Die Honigglas-Metapher

(Bilderquelle Flickr)

Die Bereiche Organisations- (OE) und Personalentwicklung (PE) werden in vielen Unternehmen völlig getrennt betrachtet und organisiert. Dies führt in der Regel zu suboptimalen Ergebnissen – insbesondere auch bei der Professionalisierung des Projektmanagements. Denn organisatorische Veränderungsprozesse oder auch organisationales Lernen (OE) sind ohne individuelles Lernen (PE) kaum möglich. Umgekehrt ist der Nutzen von Trainings, Seminaren und Weiterbildungsveranstaltungen sehr begrenzt, wenn die Inhalte organisatorisch (und kulturell) nicht verankert sind. Ein konkretes Beispiel:

  • In ihren Kundenprojekten „knallt“ es immer wieder gewaltig. Der Kunde hat bis zum Ende Änderungswünsche, der Verkauf „prügelt“ ständig auf die technischen Abteilungen ein, der interne Projektleiter ist ohnehin maßlos überfordert, und der Geschäftsführer muss die wütenden Kunden besänftigen, da Projekte der Reihe nach ihre Terminziele verfehlen und qualitativ mangelhaft sind.
  • Die Lösung des Problems? Die Projektleiter/innen des Unternehmens (zumindest steht diese Jobbezeichnung auf der Visitenkarte) werden auf einen 1-wöchigen Projektmanagement-Lehrgang geschickt. Dann muss es doch klappen, schlussendlich kostet die Aktion ein kleines Vermögen.
  • Die Weiterbildungsmaßnahme ist hervorragend, der Trainer ein erfahrener Experte und die Teilnehmer/innen sind begeistert. Die Projektleiter lernen erstmals, wie man Projekte systematisch und professionell initiiert, plant, abwickelt, steuert und abschließt. Sie nehmen einen umfangreichen Methodenkoffer und etliche eindrückliche Erfahrungen mit. Endlich ist das Problem gelöst!
  • Zurück im Unternehmen müssen sie bereits nach kurzer Zeit feststellen, dass die Probleme nicht wirklich gelöst sind – im Gegenteil. Warum? Sie arbeiten immer noch im selben Unternehmen. Insbesondere die Kultur der Projektbearbeitung ist dieselbe geblieben.
  • Die Frustration ist groß.

Diesen Sachverhalt habe ich kürzlich mit dem Senior Technical Director eines wachsenden Technologieunternehmens hier in Vorarlberg besprochen. Er hat darauf folgende treffende Metapher verwendet (sinngemäß):

Isolierte Personal- und Organisationsentwicklung stellt sich dar, wie wenn die Mitarbeiter in einem Honigglas schwimmen würden. Jede Bewegung fällt schwer – eine im wahrsten Sinne des Wortes „zähe“ Angelegenheit. Dann ziehen Sie einzelne Mitarbeiter aus dem Glas heraus, sie „dürfen“ auf eine Weiterbildung. Dort erleben Sie schon nach kurzer Zeit, wie leicht die Bewegungen außerhalb des Honigglases fallen. Sie strampeln wie wild. Danach müssen sie aber wieder zurück ins Honigglas – und es ist praktisch gleich mühsam wie zuvor.

Eine wirklich hervorragende Metapher – sie drückt genau das aus, was ich meinen Kunden schon seit Jahren „predige“. Trainings alleine sind in der Regel nicht nachhaltig wirkungsvoll. Sie müssen integriert sein in einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem die organisatorischen Rahmenbedingungen, die Methodik und auch die unterstützenden IT-Strukturen beleuchtet werden.

Im Bereich Projektmanagement sprechen wir von ganzheitlichen PM Systemen. Hier finden Sie entsprechende Beiträge auf PM-Blog.com.

Noch ein abschließender Kommentar: Beginnen Sie möglichst einfach – nach dem Motto „verstehen – vereinfachen – verändern“. Erst wenn die einfachen Spielregeln gelebt werden, können Sie Schritt für Schritt auch die Detailprobleme lösen.

Simplify your Projects!

Vitalisierung von Unternehmen

Unter diesem Titel hat Jürgen Fuchs von CSC Ploenske einen interessanten Beitrag im Sammelband „Management Consulting“ von Unternehmensberatungs-Experte Prof. Dr. Dietmar Fink veröffentlicht. Hier findet sich auch eine wertvolle Grafik zum Thema „Wirkungskreisläufe“:


In welchem Kreislauf befindet sich Ihr Unternehmen?

IPPM Organisation: Integrierte Prozess- und Projektmanagement Organisation

Prozessmanagement (=Business Process Management – BPM) und Projektmanagement (=Projektportfolio-, Programm- und Projektmanagement) sind zwei Arbeits- und Organisationsformen, deren Bedeutung in den letzten Jahren stark zugenommen hat. Anwendungsbereiche:

  • Mittels Prozessmanagement werden alle wiederholbaren Wertschöpfungsprozesse im Unternehmen gestaltet, optimiert, kooriniert und operativ geführt.
  • (Programm- und) Projektmanagement ist die ideale Arbeitsform zur Bewältigung komplexer, neuartiger und temporärer Aufgabenstellungen.

Bereits vor über 8 Jahren haben Prof. Dr. Jürgen Polke und ich begonnen ein Organisationsmodell zu entwickeln, welches die Stärken einer Linienorganisation mit den modernen Ansätzen des Prozess- und Projektmanagements synergetisch miteinander verbindet (Linie – Prozess – Projekt). Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit ist die „IPPM Organisation“ – ein systemisch-integratives Organisations- und Managementmodell.

Die IPPM Organisation stellt bereits seit Jahren die maßgebliche konzeptionelle und theoretische Fundierung vieler unserer Beratungsprojekte dar. Hier eine kurze Executive Summary:


IT-Governance und Projekt-Portfolio-Management (PPM)

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IT-Governance ist die Organisation, Steuerung und Kontrolle der IT eines Unternehmens durch die Unternehmensführung zur konsequenten Ausrichtung der IT-Prozesse an der Unternehmensstrategie.“ (Quelle Wikipedia) Schön und gut, aber was bedeutet das für die Praxis?

In jedem Fall zählt IT-Governance (auch IT-Infrastruktur und IT-Service-Management) laut aktueller CapGemini-Studie pdf2.gif zu den 3 wichtigsten Trends in der IT. Denn IT ist immer weniger „nur“ eine unterstützende Funktion und immer mehr ein strategischer, wettbewerbsrelevanter Faktor für viele Unternehmen. Entsprechend müssen auch IT-Investitionen, Projekte und Programme gut überlegt und vor allem mit der Unternehmesstrategie akkordiert sein (IT-Alignment).

Faktoren und Funktionen von IT-Governance (Quelle):

  • Portfolio Management: Steuerung der IT-Investitionen
  • Project Management: Einleitung, Planung und Verfolgung von Projekten.
  • Resource Management: Analyse der Ressourcenkapazität und Abschätzung der der Auswirkungen von Projektänderungen auf die Ressourcen
  • Demand Management: Unterstützung der IT bei der Erfassung aller Bedarfsquellen und der Kanalisierung von Anforderungen durch entsprechende Genehmigungen.
  • Financial Management: umfassende Beurteilung von Finanzindikatoren und Verwaltung von Lebenszykluskosten.
  • Application Portfolio Management: Ausweitung des PPM-Prozesses auf die Business-Anwendungen.

Projektmanagement rückt in diesem Zusammenhang immer mehr ins Zentrum der Überlegungen. Denn viele Unternehmen haben erkannt, dass ein systematisches, unternehmensweites Projekt-, Programm- und Projekt-Portfolio-Management (Enterprise Project Management, Projektorientiertes Unternehmen) die Lücke zwischen Strategie und operativem Geschäft schließen kann.

HIER finden Sie einen guten Artikel zu genau diesem Thema. („IT-Governance und Portfolio-Management„)

Mein Fazit:

  • Unternehmensweites Projektmanagement wird immer mehr zum unverzichtbaren Bestandteil moderner Managementsysteme und zukünftsfähiger Hochleistungsorganisationen.
  • Die Relevanz von Projektmanagement ist in vielen Unternehmen in den Bereichen IT-Management und Innovationsmanagement / Produktentwicklung besonders hoch. Deshalb sollten Sie in diesen Bereichen auch mit der PM-Professionalisierung starten – hier ist das Potenzial am größten.
  • Internationale Standards (PMBOK, ITIL, CMMI, Stage-Gate…) sind wichtige und wertvolle Grundlagen, um das Projektmanagement zu optimieren. Trotzdem sollten Sie versuchen, diese Standards entsprechend auf Ihre Rahmenbedingungen und Bedürfnisse herunter zu brechen und vor allem einfach zu beginnen!

Simplify your Project Management!

Aller Anfang ist schwer. Wege und Irrwege der Projektinitiierung.

Bilderquelle

Praktiker und auch Theoretiker sind sich weitgehend einig, dass die Qualität der Initiierung von Projekten für den späteren Erfolg absolut entscheidend ist. Diesem Thema widmed sich auch Winfried Berner, der Begründer der „Umsetzungsberatung„. (Auf seiner Seite finden Sie Übrigens auch einen Internet-Guide zum Thema Change Management, der meiner Ansicht nach zu dem absolut Besten gehört, was Sie zu dem Thema [kostenlos] im Netz finden können.)

Winfried Berner beschreibt sehr treffend Wege und Irrwege der Projektinitiierung. Kommt Ihnen der eine oder andere Ansatz bekannt vor?

  1. Willfähiger Ansatz: Zuallererst müssen wir herausfinden, was die Geschäftsleitung hören möchte. Weiß da jemand etwas darüber?
  2. Fetischistischer Ansatz: Wir müssen uns nur ganz exakt an die Methodologie halten und alles minutiös planen, dann kann nichts mehr schief gehen.
  3. Aktionistischer Ansatz: Lasst uns keine Zeit mit Planung verlieren

Leidenschaftlich, erfrischend, innovativ

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Tom Peters ist einer meiner Lieblings-Autoren. Warum? Weil seine Bücher weitaus leidenschaftlicher, erfrischender und zukunftsweisender sind als 99 % der restlichen Managementliteratur. In seinem neusten Werk „Re-imagine – Spitzenleistungen in Chaotischen Zeiten“ propagiert Peters ein völlig neues Denken, eine neue Herangehensweise an aktuelle und zukünftige Herausforderungen. Wenn Sie die teilweise theoretische und nichtssagende Managementliteratur satt haben, dann ist das genau das Richtige für Sie.

Schon beim Durchblättern wird klar, dass dieses Buch unkonventionell und einfach anders ist. Bunt, unterschiedlichste Schriftgrößen und Arten, reich bebildert und voll bepackt mit Beispielen. Zugegebenermaßen muss man sich erst an dieses ungewöhnliche Design gewöhnen, doch dann ist das Buch ein wahrer Genuss.

Als kleiner Vorgeschmack einige auf Peters‘ (teilweise provokante) Thesen:

  • Frühes Scheitern ermöglicht frühen Erfolg.
  • Zerstörung ist natürlich.
  • Die Büroarbeit, wie wir sie kennen, ist tot. Es bleiben maximal 15 Jahre, um Ihren Beruf neu zu erfinden.
  • Das Internet verändert ALLES.
  • Die – qualitativ hochwertige – Kopie ist zur Norm geworden.
  • Kundenzufriedenheit ist out – Kundenerfolg ist in.
  • Projektmanager, die funktionsübergreifende Projekte leiten, kontrollieren … den Geldbeute. Sie kontrollieren … Mitarbeiterbewertung. Sie kontrollieren … alles.

pdf2.gif HIER können Sie ein Beispielkapitel des Buches kostenlos herunter laden (in English, 2,77 MB).