Schlagwort-Archiv: IPMA

PM Lunch (live)

Es ist noch nicht lange her, als ich einen für mich bislang unbekannten PM Verband aufgespürt habe: IAPM – International Association of Project Managers. Die Organisation macht auf mich einen seriösen Eindruck. Gleichzeitig finde ich die Frage immer spannend, worum es einer PM Vereinigung WIRKLICH geht. Darüber spreche ich am Freitag, den 28.6.2013 von 13-13:30 Uhr mit Dr. Roland Ottmann, Vorsitzender des IAPM Fachbeirates. Das Gespräch wird via Google Hangout On-Air LIVE auf dem PM Blog übertragen. Save the date! Weiterlesen

Kostenloser PM Leitfaden (PM Guide) von der IAPM

Heute habe ich mit erstaunen festgestellt, dass es einen “Internationalen Projektmanagementverband IAPM” gibt. Zuvor hatte ich noch nie von diesem Verband gehört. IAPM hat offensichtlich ein ähnliches Geschäftsmodell wie PMI und IPMA, indem sie Veranstaltungen, Kongresse, Zertifizierungen etc. anbieten. Weiterlesen

Interaktive Projektmanagement Landkarte

Neulich habe ich Wolfgang Frank von Volkswagen kennen gelernt. Dabei habe ich u.a. auch erfahren, dass sich VW bei der Gestaltung und Umsetzung ihres Projektmanagement-Systems an der “Project Roadmap” (kostenloser Download) von IPMA (bzw. GPM) orientiert.

Wir alle brauchen “Landkarten” und Modelle, an denen wir unser Denken und Handeln ausrichten können. Uns muss natürlich stets bewusst sein, dass die Landkarte niemals die Realität abbilden kann. Sie ist lediglich der Versuch, ein stark vereinfachtes Abbild einer möglichen Realität wiederzugeben. In diesem Sinne können Landkarten die Kommunikation erleichtern, unser Bewusstsein für Wichtiges schärfen oder Kommunikation erleichtern.

Kernpunkt dieses Blogbeitrages: Die IPMA Project Roadmap gibt es nun auch als interaktives Tool mit Beschreibungen zu den einzelnen “hard facts” und “soft facts”. Coole Sache.

PS: Demnächst wird es dieses Online-Tool auch als App geben.

PPS: Zugegebenermaßen sind die Beschreibungen der einzelnen hard und soft facts sehr rudimentär, und auch inhaltlich stimme ich nicht immer zu 100% zu. Aber als Orientierungshilfe ist die Project Roadmap allemal geeignet. Sie können dann ja immer noch selbst entscheiden, welche Aspekte Sie übernehmen möchten und welche nicht.

Interview mit dem Projektmagazin

In der heute erschienenen Ausgabe des Projektmagazins ist auch ein Interview enthalten, das die Herausgeberin, Petra Berleb, anlässlich des PM Camp 2011 mit mir geführt hat.

Ich habe auf meinem Blog ja schon öfters Kritik (hier, hier oder hier) an den großen PM Verbänden geübt, insbesondere an PMI® (da ich jahrelang PMI Mitglied war). Dabei geht es mir im Kern um Folgendes:

  • Wenn sich Verbände tatsächlich der Weiterentwicklung und der Professionalisierung des Projektmanagements verpflichtet fühlen (siehe die entsprechenden Missions von PMI und IPMA), sollten sie sich meines Erachtens wesentlich stärker öffnen. Insbesondere sollten sie meines Erachtens als Wissens-Plattformen dienen, die mit Know-How und Standards sehr offen umgehen. Denn die Frage soll erlaubt sein: Warum sollen eigentlich nur Mitglieder vom Wissen profitieren?
  • Unbestritten ist, dass auch ein Verband ein Geschäftsmodell benötigt, um lebensfähig zu sein. Ich sehe in den Bereichen Zertifizierung, Aus- und Weiterbildung sowie Veranstaltungen genug wirtschaftliches Potenzial.
  • Von einer stärkeren Öffnung der Verbände würden aus meiner Sicht alle profitieren. Praktiker, Experten, Studierende und Lernende des Projektmanagements könnten sich mit den verschiedenen Themen auseinander setzen und sich vor allem auch in die Weiterentwicklung einschalten. Denn schon jetzt finden wichtige Weiterentwicklungen im Projektmanagement zu einem erheblichen Teil abseits der großen Verbände statt – beispielsweise jene in der “Agilen Community”.

Ich würde mich freuen, wenn das Thema innerhalb und außerhalb der Verbände kritisch und konstruktiv diskutiert wird.

Übrigens: Mein Blogger-Kollege Marcus Raitner hat genau aus diesem Grund die “OpenPM Initiative” gestartet (weitere Infos hier). Ziel ist es, relevantes PM Wissen gemeinsam zu dokumentieren, zu entwickeln und zu teilen. Von der Praxis, für die Praxis. Es bleibt spannend!

Interview mit GPM Vorstand Reinhard Wagner

Marc Widmann ist ein sehr erfahrener PM Coach, Projektportfolio- und Programmmanager. Er hat mich gestern auf ein Interview aufmerksam gemacht, das er vergangene Woche mit GPM Vorstand Reinhard Wagner geführt hat. In dem Interview sprechen die beiden auch über das PM Camp (ab Min. 7:25 im Video).

Es ist mir ein Anliegen, zu einigen Punkten des Interviews kurz Stellung zu nehmen:

  • Das PM Camp ist nicht als Konkurrenzveranstaltung zu jenen der PM Verbände konzipiert – vielmehr als Ergänzung.
  • Ebenso möchten die Initiatoren des PM Camps nicht die Funktion der PM Verbände (insbesondere IPMA mit seinen nationalen Verbänden bzw. PMI) ersetzen – wäre ja auch ein absurder Gedanke. Es ist unbestritten, dass PM Verbände eine wichtige Funktion wahrnehmen (vgl. hierzu eine Umfrage auf dem PM Blog aus dem Jahr 2009).
  • Eines der Themen, welches von Marcus Raitner als Vortrag zum PM Camp eingereicht wurde, ist “Open-PM“. Es ist aber nicht das Hauptziel des PM Camps, über einen offenen PM Standard zu sprechen (sondern wie gesagt eines von vielen Themen).
  • Marc Widmann stellt in dem Interview die Frage: “Planen Sie, die dort [beim PM Camp] gewonnenen Erkenntnisse in die Arbeit der GPM einfließen zu lassen?” –> Das ist natürlich überhaupt nicht unser mein Anspruch. Es wäre vermessen zu glauben, dass die GPM mit ihren vielen Expert/innen und Mitgliedern inhaltlichen Aufholbedarf im “engeren Wissensfeld des Projektmanagements” hat. Vielmehr möchten wir mit einem anderen Zugang und vielleicht auch mit einer anderen Haltung an das Thema heran gehen. Hierzu zwei Gedanken:
    • Innovative Entwicklungen benötigen einen offenen, interdisziplinären Rahmen. Obwohl die großen Verbände – allen voran die GPM – in den letzten Jahren einige Schritte in Richtung einer Öffnung gemacht haben, agieren Verbände in Teilbereichen nach wie vor als “geschlossene Systeme“.
    • Die Arbeit der Verbände muss finanziert werden – ganz klar. In den letzten Jahren hat sich bei mir zunehmend der Verdacht verstärkt, dass finanzielle Interessen über jene der Mitglieder und der gesamten PM Community gestellt werden. Zugegebenermaßen bezieht sich meine Kritik aber nicht auf die GPM sondern primär auf PMI, denn ich war lange Jahre PMI Mitglied, bis ich die Mitgliedschaft dieses Jahr nicht mehr verlängert habe (Kritik und Begründungen sind hier, hier und hier nachzulesen).

Fazit: Das PM Camp möchte weder die Arbeit der PM Verbände ersetzen noch diese kritisieren. PM Verbände haben eine wichtige Funktion. Trotzdem glauben wir, dass es als Ergänzung zur Arbeit der Verbände freie, offene und interdisziplinäre Plattformen und Entwicklungsformen braucht. Hier positioniert sich das PM Camp (und die Projekte und Initiativen, die möglicherweise daraus entstehen werden).

Wir verfolgen mit unserer Initiative keinerlei wirtschaftliche, sondern rein inhaltliche Interessen. Uns geht es einzig und allein um die (aus unserer Sicht) notwendige inhaltliche Weiterentwicklung und Öffnung der Projektmanagementdisziplin. Oder wie es Olaf Hinz ausdrücken würde: “Wider die zunehmende Verdosung im Projektmanagement.”

PS: Lieber Marc Widmann, das PM Camp findet nicht – wie im Video erwähnt – in Oberösterreich sondern in Vorarlberg (im Dreiländereck D-A-CH) statt ;-)

Bücherliste für Projektleiterinnen und Projektleiter

Vor einem knappen Monat habe ich die Frage gestellt, welche Bücher man als Projektleiter/in gelesen haben sollte. Hier das Ergebnis:

Hier die Top 21 der von den Leser/innen empfohlenen Bücher:

  1. Tom DeMarco: Der Termin: Ein Roman über Projektmanagement
  2. Bernhard M. Scheurer: Projektherz – Das Handwerk der Inspiration
  3. Tom DeMarco: Bärentango: Mit Risikomanagement Projekte zum Erfolg führen
  4. Tom deMarco: Spielräume. Projektmanagement jenseits von Burn-out, Stress und Effizienzwahn.
  5. Friedemann Schulz von Thun: Miteinander reden 1–3. Allgemeine Psychologie der Kommunikation
  6. Tom DeMarco, Tim Lister: Wien wartet auf Dich!: Der Faktor Mensch im DV-Management
  7. F. Malik: Führen, leisten, leben.
  8. Jurgen Appelo: Leading Agile Developers, Developing Agile Leaders
  9. Keßler/Winkelhofer: Projektmanagement
  10. Frederick P. Brooks: The Mythical Man-Month
  11. Gerold Patzak / Günter Rattay: Leitfaden zum Management von Projekten, Projektportfolios und projektorientierten Unternehmen
  12. Roman Pichler: Scrum – Agiles Projektmanagement erfolgreich einsetzen
  13. Tom deMarco, Timothy Lister: Peopleware: Productive Projects and Teams
  14. Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens
  15. Reinhard K. Sprenger: Mythos Motivation: Wege aus einer Sackgasse
  16. Edward Yourdon: Himmelfahrtskommando. Aussichtslose IT-Projekte überleben.
  17. manager-tools.com: Horstman’s Law of Project Management
  18. v.Brisinski/Vollmer: Pragmatisches IT Projektmanagement
  19. Ralf Wirdemann: Scrum mit User Stories
  20. Sterrer/ Winkler: Setting Milestones: Projektmanagement Methoden – Prozesse – Hilfsmittel
  21. Olaf Hinz: Sicher durch den Sturm – so halten Sie als Projektmanager den Kurs

Tom DeMarco ist gleich mit 4 Büchern unter den ersten 6 Plätzen vertreten – sensationell. Überhaupt ist auffällig, wie wenige “PM Fachbücher” im Ranking vertreten sind. Offensichtlich kommen Bücher in Roman- oder Erzählform besser an als die trockenen “Fachschinken“.

Und: Ein internationales Standardwerk (PMI, IPMA, Prince 2…) kommt in der Liste überhaupt nicht vor. Mögliche Erklärungsansätze:

  • Die praktische Relevanz der Rahmen- und Standardwerke wird von den Projektleiter/innen als gering eingeschätzt.
  • Der PM Blog wird nur von wenigen “klassischen Projektleiter/innen” und/oder Mitgliedern von PM Verbänden gelesen.

In jedem Fall bedanke ich mich herzlich bei allen Leser/innen, die an der Umfrage teilgenommen haben!

PS: Warum die Top 21? Die Top 20 ging sich nicht aus, da die Platzierungen 16-21 mit 3 Stimmen jeweils gleichauf lagen ;-)

PMI® – quo vadis?

Ich bin nun seit ca. 12 Jahren Mitglied beim weltgrößten Projektmanagementverband “PMI® – Project Management Institute“. Anfangs war ich davon überzeugt, dass eine Mitgliedschaft bei einem der großen Verbände (PMI bzw. IPMA) ein absolutes MUSS darstellt, wenn man in diesem Feld beruflich tätig ist. Für eine PMI Mitgliedschaft habe ich mich entschieden, da mir vor allem die internationale Ausrichtung zugesagt hat.

In den vergangenen Jahren habe ich meine Meinung über PMI revidiert. Ich werde meine Mitgliedschaft nicht mehr verlängern. Hier einige Gründe:

  • Ich habe nicht mehr den Eindruck, dass es PMI im Kern wirklich um die Förderung des Projektmanagements (und ihrer Mitglieder) geht.
  • Beispielhaft möchte ich PMI’s Umgang mit den verschiedenen Standards (PMBOK etc.) anführen. Passwortschutz auf den PDF’s, seitenlange Rechtsbelehrung, sodass man schon fast Angst bekommt, daraus zu zitieren.
  • Wenn es PMI wirklich darum ginge, Projektmanagement weltweit zu fördern, würden sie die Standards kostenlos raus geben und die Verbreitung ihre Standards über Weiterbildungsinstitute, Schulen, Hochschulen und Universitäten fördern. DAS wäre modern.
  • Klar muss PMI auch Einnahmen generieren, um als Organisation (quantitativ und qualitativ) zu wachsen. Aber bedeutet das, dass auch praktisch alle Inhalte kostenpflichtig sein müssen? Mir kommt es so vor, dass es bei PMI mittlerweile mehr um die Kohle geht als um sonst etwas.
  • Ich bin davon überzeugt, dass auch ein anderes Geschäftsmodell mit vielen kostenlosen Inhalten funktionieren würde.
  • Darüber hinaus sind für mich persönlich viele der PMI Inhalte, Standards und Zertifizierungen nicht mehr zeitgemäß bzw. für den Großteil der Unternehmen, die ich kenne, passend. Zwar bemüht man sich redlich, modern und “agil” zu werden. Diese Bemühungen kommen mir aber so vor, wie wenn Männer (ich schreibe bewusst Männer) in grauen, schlecht sitzenden Anzügen und mit furchtbaren Kravatten plötzlich versuchen, den Leuten von 37Signals moderne Softwareentwicklung zu erklären.

Ich möchte ausdrücklich betonen, dass sich meine Kritik auf die GESAMTORGANISATION bezieht, nicht so sehr auf die Chapters (Frankfurt, München, Wien, Zürich etc.). Ich weiß, dass dort sehr engagierte Arbeit geleistet wird und dass die Kritik in diesen Teilorganisationen von PMI größtenteils nicht angebracht ist.

Bin ich in der Sache zu kritisch? Was ist Ihre Meinung?

PS: Hoffentlich verklagt mich PMI für diesen Blogbeitrag nicht gleich. Denn so, wie PMI bei mir mittlerweile rüber kommt, ist dieses Szenario nicht mal unwahrscheinlich.