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Rückblick: Das war das 6. PM Camp Dornbirn

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Puh, das war wieder mal intensiv. Aber wieder gut. Irgendwie noch besser als in den letzten Jahren. Ich würde sogar sagen: Die Teilnehmer/innen haben das PM Camp Format in diesem Jahr ziemlich ausgereizt – im positiven Sinne.

Aber Schritt für Schritt.

Vorfreude ist die schönste Freude…

Immer wieder toll ist es mitzuerleben, dass sich die Vorfreude bei uns und auch bei den Teilnehmer/innen über Wochen hinweg aufbaut. Auch dieses Jahr war’s wieder so. Es wurde schon im Vorfeld viel gewittert und geschrieben – u.a. auch im Rahmen der Blogparade, in der Sich diverse Blogger/innen Gedanken über das diesjährige Motto machten: „Unterscheide, ohne zu trennen.“

Tag 1

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Rückblick (3): Projektmanagement = Management

Rückblick

Im September diesen Jahres habe ich eine meiner Überzeugungen wieder mal explizit ausgesprochen bzw. ausgeschrieben:

“Richtiges und gutes Projektmanagement unterscheidet sich im Kern nicht von richtigem und gutem Management.”

Ich stehe nach wie vor dazu, wenngleich ich diese etwas verkürzte These in einem weiteren Blogbeitrag etwas konkretisiert habe.

Die Diskussion zu diesem Thema war überaus anregend und lehrreich. Ich möchte nachträglich allen Diskussions-Teilnehmer/innen herzlich danken. Ganz besonders aber bedanke ich mich für die konstruktiv-kritischen Beiträge (z.B. von Eberhard Huber, Bernhard M. Scheurer, Gebhard Borck).

Ausblick

Durch die Diskussion und zwischenzeitlich erschienene Beiträge ist es mir nun möglich, ein noch klarerer Bild zum Thema „Projektmanagement = Management“ zu zeichnen.

Die 4 Ebenen der Projektarbeit

Marcus Raitner hat vor einigen Wochen einen hervorragenden Beitrag zu den 4 Ebenen der Projektarbeit veröffentlicht. Darin referenziert er auf ein Modell, das Prof. Dr. Gunter Dueck in seinem jüngsten Werk „Professionelle Intelligenz“ (Affiliate Link) beschreibt. Dueck unterscheidet folgende 4 Ebenen der professionellen Wissensarbeit:

  • Ebene der Arbeit: Dinge von Wert entstehen dann, wenn Menschen Aufgaben im Sinne einer Zielerreichung erledigen (= Wertschöpfung, operative Ebene). Darum geht es am Ende des Tages in Projekten und in den meisten anderen Bereichen des wirtschaftlichen Lebens.
  • Ebene des Managements: Die operative Planung, Organisation, Steuerung und Koordination der Arbeit obliegt dem Management (= Arbeit im System; Fokus auf Effizienz).
  • Ebene der Metaarbeit: Operative Wertschöpfungsprozesse müssen übergeordnet organisiert werden (= Arbeit am System; Fokus auf Effektivität). Denn die gesamthafte Systemarchitektur und die -strukturen, gelebte Prinzipien und Werte, oder auch die Koppelung an einen übergeordneten Sinn sind Faktoren, die den Erfolg von Projekten nachhaltig beeinflussen.
  • Ebene der Führung: Wenn Management die Funktion zur effizienten Gestaltung von Wertschöpfungsprozessen ist, dann ist Führung die Funktion zur effektiven Gestaltung der gesamthaften, systemischen Rahmenbedingungen (= Metaarbeit).

Das 4-Ebenen Modell kann sowohl auf die Arbeit in Projekten als auch die Arbeit in Prozessen (Routine, Linie) angewendet werden. Die Kernfunktionen Management (= operative Ebene) und Führung (= strategische/normative Ebene) bleiben dieselben.

Mengenlehre zur Konkretisierung

Bernhard M. Scheurer hat im Rahmen der Diskussion die Mengenlehre ins Spiel gebracht. Für ihn ist Führung in Management beinhaltet und Management in Projektmanagement (F ⊂ M ⊂ PM). Ich seh’s genau umgekehrt (PM ⊂ M ⊂ F). Meiner Ansicht nach ist Führung die Funktion auf höchster Ebene, danach folgt Management und Projektmanagement schließlich ist eine Teilmenge von Management („Richtiges und gutes Projektmanagement unterscheidet sich im Kern nicht von richtigem und gutem Management.“).

Bezugssysteme zur Konkretisierung

Gebhard Borck hat im Zuge der Diskussion zurecht eingebracht, dass wir – um einen wirklichen Fortschritt zu erzielen – das aktuelle (mechanistische) Bezugssystem verlassen müssen. Er tritt mit seinen Kollegen Andreas Zeuch und Markus Stegfellner für „sinnvolles Wirtschaften“ ein (1 | 2).

Grundsätzlich gebe ich Gebhard vollkommen recht, dass wir ein neues Bezugssystem brauchen. Für mich persönlich wäre das im Wesentlichen ein neues Organisations-, Führungs- und Managementverständnis (auf der Grundlage „wirklich“ humanistischer Wertehaltungen und eines „wirklich“ humanistischen Weltbildes). Genau das haben wir heute schon auf Jens Hoffmanns Blog diskutiert. Denn meine Position ist: Nicht entweder-oder, sondern sowohl-als-auch. Um die „neue, höhere Form„, sprich das neue Bezugssystem verstehen zu können, muss man zuerst die „alte, trivialere Form“ verstanden haben und vor allem richtig anwenden. Gutes und richtiges Management nach dem alten Bezugssystem schließt gutes und richtiges Management (oder wie auch immer es zukünftig genannt wird) nach dem neuen Bezugssystem nicht aus. Vielmehr bedingt das eine das andere.

Fazit: Wir brauchen gute und richtige Projektführung & -management

Im Kern geht es mir bei der ganzen Thematik um folgendes: Wir müssen Projektmanagement endlich als anspruchsvolle Führungs- und Managementaufgabe begreifen. Dieses Verständnis muss bei der Geschäftsleitung / dem Top-Management beginnen und sich bis zu den Menschen in Projekten (P.leiter/innen + P.teams) durchziehen.