4 Gedanken zu „Sollten PM Standards kostenlos und frei zugänglich sein? JA.“

  1. Hi Stefan, ich bin mal bösartig und beende die Diskussion einfach durch Erhängen des PMI am eigenen Galgen. Lt. dem Code of Ethics and Professional Conduct darf das FilePlugin nicht verwendet werden, verschlüsselt werden darf. Da die Herleitung einen Blog-Kommentar doch sprengt, verweise ich in diesem Fall einfach dreisterweise auf das eigene Blog und werde mir jetzt eine Portion Baldrian oder sowas gönnen. Das Ganze ärgert mich inzwischen maßlos.

  2. Hallo Stefan,

    ich bin nicht deiner Meinung.

    1. wenn die Standards nur den Mitgliedern zugänglich sind, dann ist auch der Passwortschutz legitim, um die Mitglieder vor Missbrauch zu schützen. Dies ist für mich überhaupt keine Änderung gegenüber früheren Versionen, nur dass diese eben nicht geschützt waren und sich so leute die Leistung besser erschleichen konnten.

    2. zur Frage, ob die Standards überhaupt was kosten sollten: Der Preis von 30-40 Euro für das PMBOK Guide ist erstens nicht sehr hoch und sollte für einen Projektleiter kein größeres Problem darstellen. Zweitens, wie du richtig sagst, finanziert sich die Entwicklung vor allem von den Mitgliedsbeiträgen. Dafür ist es auch erforderlich, den Mitgliedern Leistungen zu bieten, und eine wesentliche ist der Zugriff auf die Standards. Fällt dieser Mehrwert der Mitgliedschaft weg, gibts IMHO auch weniger Mitglieder.

    Das PMI ist kein privatwirtschaftliches Unternehmen. Es ist aber auch keine gemeinnützige Organisation in der Ausprägung, dass die Standards ein freies Gut sein sollten, weil es von der Masse der Menschen benötigt wird. Projektmanagement wird nunmal meistens in privaten Organisationen durchgeführt. Daher halte ich es legitim, dass das Gut „PM-Standard“ ein klein wenig verknappt wird.

    Übrigens gibt es das PMBOK guide in vielen deutschen Bibliotheken kostenlos.

    Viele Grüße
    Sebastian

  3. Hallo an alle,

    ich freue mich wirklich über diese kontroverse Diskussion zu den PM Standards. Mir war schon klar, dass meine Positionierung in der Sache auch andere Meinungen hervorrufen wird. Ich denke aber, dass diese Diskussionen gut und wichtig ist.

    @Sebastian: Ich stimme Dir zu, dass der Passwortschutz nur ein konsequentes „Weiterdenken“ dessen ist, dass der PMBOK Guide nur Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Wenn man diese Haltung einnimmt, dann stellt es natürlich auch einen „Missbrauch“ dar, wenn man das Dokument an Nicht-Mitglieder weiter gibt.

    Ich persönlich halte den Preis von 30-40 EUR nicht für zu hoch und bin auch gerne bereit, diesen zu bezahlen. Das war aber nicht der Punkt, auf den ich aufmerksam machen wollte.

    Es ist auch unbestritten, dass der kostenlose Zugang zu den PM Standards ein wesentliches Nutzenargument darstellt, um überhaupt PMI Mitglied zu werden. Ich als PMI Mitglied empfinde es wie gesagt als ein wirklich gutes Service, stets Zugriff auf die neuesten Standards zu haben.

    Wenn man die aktuelle Strategie von PMI im Umgang mit den Standards für zeitgemäß und legitim hält, dann ist gegen die konsequente Umsetzung in Form von Passwortschutz etc. nichts einzuwenden (mit der Einschränkung, dass es dann auf Mac und Linux auch funktionieren sollte).

    Wenn man diese Strategie aber zumindest für überdenkenswert hält – und das tue ich – dann sollten folgende Fragen erlaubt sein:

    – Könnte das PMI seine Mission (…advance the practice, science and profession of project management throughout the world…) noch effektiver realisieren, wenn die Standards für Alle kostenlos zugänglich wären?

    – Wäre das PMI kostendeckend zu betreiben und weiterzuentwickeln, wenn die Standards (in elektronischer Form) frei verteilt würden? (dadurch eventuell weniger Mitglieder)

    – Würde das Interesse an PMI, den Standards oder Projektmanagement generell vielleicht noch weiter ansteigen, wenn gewisse Inhalte offensiv und kostenlos vermarktet werden?

    Mein Fazit: Ich bin ein Verfechter des offenen Umgangs mit Wissen. Ich wäre auch dafür, dass Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen ihre Unterrichtsmaterialien und auch ihre Lehrsäle öffnen. Denn in unserer Wissensgesellschaft sollte der Zugang zu Wissen und Inhalten möglichst frei sein. Denn wir haben in den meisten Bereichen kein Wissens- oder Erkenntnisdefizit, sondern vielmehr ein TRANSFER- UND UMSETZUNGSDEFIZIT. Darauf sollten wir unsere Energien lenken, nämlich auf das Verstehen, Adaptieren, Anwenden und Umsetzen von Theorien und theoretischen Inhalten.

    Wenn man diese Haltung einnimmt, dann ist es meines Erachtens nur konsequent, gewisse Inhalte „for free“ abzugeben.

    Kleiner Nachsatz: ich bin übrigens der festen Überzeugung, dass dadurch der Absatz von Büchern oder anderen kostenpflichtigen Materialien in der Regeln nicht zurück gehen wird, sondern tendenziell eher steigt.

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