwer, agile Methodiken in ihrer Reinform zu implementieren. Zudem ist eine rein agile Vorgehensweise in manchen Projekten gar nicht sinnvoll, was dazu führt, dass klassische und agile Ansätze miteinander kombiniert werden müssen (siehe hierzu „Integriertes Projektmanagement“ oder „ScrumBut„.)

Klassische vs. Agile PM-Ansätze

Internationale Standard und Rahmenwerke wie das PMBOK von PMI, die ICB von IPMA, PRINCE2 oder auch die DIN 69901 können den klassischen PM Ansätzen zugeordnet werden. Die oben genannten agilen Vorgehensmodelle, die bislang größtenteils in der Softwareentwickung Verwendung finden, sind hingegen Ansätze des Agilen Projektmanagements (APM). Ich persönlich bin davon überzeugt, dass wir in vielen Bereichen Wissen und Fähigkeiten aus „beiden Welten“ benötigen werden (= Integriertes Projektmanagement).

Buchtipp

Neulich habe ich ein Rezensionsexemplar des Buches „Pragmatisches IT-Projektmanagement“ von N. von Briniski und G. Vollmer erhalten.  Der Untertitel des Buches gibt Aufschluss über die Besonderheit dieses Buches: „Softwareentwicklungsprojekte auf Basis des PMBOK® Guide führen“. Die Autoren haben damit ein Werk geschaffen, das in einer sehr systematischen und gleichzeitig praxisorientierten Art und Weise eines der wichtigsten „klassischen“ Rahmenwerke, nämlich das PMBOK, mit agilen Prinzipien und Vorgehensmodellen verbindet und daraus das PITPM Vorgehensmodell ableitet.

Das Buch ist meines Erachtens ein großer Wurf in dem Thema. Denn gerade mittelständische IT Unternehmen oder IT-Abteilungen in Unternehmen stehen häufig vor dem Problem der Entwicklung einer PM Methodik für die Planung und Steuerung der IT Projekte. In diesem Zusammenhang kommt man in der Regel auch zu der Frage, ob agile oder klassische Methoden Anwendung finden sollen. Das Buch „Pragmatisches IT-Projektmanagement“ kann in diesem Zusammenhang schlüssige Antworten und eine individuell anpassbare Vorlage für eine spezifische PM-Methodik bieten.

Ein weiteres Highlight: Auf der Seite www.PITPM.net können (vorausgesetzt, Sie legen einen Benutzer an) kostenlos zum Buch passende Vorlagen und Templates herunter geladen werden. Ein echter Mehrwert!

Weitere Buchempfehlungen:

PMTV004: Agiles Projektmanagement

Ein Themenwunsch für PROJEKTMANAGMENT TV, der mehrmals geäußert wurde, war „Agiles Projektmanagement“. Deshalb haben Bas de Baar und ich vor einigen Wochen hierzu ein kurzes Gespräch geführt.

In dem Gespräch konnten wir das Thema nur „anreißen“:

  • Was ist agiles Projektmanagement? –> weitere Infos: Wikipedia Artikel | Agiles Manifest | Leseprobe: APM – Agiles Projektmanagement (PDF)
  • Anwendungsbereiche agiler Vorgehensmodelle –> Kann APM auch in Projekten außerhalb der Softwareentwicklung angewendet werden?
  • Erfolgsfaktoren

Eine der besten grafischen Darstellungen, warum agile Vorgehensweisen in Projekten Sinn machen könnten, stammt aus dem Buch „APM – Agiles Projektmanagement“ von Bernd Oestereich und Christian Weiss:

© Oestereich/Weiss

Im Zentrum agiler PM Ansätze steht die Annahme, dass komplexe Projekte nicht vollständig geplant werden können. Vielmehr entstehen während eines gesamten Projekts neue Erkenntnisse, die in das Management und die Abwicklung einfließen sollten. Die anfangs große „Wolke“, was das Ziel des Projekts sein soll, wird immer kleiner – der Nebel verzieht sich.

Dies heißt aber keineswegs, dass in agilen Projekten nicht geplant wird. Natürlich wird auch hier versucht, von Beginn an möglichst klare Ziele und Rahmenbedingungen zu definieren. Allerdings soll bürokratische, starre und unrealistische Planung so weit wie möglich vermieden werden. An ihre Stelle treten intensive, kontinuierliche Kommunikation zwischen ALLEN Beteiligten und das Prinzip, das „große“ Projektergebnis in einzelne, funktionsfähige Zwischenergebnisse zu unterteilen.

Wird sich agiles Projektmanagement durchsetzen? Ja, in vielen Bereichen schon. In gewissen Bereichen werden aber meines Erachtens klassische Planungsansätze weiterhin dominierend sein – z.B. in der Bauindustrie.

Noch ein letzter Gedanke: Ich denke, dass agiles Projektmanagement im Kern nichts Anderes ist als die Übertragung eines modernen Management- und Führungsverständnisses auf Projekte. Denn auch abseits von Projekten wird erkannt, dass

  • Menschen keine „Maschinen“ sind,
  • das Wissen im Team verborgen ist und nicht im Management,
  • soziale Systeme sich so weit wie möglich selbst organisieren müssen oder
  • vertrauensvolle und offensive Kommunikation und Vernetzung aller Beteiligten einen Schlüssel zur Lösung komplexer Probleme darstellt.

Und noch ein allerletzter Gedanke: Wir sollten versuchen, klassische und agile Vorgehensweisen und Methoden sinnvoll miteinander zu kombinieren – zu integrieren. Wir brauchen ein integriertes Verständnis im Management – auch im Projektmanagement. (siehe hierzu auch den Blogpost „Integriertes Projektmanagement„).