Change Management

(Quelle: www.umsetzungsberatung.de – Sensationeller Change Management Guide!)

Gestern Nachmittag hat das traditionsreiche Vorarlberger Textilunternehmen WOLFF Wäsche Konkurs angemeldet. Diese bedauerliche Nachricht nehme ich zum Anlass, kurz einige Gedanken zum Thema Change Management los zu werden.

Was wird eigentlich genau unter „Change Management“ verstanden? Ich bin davon überzeugt, dass man 10 unterschiedliche Definitionen zu hören bekommt, wenn man 10 unterschiedliche Personen befragt. Auf der Suche nach einer griffigen Definition bin ich bei Wikipedia fündig geworden – wen wundert’s.

„Unter Veränderungsmanagement (englisch change management) lassen sich alle Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten zusammenfassen, die eine umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weit reichende Veränderung – zur Umsetzung von neuen Strategien, Strukturen, Systemen, Prozessen oder Verhaltensweisen – in einer Organisation bewirken sollen.“

Übrigens: Auch in der Welt des Projektmanagements wird vielfach von „Change Management“ gesprochen – nämlich als Übersetzung für das deutsche „Änderungsmanagement“. In der englischen PM Terminologie wird Änderungsmanagement aber meines Wissens korrekt mit „Change Control“ übersetzt (beispielsweise im PMBOK von PMI). Sollte ich aber falsch liegen, lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Nun aber meine persönlichen Gedanken und Erfahrungswerte zum Thema Change Management:

  • Der globale Wandel der Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme wird immer dynamischer. Wer sich nicht ebenso dynamisch auf die neuen Rahmenbedingung einstellt, wird früher oder später vom Markt verschwinden.
  • Change Management (im Sinne der obigen Wikipedia-Definition) wird weiter an Bedeutung gewinnen.
  • Projektmanagement ist eine der wichtigsten Methoden, um Veränderungen umzusetzen. Man könnte auch sagen, um „die PS auf den Boden zu bringen.“
  • Die große Herausforderung am Change Management ist, dass es keine Patentrezepte gibt. Jeder Veränderungsprozess hat seine eigenen Spielregeln und muss individuell geplant und umgesetzt werden.
  • Das Gefährliche an Change Management Prozessen ist, dass sich Manager und Mitarbeiter oft an eingespielten Verhaltensweisen klammern – Widerstände sind vorprogrammiert. Frei nach dem Motto: „Was bisher richtig war, kann doch nicht plötzlich falsch sein.“ Leider eben schon: Die Erfolgsrezepte früherer Tage können heute genau falsch sein.
  • DIE Grundvoraussetzung für Veränderungsprozesse schlechthin: Top Management Commitment! Wenn die Führung nicht felsenfest hinter der Veränderung steht, muss man gar nicht erst anfangen.
  • Die Prinzipien des systemischen Managements (auch Management-Kybernetik oder Vernetztes Denken) sind in Veränderungsprozessen von großer Bedeutung. Es gilt, den Hebel dort anzusetzen, wo mit einem vertretbaren Aufwand schnell etwas bewirkt werden kann.
  • Veränderungsprozesse benötigen zudem klare, möglichst bild- und lebhafte Visionen, die auf konkrete Veränderungsziele herunter gebrochen werden.
  • In Veränderungsprozessen besteht permanent die Gefahr, dass die destruktiven Kritiker – wie ich sie gerne bezeichne – Überhand gewinnen oder zumindest lauter schreien. Fokussieren Sie sich wenn möglich auf die positiven Kräfte im Unternehmen – auf die konstruktiven Kritiker.
  • Die Visionen und Ziele der Veränderung müssen kontinuierlich kommuniziert werden. Studien haben gezeigt, dass Strategieänderungen zwischen 60 und 80 (!!!) mal kommuniziert werden müssen, bis sie greifen! Das heißt für das Management: „Walk the talk.“
  • Und zu guter Letzt bin ich davon überzeugt, dass man für erfolgreiche Veränderungen eine große Portion an Durchhaltevermögen benötigt. Ich bezeichne das auch als „Energiemanagement“. Sie sollten dieses Thema im Kreis der Veränderungspromotoren (Change Agents) thematisieren und gezielt angehen.

In den nächsten Tagen werde ich über den PM-Blog.com noch einige – hoffentlich hilfreiche – Internet-Links zum Thema Change Management publizieren. Stay tuned…

Ihr Stefan Hagen

Innovation Champions

Glauben Sie, dass Unternehmen wie Apple, Google, Toyota oder Procter & Gamble überdurchschnittlich innovativ sind? Ich glaube schon. Für mich sind diese Unternehmen wahre „Innovation Champions“. Was aber zeichnet einen Innovation Champion aus?

  • Qualifizierte und motivierte MitarbeiterInnen sind das höchste Kapital des Unternehmens. HR ist eine Schlüsselfunktion.
  • Das Unternehmen hat ständig ein „Ohr am Markt“. Aktuelle oder zukünftige Kundenbedürfnisse werden kontinuierlich erhoben und bewertet. Kunden werden in den Entwicklungsprozess miteinbezogen.
  • Es gibt einen systematischen Innovationsprozess (Beispiel), der vom Top-Management eingefordert wird. Professionelles Projektmanagement wird auf allen Ebenen gelebt.
  • Die ProjektmanagerInnen der Innovationsprojekte sind erfahren und qualifiziert. Strategische Innovationsprojekte haben oberste Priorität.
  • Innovation Champions hinterfragen ihre Prozesse, Vorgehensweisen und Spielregeln immer wieder kritisch. Alles, was sich nicht bewäht hat, wird geändert oder eliminiert („Simplify your projects“).
  • Und zu guter Letzt haben diese Unternehmen das Selbstverständnis eines innovativen Spitzenunternehmens. Diese „Mission“ zieht sich durch alle Unternehmensebenen – vom Top-Management bis hin zum / zur SachbearbeiterIn.

Ihr Stefan Hagen

Was ist ein Projekt?

Der Video-Podcast von Prof. Dr. Bernecker vom Deutschen Institut für Marketing geht vor allem auf die folgende Frage ein: „Was ist ein Projekt?“

Diese Frage mag Ihnen sehr trivial erscheinen. Doch in der Praxis wird der Projektbegriff immer wieder falsch verwendet. Oder aber es werden „projektunwürdige“ Aufgabenstellungen als Projekt abgewickelt, beispielsweise Routineaufgaben. Aus diesem Grund ist der Video-Podcast allemal sehenswert. Oder vielleicht senden Sie den Link an Ihre(n) Vorgesetzte(n) weiter? 😉

Ihr Stefan Hagen

Das richtige Werkzeug

ceran_schaber.jpgEine kurze persönliche Erfahrung zur Einstimmung: Gestern Abend habe ich versucht, in meinem Büro einen lästigen Aufkleber zu entfernen. Bald musste ich resigniert feststellen, dass ich dem Aufkleber mit meinen Fingernägeln und mit dem Brieföffner kaum Herr werden konnte. Er ließ sich einfach nicht sauber ablösen. So stoppte ich den Versuch nach ca. 5 Minuten. Was übrig blieb, war ein hässlicher, von den Rändern her angerissener Aufkleber. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich den Plan, meine Assistentin am nächsten Morgen zu bitten, den Aufkleber zu entfernen.

Auf dem Weg nach Hause fiel mir der besagte Aufkleber wieder ein. Ich suchte instinktiv nach einer besseren Problemlösung. Da fiel mir dieser „Rasierklingen-Schaber“ ein, den man zum Reinigen von Ceran Kochplatten verwendet. Zu Hause angekommen packte ich das kleine Werkzeug gleich in meine Aktentasche.

Heute Morgen im Büro angekommen packte mich gleich der Ehrgeiz, diesen hartnäckigen Aufkleber sofort zu entfernen. Nach ca. 2 Minuten war alles erledigt – inkl. Klebereste wegputzen. Und was wurde mir durch diese kleine Begebenheit wieder mal sehr plastisch vor Augen geführt?

Auf die richtigen Werkzeuge kommt es an!

Mit dieser kleinen Erkenntnis lassen sich noch weitere Analogien herstellen. Manchmal hat man in Unternehmen das Gefühl, dass man im Projektmanagement sprichwörtlich mit „Kanonen auf Spatzen schießt“. Alle Eventualitäten sollen mit einem Standard, mit Richtlinien oder mit Checklisten abgedeckt werden. Alles ist geregelt, ein(e) ProjektleiterIn hat klare Vorgaben, wie Projekte abzuwickeln sind. Dies ist definitiv meistens nicht der beste Weg. Projekte sind in der Regel neuartige Problemstellungen, die auch innovative Lösungen oder zumindest einen flexiblen Methodeneinsatz bedürfen. Ein großer HILTI-Werkzeugkoffer hätte mir bei meinem Aufkleber-Problemchen ja auch nicht weiter geholfen.

Genauso ineffizient und ineffektiv ist man in einem Projekt aber auch, wenn man gar keine Werkzeuge bzw. PM Methoden anwendet. Im übertragenen Sinn war dies meine erste Problemlösungsstrategie zur Entfernung des besagten Aufklebers – nämlich ohne geeignetes Werkzeug.

Insofern möchte ich meine obige Aussage etwas ergänzen und auf Projekte ummünzen:

Erfolgreiche ProjektmanagerInnen wenden die Werkzeuge, Instrumente, Tools, Methoden und Erfolgsfaktoren des Projektmanagements flexibel, pragmatisch und sehr gezielt an.

Eine kleine Anmerkung möchte ich noch los werden. Selbstverständlich liegen die Gründe für Erfolg oder Misserfolg immer zum allergrößten Teil auf der menschlich-persönlichen Ebene. Dies wiederum bedeutet, dass gute ProjektleiterInnen auch gute Führungskräfte bzw. ManagerInnen sein müssen (Stichwort soziale Kompetenz). Dies wiederum führt uns zu der Frage, was überhaupt gutes Management bedeutet? Und auch anerkannte Management-Gurus wie beispielsweise Drucker, Mintzberg oder auch Malik definieren neben den persönlichen Fähigkeiten, die ein(e) gute(r) ManagerIn mitbringen muss, auch methodische Fähigkeiten als zentralen Erfolgsfaktor.

Ihr Stefan Hagen

PRINCE2 Links

prince2_swirl_logo.GIFWenn Sie auf der Suche nach kompakten Informationen zum prozessorientierten PM-Standard „PRINCE2“ sind, empfehle ich folgende Seiten:

  • Prince2 150m – umfangreich, sogar mit kostenlosen Dokumentenvorlagen
  • OGC – Infos vom „Erfinder“ von Prince2
  • Prince2.ch – Infos auch in deutscher Sprache

Lesen Sie zusätzlich auch noch meinen Blog-Eintrag vom 9. Dez. Hier finden Sie weitere Links.

Ihr Stefan Hagen

Querdenken, Innovation & Kreativität

foersterkreuz.jpg Projekte sind in vielen Unternehmen DER Motor für Kreativität, Innovativität und vernetzte Problemlösungen. Interdisziplinäre Projektteams sollen neue Produkte entwickeln, komplexe Kundenanforderungen befriedigen oder auch innovative Marketingideen konzipieren und umsetzen.

Als eine hervorragende Quelle für anregende Beispiele und Querdenker-Tipps hat sich für mich der „Business Querdenker Newsletter“ von Anja Förster und Dr. Peter Kreuz erwiesen. Die Erfolgsrezepte, Beispiele und Tipps sind praxisorientiert und überaus inspirierend. Sicher, das Umlegen auf die eigene Realität ist nicht immer ganz einfach. Doch diese Lektüre lohnt sich allemal, um auch gedanklich immer wieder mal aus dem oft Kreativitäts-feindlichen Alltag auszubrechen.

Auf ihrer Webseite können Sie den Newsletter kostenlos abbonieren, im Archiv stöbern und auch diverse Videos herunter laden.

Ihr Stefan Hagen