Angst vor Fehlern!

Menschen haben in der Regel Angst, Fehler zu machen. Ist doch klar – wer macht denn schon gerne Fehler und steht dann womöglich als „Depp“ oder Sündenbock da? NIEMAND.

Fehler können aber auch etwas Positives haben. Denn aus Fehlern lernen wir (hoffentlich) dazu. Fehler sind häufig der Ursprung für Entwicklung, Veränderung und Verbesserung. ABER: Fehler können natürlich auch überaus negativ sein. Fehler können Unternehmen Millionen kosten und dadurch sogar existenzbedrohend sein. Im Extremfall können sie sogar Menschenleben kosten.

Gerade im Projektgeschäft passieren immer wieder laufend Fehler. Nicht verwunderlich, denn Projekte sind komplex und neuartig, dadurch riskant und unsicher. Hier lässt sich nicht alles planen und vorhersehen, Fehler sind ganz natürlich und normal.

Die Frage ist, wie ein Unternehmen mit Fehlern umgeht. Hier gibt es aus meiner Sicht zwei Extreme:

  1. Das Unternehmen vertraut den Mitarbeitern, dass sie bemüht sind, keine Fehler zu machen. Wenn Fehler passieren, werden sie als Ursprung für Verbesserung gesehen. –> VERTRAUENSKULTUR
  2. Das Unternehmen bestraft Fehler drakonisch und sogar öffentlich. Fehler werden den Mitarbeitern angelastet, im Extremfall werden sie sogar zur Rechenschaft gezogen und/oder gefeuert. –> MISSTRAUENSKULTUR

Zu diesen beiden kulturellen Ausprägungen in Organisationen habe ich vor längerer Zeit eine hervorragende Grafik gefunden (leider weiß ich die Quelle nicht mehr, sorry).

misstrauen_vertrauen

Fazit: Projektmanagement kann nur in jenen Organisationen wirklich effektiv und effizient funktionieren, die (mehrheitlich) auf der Seite der Vertrauenskultur sind.

Oder seid Ihr anderer Meinung?

Die Grundlage für Innovation ist Kollaboration

Förster&Kreuz schreiben in ihrem aktuellen Newsletter:

Wir stehen an der Schwelle zu dramatischen Veränderungen der Organisation, Innovation und Wertschöpfung. Die neue Grundlage der Innovationsfähigkeit lautet KOLLABORATION. Unternehmen müssen über die Mauern der eigenen F&E Abteilungen hinweg die Kreativität und die Ideen von klugen Köpfen in der ganzen Welt anzapfen. Wer sagt denn, dass die angestellten Weißkittel in der eigenen Entwicklungsabteilung das Monopol auf die besten Ideen haben?

Und dennoch sieht die Realität oftmals ganz anders aus: F&E-Abteilungen in so manchem Unternehmen gleichem einem Hochsicherheitstrakt. Schon von weitem ist das rote Stoppschild gut sichtbar: Zutritt für Betriebsfremde strengstens untersagt! Hausausweispflicht! Schusswaffengebrauch! Das ist geradezu grotesk, finden wir. Unternehmen, die weiterhin alles allein machen wollen, werden im Wettbewerb zurückfallen. Punkt.

Fakt ist: Forschung, Produktentwicklung oder Innovationen finden zunehmend in Netzwerken statt. Dabei spielen die Informationstechnik und speziell die Vernetzung im Internet eine zentrale Rolle.“

So ist es. Nieder mit den Mauern in unteren Köpfen und Organisationen. Teamwork ist angesagt. Wer das nicht kapieren will, fliegt in hohem Bogen. Destruktive Querulanten, ewige Bewahrer und Egoisten werden nicht länger akzeptiert. Egal, wie fachkompetent oder erfahren sie sind.

Wir brauchen kollegiale, offene und vertrauensvolle Unternehmenskulturen. Damit meine ich nicht, dass es in solchen Organisationen keine klaren Ziele, Anweisungen und Vorgaben gäbe – im Gegenteil. Aber im Unterschied zu anderen Organisationen wurde die Teamarbeit und Kollaboration unter Experten und Profis kultiviert. Oder anders ausgedrückt: DAS UNTERNEHMEN LEBT EINE PROFESSIONELLE PROJEKTKULTUR, vom CEO bis zum Azubi.

Aufwachen, bitte!

(Bilderquelle)

Projekte ausreichend zu planen, zu durchdenken und vorzubereiten erfordert Energie und Zeit. Es ist deshalb nur allzu menschlich, dass die Planungstätigkeit, eine Kernaufgabe des Projektmanagements, gerne mal vernachlässigt oder „verschlafen“ wird. Denn es ist oft eigentlich immer einfacher, „mal zu beginnen“. Man wird dann schon sehen…

Das Fatale daran ist, dass die Geschäftsführer/innen, Führungskräfte und Leiter/innen in den Unternehmen dieses hemdsärmlige Verhalten häufig einfordern und für gut befinden. Die Folge: Pragmatiker kommen in unseren Unternehmen weiter, denn sie packen an, sie setzen um. Und zudem haben sie in der Argumentation, wie weit die Planung gehen soll, ALLE Trümpfe in der Hand. Denn die „Theoretiker und Methodiker“ sitzen eh nur in Sitzungen rum, philosophieren und tun nichts. Das kann’s ja wohl nicht sein, oder???

Ich finde pragmatisches, hemdsärmliges Vorgehen SUPER, toll, wichtig – bis zu einem gewissen Maß. Unbestritten: Wir brauchen einfaches Management, einfache Strukturen und Abläufe in Projekten und auch anderswo, um effizient arbeiten zu können. Aber je komplexer die Themen und Aufgaben werden, umso wichtiger ist eine entsprechende, differenzierte Planung. Und die Krux an der Sache ist: Die Anforderungen, Probleme und Aufgaben werden halt immer innovativer!!! Diese Entwicklung lässt sich nicht aufhalten. Ergo: Projektmanagement und damit auch eine entsprechende PLANUNGSKULTUR nehmen an Bedeutung zu.

So weit, so gut.

Aber wie überzeugen wir die Mitarbeiter/innen von dieser Tatsache und Notwendigkeit, wenn das Top-Management dafür keine Sensibilität und Wahrnehmung hat??? Die Antwort lautet: Gar nicht. Es bringt ABSOLUT NICHTS, wenn Sie sich in einem Unternehmen mit der Professionalisierung des Projektmanagements beschäftigen, wenn die Notwendigkeit eines Projektmanagements, das natürlich auch Zeit und Geld kostet und somit eine Investition in den Projekterfolg darstellt, nicht erkannt wurde. Denn es reicht BEI WEITEM nicht aus, ein paar Handbücher zu schreiben, ein paar Seminare anzubieten und ein bisschen über Projektmanagement zu philosophieren.

DIE NACHHALTIGE PROFESSIONALISIERUNG UND OPTIMIERUNG DES PROJEKTMANAGEMENTS IST EIN VERÄNDERUNGSPROZESS, DER VIELE UNTERNEHMEN IN IHREN GRUNDFESTEN ERSCHÜTTERT. Oder anders formuliert: Professionelles Projektmanagement erfordert in den meisten Unternehmen einen radikalen Kulturwandel – von vertikal zu horizontal, von starr zu flexibel, von reinem Expertentum zu kooperativer Teamarbeit, von Misstrauens- zur Vertrauenskultur etc. etc.

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen wieder mal ein Buch von Tom Peters empfehlen: Er beschreibt diesen notwendigen Kulturwandel in seinem Buch „Re-Imagine“ meines Erachtens so treffend, erfrischend und aufrüttelnd wie kaum ein anderer Autor.

Um’s mit dem Slogan einer großen Fastfood-Kette auszudrücken: I’m lovin‘ it!

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Auf die Projektkultur kommt es an!

Gestern habe ich für einen Kunden einen Impulsvortrag zum Thema „Prinzipien für erfolgreiches Projektmanagement“ gehalten. Es ging darum, den Führungskräften wie auch den Mitarbeitern zu vermitteln, welche Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Projektmanagement geschaffen werden müssen, welche gemeinsamen Spielregeln einzuhalten sind und vor allem, was erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheidet – zumindest in Bezug auf das Projektmanagement.

Der Vortrag hat mir riesigen Spaß gemacht. Und ich glaube, der „Funke“ ist auch recht gut über gesprungen. Wenn auch Sie den Funken in Ihrem Unternehmen rüber springen lassen möchten, dann können Sie sich gerne in den Präsentationsfolien von gestern einige Anregungen holen.


Für mich ist’s glasklar: Es geht immer mehr und ganz wesentlich um Emotionen, gemeinsame Werte und Visionen, um das Projektmanagement in einem Unternehmen „zum Fliegen zu bringen“. Die rein kognitiven Ansätze mit bürokratischen Standards, Richtlinien, Handbüchern etc. sind schon lange zum Scheitern verurteilt.

Klären Sie die „Sinnfrage“, machen Sie Ihre Mitarbeiter und Führungskräfte für den Veränderungserfolg mitverantwortlich, schaffen Sie gemeinsame Visionen und „bestrafen“ Sie Handeln, das gegen die gemeinsamen Spielregeln geht. Das ist die Grundlage für nachhaltigen Projekterfolg.

PS: Ich habe mir für die obige Präsentation eine eigene „Story“ zurecht gelegt. Sie sollten sich für Ihren eigenen, emotionalen Power-Impulsvortrag eine eigene Story ausdenken. Nur dann wird ein solcher Vortrag richtig authentisch und überzeugend.