Linie oder Projekt?

the_road_and_the_clouds_thelma_louise.jpgEine wesentliche Weiche für den Erfolg oder Misserfolg eines Projekts wird bereits ganz zu Beginn gestellt. Eine der ersten Fragen muss nämlich lauten: „Ist die Aufgabe überhaupt projektwürdig?“ Denn klarerweise benötigen auch nur projektwürdige Aufgabenstellungen eine entsprechende Projektorganisation und ein Projektmanagement.

Meine Tipps und Hinweise zur Erleichterung dieser Entscheidung:

1) Das wesentliche Entscheidungskriterium ist die Komplexität einer Aufgabenstellung. Je komplexer eine Aufgabe ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Projektmanagement die richtige Arbeits- und Organisationsform darstellt.

2) Das Kriterium Neuartigkeitsgrad ist nur bedingt wichtig, da teilweise auch Projekte mit Routinecharakter Sinn machen können (z.B. Kundenprojekte im IT-Bereich, Anlagenbau etc.)

3) Grundsätzlich gibt es in den meisten Unternehmen zwei zentrale Arbeits- und Organisationsformen: Die Stamm- und die Projektorganisation. Oder anders ausgedrückt: Prozesse und Projekte. In der Stammorganisation werden alle Aufgaben mit Routine- und Prozesscharakter abgewickelt, die geringe oder mittlere Komplexität aufweisen („daily business“). In Projekten werden alle Aufgaben abgewickelt, deren Komplexitätsgrad hoch oder sehr hoch ist.

4) Es macht Sinn, den Terminus „Projekt“ im Unternehmen weiter zu differenzieren und eindeutig zu definieren. Beispiel „Projektkategorisierung nach Komplexität“: Kleinprojekt – Projekt – Großprojekt (oder auch Programm). Denn grundsätzlich gilt: Je komplexer ein Projekt, umso wichtiger ist ein systematisches, professionelles Projektmanagement. Oder anders ausgedrückt: Soviel Projektmanagement wie nötig, nicht soviel wie möglich.

Ihr Stefan Hagen

Modetrend Projektmanagement?

pronect065.jpgGlobalisierung, dynamischer Wandel, steigender Wettbewerbsdruck, kürzere Innovationszyklen oder auch immer komplexere Problemstellungen sind nur einige der Stichworte, die in praktisch jedem Managementbuch auf den ersten paar Seiten vorkommen. Klar, werden Sie sagen – das sind ja auch Herausforderungen, mit denen die meisten Unternehmen kämpfen. Und die Lösungsansätze?

Innovationsmanagement? Qualitätsmanagement? Lean Management? Prozessmanagement? Wahrscheinlich wurden diese Organisations- und Managementansätze in Ihrem Unternehmen zumindest bereits diskutiert – wahrscheinlich aber bereits größtenteils schon umgesetzt. Und wie sieht es mit dem Projektmanagement aus? Kommt dem Projektmanagementkonzept dieselbe Bedeutung zu?

Ja? Nein? Oder: Es kommt darauf an?

Ich sage: Ja, Projektmanagement ist ein Schlüsselinstrument zur Bewältigung des Wandels. Und der Wandel wird nicht aufhören. Im Gegenteil, er hat gerade erst begonnen!

Hmmm, werden Sie sich vielleicht denken. Noch ein Konzept, das plötzlich sooo wichtig sein soll?

Warum Projektmanagement (PM)?

– PM ist oft die einzige Arbeits- und Organisationsform, mit der komplexe, neuartige, riskante und interdisziplinäre Aufgabenstellungen effizient und effektiv gelöst werden können.
– PM ist ein Führungsinstrument, mit dem strategische Ziele und Schwerpunkte systematisch realisiert werden können.
– PM ist eine Arbeitsform, die bei konsequenter Umsetzung das unternehmerische Denken und Handeln im Unternehmen nachhaltig fördert.
– PM ermöglicht – sofern das Top und Middle Management mitspielt – die Selbstorganisation auf operativer Ebene (was nicht bedeutet, dass die Kontrolle fehlt!). So werden Spitzenleistungen möglich!
– PM fördert die konsequente Auseinandersetzung mit Lessons Learned. Eine riesige Chance auf dem Weg zur Lernenden Organisation.

    Projektmanagement ist nicht nur ein Modetrend. Projektmanagement ist jetzt schon ein Schlüsselinstrument zur Bewältigung des Wandels. Und die Bedeutung wird weiter steigen.

    Die Frage kann also nicht lauten: „Sollen wir unser Projektmanagement optimieren?“ Die Frage kann nur lauten: „Wann fangen wir an?“

    Ihr Stefan Hagen

    PM-Werkzeuge und Links

    gratis.jpgAuf dieser Seite eines dänischen Kollegen finden Sie eine Liste kostenloser PM-Software-Werkzeuge. Für einige der Tools sind allerdings Programmierkenntnisse notwendig.

    Auch diese Linksammlung enthält eine geballte Ladung an größtenteils nützlichen Querverweisen.

    Ihr Stefan Hagen

    Karrierechance Projektmanagement

    pronect012.jpg„Projektmanagement stellt in zunehmendem Maße eine wichtige Karrierechance für viele Menschen dar.“ Diese These möchte ich kurz erläutern:

    1) Wenn man die Stellenanzeigen der großen Wirtschaftszeitungen aufschlägt, werden immer häufiger ProjektmanagerInnen bzw. ProjektleiterInnen gesucht – insbesondere von großen Unternehmen. Es handelt sich hierbei größtenteils um anspruchsvolle Führungsaufgaben, meist verbunden mit internationalen Einsätzen.

    2) Immer mehr Manager und Personalentwickler entdecken Projekte als hervorragende Möglichkeit, um Führungskompetenzen bei den eingesetzten ProjektmanagerInnen einerseits zu entwickeln und andererseits abzutesten. Wer sich einige Jahre als ProjektmanagerIn bewährt, dem stehen alle Türen für eine Führungsposition offen.

    3) Der Trend zur Prozessorientierung hält unvermindert an. Dadurch benötigen Unternehmen immer häufiger qualifizierte „QuerschnittsmanagerInnen“, die über die Abteilungs- und Funktionsgrenzen hinweg agieren. Daraus ergeben sich die Berufsbilder ProzessmanagerIn und ProjektmanagerIn.

    4) Viele Statistiken belegen, dass Projekte weltweit immer noch ein „Milliardengrab“ sind. Die Scheiterungsquote ist weitaus höher als die Erfolgsquote. Dadurch können es sich viele Unternehmen nicht mehr leisten, unqualifizierte ProjektmanagerInnen einzusetzen.

    5) Die Anzahl Menschen, die eine internationale Projektmanagement-Zertifizierung durchlaufen, ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Ein weiteres klares Indiz dafür, dass Projektmanagement eine zunehmende Schlüsselqualifikation darstellt.

    Die Liste der Argumente ließe sich noch weiter fortführen.

    Ihr Stefan Hagen