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Qualität in Projekten

Neulich war ich mit meiner Familie in einem Strandbad. Dort habe ich mich über die miserable Qualität des SB Restaurants ziemlich aufgeregt. Unhygienisch, unfreundlich, schlechtes Angebot.

Diese Erfahrung möchte ich zum Anlass nehmen, kurz über das Thema Qualität und Qualitätsmanagement in Projekten zu schreiben. Denn gleich wie im SB Restaurant entsteht Qualität meines Erachtens nicht durch komplizierte Verfahren, Methoden und Prozesse. Dies würde sowohl im Restaurant als auch in den meisten Projekten nicht viel bringen.

Modernes Qualitätsmanagement (in Projekten und anderswo) ist

  • eine permanente Führungsaufgabe,
  • eine Haltung, die immer wieder geschärft werden muss,
  • das konsequente Betrachten von Themen durch die Brille des Kunden und auch
  • weit mehr als „nur“ die Qualität des Endproduktes (sondern auch die Qualität der Kommunikation, der Zusammenarbeit, der Organisation…).

Und vor allem: Der Kunde bestimmt, ob eine Leistung für ihn Qualität hat oder nicht. Und das muss nicht immer gleichzusetzen sein mit höchster technischer Produkt- und Lösungsqualität – einer 100% Lösung. Vielfach tun’s auch die 20% Lösungen.

Zurück zum Restaurant-Beispiel: Für mich wird gerade im Bereich des Tourismus, der Gastronomie und der Hotellerie sehr deutlich, was gute Qualität bedeutet und was nicht. Im Kern geht es um die ganz einfachen Dinge – das, was einem der Hausverstand schon sagen müsste. Angemessene Produktqualität, faires Preis-Leistungs-Verhältnis, gute Organisation und vor allem freundliche, kundenorientierte Kommunikation. So einfach ist das.

Noch ein letzter Gedanke: Vor allem die Führungskräfte sind verantwortlich, auf Qualität zu achten und ein Qualitätsverständnis im Unternehmen bzw. im Projekt zu etablieren. Vorleben, einfordern, Fehlverhalten offen diskutieren und Lösungswege aufzeigen. Und: gutes, qualitätsförderndes Verhalten wertschätzen.

Und zum Schluss noch eine kleine Präsentation mit einigen weiterführenden Anregungen:

PS: Auf Slideshare können sie die Präsentation auch im PPT-Format herunter laden (Klick auf Slideshare-Logo rechts unten bei der eingebetteten Präsentation).

"RUP – Rational Unified Process" in der Praxis

Die objektorientierte Projektmanagement Methodik „Rational Unified Process“ von Rational Software (seit 2003 eine Division von IBM) wird im IT Projektmanagement sehr häufig angewendet. Zu Recht! Denn das Vorgehensmodell und die dahinter stehende Philosophie ist nach wie vor absolut „state of the art“.

Die mehrdimensionale Systematik des RUP Modells kann übrigens auch hervorragend auf andere Projektarten übertragen werden.

Kürzlich habe ich ein kostenloses White Paper der IT Firma „eFORCE Global, Inc.“ entdeckt, das ein aus meiner Sicht hervorragendes Beispiel einer konkreten Umsetzung des RUP Modells (wie auch des PMBOK von PMI

FMEA Methode im Projektmanagement

Bei Jahooda (Plattform für Prozess- und Projektmanagement) finden Sie heute einen sehr interessanten und vor allem hilfreichen Beitrag zur FMEA-Methode.

Insbesondere die Excel-Vorlage, die Patrick Fritz zum KOSTENLOSEN Download anbietet, ist „allererste Sahne“.

Die FMEA-Methode ist in Projekten vor allem in den Bereichen Qualitätssicherung und Risikomanagement einsetzbar. Weitere Infos:

IPPM Organisation: Integrierte Prozess- und Projektmanagement Organisation

Prozessmanagement (=Business Process Management – BPM) und Projektmanagement (=Projektportfolio-, Programm- und Projektmanagement) sind zwei Arbeits- und Organisationsformen, deren Bedeutung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Anwendungsbereiche:

  • Mittels Prozessmanagement werden alle wiederholbaren Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen gestaltet, optimiert, kooriniert und operativ geführt.
  • (Programm- und) Projektmanagement ist die ideale Arbeitsform zur Bewältigung komplexer, neuartiger und temporärer Aufgabenstellungen.

Bereits vor über 8 Jahren haben Prof. Dr. Jürgen Polke und ich begonnen ein Organisationsmodell zu entwickeln, welches die Stärken einer Linienorganisation mit den modernen Ansätzen des Prozess- und Projektmanagements synergetisch miteinander verbindet (Linie – Prozess – Projekt). Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit ist die „IPPM Organisation“ – ein systemisch-integratives Organisations- und Managementmodell.

Die IPPM Organisation stellt bereits seit Jahren die maßgebliche konzeptionelle und theoretische Fundierung vieler unserer Beratungsprojekte dar. Hier eine kurze Executive Summary:


Qualitätsmanagement in Projekten

Qualitätsmanagement ist ein zentrales Wissensfeld im Projektmanagement. Was aber bedeutet QUALITÄT in Projekten?

Qualität definiert den Grad der Spezifikationserfüllung eines Projekts. Qualität ist immer relativ, d.h. der Kunde bestimmt, ob das Ergebnis von hoher oder geringer Qualität ist. Umso wichtiger ist es, möglichst früh zu verstehen, was der Kunde wirklich will und braucht. Und diese Kundenanforderungen / Spezifikationen gehören entsprechend dokumentiert und (schriftlich) vom Kunden freigegeben!

Welche zentralen Aufgaben beinhaltet das „Project Quality Management“?

  1. Quality Planning: Identifikation der relevanten Qualitätsstandards des Kunden. (Spezifikationen, Anforderungen…)
  2. Quality Assurance: geplanter, systematischer Managementprozess zur Sicherstellung einer hohen Projektqualität (= Kundenzufriedenheit) –> zentrale PM-Aufgabe, die sich über den gesamten Projektprozess erstreckt
  3. Quality Control: kontinuierliche Überwachung der Qualität der Projekt(zwischen)ergebnisse –> möglichst anhand von messbaren Werten/Kennzahlen und in enger Abstimmung mit dem Kunden

Was sind grundsätzliche Qualitäts-Prinzipien in Projekten?

  • Customer satisfaction: Kundenbedürfnisse (Requirements) verstehen, evaluieren, definieren und managen, um so Kundenzufriedenheit sicher stellen zu können.
  • Prevention over inspection: Die Kosten für die Prävention von Fehlern ist generell um ein Vielfaches geringer als entsprechende Änderungs- oder Korrekturkosten.
  • Management responsibility: Um erfolgreich sein zu können (= on scope/on budget/on time –> on quality) müssen alle Teammitglieder in das Qualitätsmanagement eingebunden werden, und das Management muss ein entsprechendes Vorgehen vorleben und auch aktiv einfordern.
  • Continuous improvement: Qualitätsmanagement ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (oder auch ein iterativer, sprich sich wiederholender Managementprozess). Um sich aber kontinuierlich zu verbessern, muss auch eine Kultur vorherrschen, die es ermöglicht, Fehler machen zu dürfen und vor allem, aus Fehlern zu lernen!

(Quelle: Project Mangement Institute 2004: A Guide to the Project Management Body of Knowledge. PMBOK. Third Edition.)